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Gleichstellungsbeauftragte stellt ihre Arbeit vor

Bisher arbeitet Inga West noch im Ehrenamt. Archivfoto Kordländer

Bisher arbeitet Inga West noch im Ehrenamt. Archivfoto Kordländer

Die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Fredenbeck, Inga West, informierte den Rat in seiner jüngsten Sitzung über ihre Arbeit. Rund acht Stunden pro Woche investiert sie in diese Aufgabe. Hier sieht sie Verbesserungspotenzial.

Von Daniel Beneke Sonntag, 09.04.2017, 16:37 Uhr

Anlässlich des Internationalen Frauentages richtete Inga West zum ersten Mal einen Frauenfilmabend im Gemeindehaus der evangelischen Kirche aus. Den Anstoß zu der Veranstaltung hatte Ratsfrau Jeannette Jacob gegeben, die den thematischen Schwerpunkt auf Genitalverstümmelungen bei Frauen und Mädchen lenkte. Gezeigt wurde der Spielfilm „Wüstenblume“, den die amerikanisch-deutsche Regisseurin Sherry Hormann 2009 veröffentlicht hat.

Autorin Elisabeth Scherf kam für eine Lesung aus ihren Memoiren „Anders denken – ewig leben“ auf das Holstsche Gelände in Fredenbeck. Eine Band spielte zur Begrüßung, anschließend gab es Gelegenheit zum Austausch. Für diese Veranstaltung hatte sich Inga West Unterstützung beim örtlichen Heimatverein geholt.

Als besonders öffentlichkeitswirksam erwies sich die Messe „Frauenwelten“, die im vergangenen Jahr in der Grundschule am Raakamp stattfand. Der Standort habe sich bewährt, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte. Denn das Gebäude der Bildungsstätte sei barrierefrei zugänglich, die Räume seien heller und großzügiger. 30 Aussteller präsentierten sich und ihre Waren. Es gab einen Gottesdienst und einen Flohmarkt. Außerdem trug die Hamburger Sopranistin Maja Kemper bekannte Chansons starker Frauen wie der französischen Sängerin Edith Piaf vor.

Fünf Beratungen bot Inga West an. Hierfür stand ihr kein eigenes Büro zur Verfügung. Die Gleichstellungsbeauftragte musste, wie sie den Ratsmitgliedern berichtete, auf ein Sitzungszimmer im Verwaltungsgebäude ausweichen. Themen der Sprechstunden waren der Wiedereinstieg in den Beruf, die Betreuungsangebote für Kinder sowie Gewalt an Frauen.

In Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle „Lichtblick“ der Arbeiterwohlfahrt beteiligte sich die Gleichstellungsbeauftragte an dem Präventionsprojekt „Wir machen Kinder stark“, das seit sechs Jahren in den Kindertagesstätten der Samtgemeinde Fredenbeck gastiert.

Inga West regte an, dass ihre ehrenamtliche in eine hauptamtliche Stelle umgewandelt wird. Zwölf Wochenstunden und ein eigenes Büro seien angemessene Voraussetzungen für ihre Arbeit, sagte sie an die Adresse von Ratspolitikern und Verwaltungsspitze. Mandatsträger und Vorgesetzte dankten der Gleichstellungsbeauftragten zwar für ihre Arbeit, griffen den Wunsch nach besserer Ausstattung aber nicht auf.

FWG-ProBürger-Mann Thomas Gloth fragte nach dem Vortrag, ob Inga West denn „auch etwas für Männer im Programm“ habe. „Da arbeiten wir noch dran“, entgegnete sie.

Haupt- oder Ehrenamt: die Rechtslage

Die Pflicht zur Bestellung von hauptberuflich tätigen Gleichstellungsbeauftragten besteht laut dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz für die Landkreise, die Landeshauptstadt Hannover, die kreisfreien Städte, die großen selbstständigen Städte, die Stadt Göttingen sowie für die Region Hannover. Alle anderen Gemeinden (mit Ausnahme der Mitgliedsgemeinden von Samtgemeinden) müssen eine Gleichstellungsbeauftragte bestellen, können aber selbst entscheiden, ob diese hauptberuflich, nebenberuflich oder ehrenamtlich arbeitet. Damit sollen die Kommunen in ihrer Eigenverantwortung gestärkt werden.

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