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Hochbahn räumt mit Gerüchten um U-Bahnhof auf

Ist immer noch nicht nicht überzeugt: Bernhard Korfin glaubt auch nach der Begehung an die Existenz eines U-Bahnhofs unter Steilshoop. Die mächtigen Spundwände sieht er als sicheres Indiz, sie seien Stützen der unterirdischen Station. Foto: Lorenz

Ist immer noch nicht nicht überzeugt: Bernhard Korfin glaubt auch nach der Begehung an die Existenz eines U-Bahnhofs unter Steilshoop. Die mächtigen Spundwände sieht er als sicheres Indiz, sie seien Stützen der unterirdischen Station. Foto: Lorenz

Das Phantom der U-Bahn von Hamburg-Steilshopp – es bleibt wohl ein Mythos. Bei einer Begehung mit Bürgern konnte die Hamburger Hochbahn gestern keine Beweise für die Existenz der sagenumwobenen Station unterhalb des Stadtteils finden. 

Freitag, 24.03.2017, 18:32 Uhr

„Ich glaube, es gibt hier keinen Bahnhof“, schlussfolgerte Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff nach der ausgiebigen Besichtigungstour und einer Diskussion mit Bewohnern. Einige Teilnehmer blieben dennoch überzeugt, dass unter ihren Füßen vor knapp 50 Jahren ein Bahnhof mit allem drum und dran errichtet wurde – für eine U-Bahn, die nie kam.

Weder alte Baupläne noch Bohrungen haben bisher Spuren auf eine Haltestelle ergeben. Weil die Hochbahn aktuell wieder eine Linie durch Steilshoop plant, hatte sie Zeugen aufgerufen, ihr Wissen mitzuteilen. Etwa 70 Antworten trafen ein, darunter viele wie die von Uwe S.: „Ich habe damals im aufgeschütteten Gleisbett gestanden“ und die von Markus B.: „Es gab im Untergeschoss einen Bahnhof, ich fand’s gruselig, da drin zu stehen.“ Man gehe dem nun nach, „um das Loch Ness von Steilshoop“ zu finden, erklärte Hochbahn-Vertreter Andreas Ernst den neugierigen Bürgern.

Fast 200 Menschen wurden zu Bahnhofsfahndern. Die Begehung führte zu Stellen rund um das EKZ und die Gründgensstraße, die von Tippgebern genannt worden waren. So blickte der Tross hinter allerlei Türen und in Gänge, die sonst verschlossen sind. Allein: Eine U-Bahnstation kam nicht zum Vorschein. Die Forscher schritten statt dessen durch schnöde Technikräume, eine Tiefgarage sowie Kellerverschläge mit Sperrmüll. Einmal wurde es spannend, als Andreas Ernst mit seinem Handy einen tiefen Schacht ausleuchtete, dann aber verkündete: „Da unten ist Wasser, aber keine Bahnhofshalle.“ Des Rätsels Lösung: Der Raum war beim Bau der Großsiedlung Anfang der 1970er Jahre als Schwimmbad vorgesehen.

Am Ende erkannten die Hochbahn-Techniker immerhin zwei Indizien für einen U-Bahnhof an: die mächtigen Spundwände parallel zur Gründgensstraße sowie den im U-Bahn-Look gekachelten Tunnel zum Einkaufszentrum. „Das deutet aber nicht auf eine tatsächliche gebaute Haltestelle hin, die Maßnahmen waren vielleicht als Vorbereitung gedacht“, sagte Ernst.

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