Kreisel-Kontrolle am frühen Morgen
So muss es laufen: Fahrzeuge müssen in dem Kreisverkehr herumfahren und dürfen nicht – aus Richtung Hagen kommend – gerade über den Kreisverkehr fahren. Foto Kordländer
Viele Verkehrsteilnehmer fahren mit ihren Fahrzeugen auf dem Kreisverkehr in Fredenbeck, „Alter Stadtweg“, gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung. Bei einer Polizeikontrolle am Freitagmorgen hat sich dieses bestätigt.
Innerhalb von zwei Stunden am Morgen ertappten die Beamten 20 Verkehrssünder. 20 Euro Verwarngeld zogen die Schutzleute von den Fahrerinnen und Fahrern ein.
Immer wieder hatten sich in der Vergangenheit Anwohner bei der Polizei gemeldet, denen das verkehrswidrige Verhalten in dem „Kreisel“ aufgefallen war. Dabei seien auch schon mal gefährliche Situationen entstanden, wurde Johann Schlichtmann von der Verfügungseinheit der Stader Polizeiinspektion gemeldet. „Nun war es an der Zeit, dort einmal eine Verkehrskontrolle durchzuführen.“
Autos, die aus Richtung Hagen auf den Kreisverkehr zufahren, scheuen oftmals den kleinen Umweg, nach rechts abzubiegen und dort durch den Bogen des Kreisverkehrs zu fahren. Das ist nämlich der vorgeschriebene Weg. Das weisen die Schilder mit ihren drei links gebogenen Pfeilen aus. Da die Straße „Stadtweg“ aber direkt gerade auf die linke Seite des Kreisverkehrs führt, nutzen die Verkehrsteilnehmer verkehrswidrig den kürzeren Weg.
Keiner der ertappten Verkehrssünder am Freitagmorgen bestritt, sich falsch verhalten zu haben. „Ich komme gerade aus dem Bett und bin noch ein bisschen müde“, konnten die Polizisten nicht als Ausrede gelten lassen. Auch für „Gedankenlosigkeit“ hatten die Verkehrsüberwacher kein Verständnis. Doch das Gros der Fahrerinnen und Fahrer stritten gar nicht ab, dass sie regelmäßig entgegen der Fahrtrichtung durch den Kreisel fahren.
„So viele Verstöße hätten wir hier gar nicht erwartet“, so die Polizisten. Doch die ertappten Sünder versprachen, sich künftig richtig beim Durchfahren des Kreisverkehrs zu verhalten. Und das wird die Polizei weiterhin beobachten. „Wir werden hier immer mal wieder kontrollieren“, so Schlichtmann.
Die Beamten überprüften am Freitagmorgen auch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf dem „Stadtweg“. Es wurden zwei Autofahrer ertappt, die mit 46 und 49 Stundenkilometern etwas zu schnell unterwegs waren. Einer musste 20 Euro und der andere 30 Euro Verwarngeld berappen.
Der Kreisverkehr, der im Juni 2012 in Betrieb genommen wurde, hat eine Besonderheit. Innerhalb des Fahrbogens befindet sich ungewöhnlicherweise eine Bushaltestelle. Diese barrierefreie Haltestelle wurde seinerzeit von der Hauptstraße (Höhe Penny-Markt) dorthin verlegt, um die Verkehrssicherheit der Kinder auf ihren Schulwegen zu erhöhen.
Vor dem Kreiselbau hatte es immer wieder Bedenken von Busfahrern über die Auffahrt vom Stadtweg auf die Hauptstraße gegeben, dass sie beim Abbiegen in Richtung Deinste sehr große Verkehrslücken abwarten müssen, weil viele Autos auf der Dorfstraße zu schnell fahren würden und diese so für lange Busse zum Problem würden. „Zum einen verlieren die Busse beim Abbiegen aus dem Stadtweg viel Zeit, zum Anderen besteht doch ein Gefahrenpunkt durch Raser auf der Hauptstraße“, hieß es damals.
Nachdem der Kreisverkehr, der als auch Buswendeplatz dient, fertig war, sollte verstärkt darüber nachgedacht werden, im Bereich des Penny-Marktes einen sichereren Übergang für Fußgänger zu schaffen, nachdem die Bushaltestelle von der Marktseite in den Kreisverkehr gelegt worden war. Hier gab es schon die verschiedensten Vorschläge. Zu einer Entscheidung gekommen ist man bislang aber noch nicht.