China auf dem Vormarsch
Der Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, Hans-Jörg Schmidt-Trenz sieht China als Chance für Hamburger Unternehmen. Foto Hitij/dpa
Hamburger Firmen sehen in Chinas Innovationsoffensive eine Chance. Das war das Fazit der Veranstaltung „Verschläft die deutsche Wirtschaft Chinas Innovationsoffensive?“ in der Handelskammer.
Hamburger Firmen sehen in Chinas Innovationsoffensive eine Chance. Das war das Fazit der Veranstaltung „Verschläft die deutsche Wirtschaft Chinas Innovationsoffensive?“ in der Handelskammer.
„Deutschland ist ein etablierter Standort für Forschung und Entwicklung. Von einer Steigerung der Innovationskraft in China kann auch Hamburg als Standort profitieren, denn indem wir Technologiepotenziale ausschöpfen, entwickeln wir unsere Welt stetig weiter“, sagte Achim Kempe, Geschäftsführer des Hamburger Chip-Herstellers NXP Semiconductors Germany GmbH. NXP gab in der vergangenen Woche bekannt, die Standardhalbleiter-Sparte an ein chinesisches Investorenkonsortium verkaufen zu wollen, um sich auf seine High-End-Produkte zu konzentrieren. Im Rahmen der „Made in China 2025“-Strategie will China seine Innovationskraft und die Digitalisierung der Industrie bis 2025 deutlich steigern. „Wenn es China gelingt, diese Strategie umzusetzen, dann wird das Land im Spitzentechnologiebereich für Deutschland zu einem Konkurrenten auf Augenhöhe“, sagte Prof. Dr. Sebastian Heilmann, Direktor des Mercator Institute for China Studies (MERICS), auf der Veranstaltung, die sein Institut gemeinsam mit der Handelskammer und dem OAV German Asia-Pacific Business Association ausrichtete.
Für deutsche Unternehmen intensiviert sich also der Wettbewerb, es eröffnen sich aber auch neue Möglichkeiten für Kooperationen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Mit diesem Thema befasst sich auch ein Forum bei der Wirtschaftskonferenz „Hamburg Summit: China meets Europe“, die vom 14. bis 16. September in der Handelskammer stattfindet. „Wenn es gelingt, das deutsche Modell Industrie 4.0 mit der „Made in China 2025“-Strategie zu verknüpfen, wäre das ein großer Schritt für die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen“, sagt Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz. Beim diesjährigen „Hamburg Summit“ würden europäische und chinesische Unternehmern diskutieren, wie F&E-Kooperationen die Wirtschaftsbeziehungen verbessern können und welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, um die Zusammenarbeit weiter auszubauen. (st)
Der „Hamburg Summit“
Der von der Handelskammer initiierte „Hamburg Summit“ ist die wichtigste europäisch-chinesische Wirtschaftskonferenz. Als hochrangig besetzte Plattform für den offenen Dialog zwischen Europa und China dient sie der Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen und des gegenseitigen Verständnisses. Teilnehmer sind führende Unternehmensvertreter, Politiker und Wissenschaftler aus China, Europa und anderen Teilen der Welt.