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Hamburger S-Bahn rüstet auf

Die neuen Züge der S-Bahn sind erstmals komplett durchgehend begehbar. Foto Sonnleitner

Die neuen Züge der S-Bahn sind erstmals komplett durchgehend begehbar. Foto Sonnleitner

Die S-Bahn rüstet auf, macht mobil und wird im flotten Gewand in die Zukunft fahren. Am Donnerstag wurde das modernisierte Fahrzeug eingeweiht. Der knapp 200 Meter lange Zug besteht aus drei Wagen und ist erstmals durchgehend begehbar. 

Donnerstag, 14.01.2016, 17:03 Uhr

Allein in diesem Jahr werden somit 20 Züge wieder auf Trab gebracht, bis 2021 alle 112 S-Bahn-Züge der aktuellen Baureihe 474 sukzessive dem Redesign unterzogen, „unter dem Rad“, wie Kay Uwe Arnecke, Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg, es nennt.

Arnecke weiter: „Bei dem umfangreichen Redesign-Programm handelt es sich um eine Maßnahme der kompletten Modernisierung der S-Bahn Hamburg.“ So sollen bis Ende 2018 zudem 60 Fahrzeuge des neuen S-Bahn-Typs ET 490 in Betrieb genommen werden. Auch sie sind dann mit Wagenübergängen und dem neuen Bildschirmsystem ausgestattet. Arnecke spricht von einem positiven Raumgefühl und -klima sowie optimaler Sicherheit und Komfort.

Die zu modernisierenden Wagen werden hierfür vier Wochen im Instandshaltungswerk Neumünster geparkt. Am Kronsaalweg sollen zudem neue Gleise mit 13 Abstellmöglichkeiten gebaut werden, auch ein Gleichrichterwerk für die Stromumwandlung entsteht plus eine Riesenhalle für die Wartung. Insgesamt wird die S-Bahn in Erneuerung und Modernisierung von Gleisen, Stellanlagen und Zügen eine halbe Milliarde Euro investieren; der einstimmig in der Bürgerschaft abgesegnete Verkehrsvertrag macht es möglich. „Wir haben Planungssicherheit bis 2033“, freut sich Arnecke.

Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof sagt: „Es lohnt sich, mit einem bewährten Partner zusammenzuarbeiten.“ Zur Modernisierung der nun eingeweihten S-Bahn-Flotte ergänzte er: „Mit dem Umbau wollen wir die Sicherheit und den Komfort für die Fahrgäste weiter erhöhen.“ Besonders Eltern mit Kinderwagen, Gehbehinderte mit Rollatoren, aber auch Radfahrer würden besonders vom Mehrzweckbereich, in dem sich die Sitze seitlich an der Fensterfront hochklappen lassen, profitieren. Die Einschränkung für Fahrräder, die während der Stoßzeiten nicht transportiert werden dürfen, werde aber wegen der Fluchtmöglichkeiten auch weiterhin bestehen bleiben. Die Bildschirmmontage für das neue Fahrgastinformationssystem erfolgt sukzessive, ab 2017 wird das Info-und Werbe-TV für die Fahrgäste in der S-Bahn flimmern.

Durch die neuen Fahrzeuge, die ab 2018 flächendeckend durch die Stadt und auch durch ihre Randgebiete wie Wedel, Pinneberg und Stade zischen werden, werden die alten Fahrzeuge aus den Siebzigern aus dem Verkehr gezogen. „Die Steigerung der Qualität bringt mehr Fahrgäste“, hofft Arnecke, die S-Bahn wolle mit der „Mischnutzung“ auch auf den „demografischen Wandel“ eingehen. Der S-Bahn-Chef spricht von einer „komplett modernen Flotte“ im „einheitlichen Design“. Schließlich habe das Fahrgastaufkommen seit 2007 um 23 Prozent zugenommen. Das liege am allgemeinen Wachstum, aber auch an Streckennetzerweiterungen wie die S-Bahn nach Stade oder zum Flughafen.

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