Projekt Mitte Altona beginnt
Das Projektgebiet Mitte Altona: Zwischen dem Bahnhof Altona (unten links) und dem S-Bahnhof Diebsteich (oben rechts) entsteht ein neuer Stadtteil. Im ersten Bauabschnitt werden dort jetzt etwa 1600 Wohnungen errichtet. Foto Friedel Luftbild
Es muss wohl daran liegen, dass der Mann ein „Ur-Altonaer“ ist, wie er selber sagte. Ungewohnt euphorisch hat Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) gestern den Startschuss für das zweitgrößte Stadtentwicklungsprojekt Hamburgs gegeben.
Die Neue Mitte Altona sei „eines der aufregendsten Quartiere in Deutschland und wohl auch in Europa“, schwärmte Scholz bei der Grundsteinlegung für die ersten 116 Eigentumswohnungen nahe dem Altonaer Bahnhof.
Auf dem 75 Hektar großen Baugebiet sollen im Laufe des kommenden Jahrzehnts insgesamt 3600 Wohneinheiten entstehen. Hamburg bietet sich laut Scholz auf dem ehemaligen Güterbahnhof und auf bisherigen Gleisanlagen „die einmalige Gelegenheit, einen Stadtteil so zu bauen, wie wir ihn uns für die Zukunft vorstellen: urban und grün, kinderfreundlich und bezahlbar, ökologisch, barrierefrei und, was uns sehr wichtig ist, sozial gemischt“. Auch in der Neuen Mitte gelte der Hamburger Drittel-Mix aus Sozial-, Miet- und Eigentumswohnungen.
Den Auftakt macht der Essener Immobilienentwickler Formart, der in der Neuen Mitte insgesamt 283 Eigentumswohnungen errichten wird. Im ersten Bauabschnitt entstehen bis 2018 Wohnungen mit einer Fläche von 58 bis 160 Quadratmetern, wie Formart-Geschäftsführer Carsten Sellschopf erläuterte. Das Leben mit Blick auf den geplanten Stadtteilpark hat ihren Preis: Die kleinste Wohnung kostet 289 000 Euro, die Quadratmeterpreise liegen zwischen gut 4000 und 6000 Euro. Die Hälfte der Apartments ist schon verkauft, weitere rund 20 Prozent reserviert. Sellkopf: „Die meisten Käufer kommen aus Altona und aus der Umgebung.“
Er freue sich auf ein „quirliges Quartier nebenan“, sagte der Altonaer Bürger Scholz. Das gewachsene Altona und die Neue Mitte würden gut zusammenpassen. Diese sei so geplant, dass den künftigen rund 10 000 Bewohnern die Kommunikation untereinander leicht gemacht werde. So erhält der Stadtteil einen 2,7 Hektar großen Park, eine Stadtteilschule, mehrere Kitas, Radwege, Spiel- und Bolzplatz, Cafés, Läden sowie Kleingewerbe. Hingucker und eine Art Dorfzentrum sollen die ehemaligen Güterbahnhallen werden, die teils erhalten bleiben. Dort ziehen ein Edeka-Markt, eine Drogerie, ein Biomarkt und ein Backshop ein.
Erleichtert verfolgte nicht Oberbaudirektor Jörn Walter die Grundsteinlegung. Seit acht Jahren befasst er sich mit dem komplizierten Großvorhaben, das unter anderem durch aufwendige Bodensanierung immer wieder verzögert wurde. Bis der letzte Bewohner einzieht, dürften weitere lange Jahre ins Land gehen. Denn den zweiten großen Abschnitt der Neuen Mitte kann die Stadt erst dann in Angriff nehmen, wenn der Fernbahnhof Altona nach Diebsteich verlegt ist, also frühestens ab 2023.
Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, Mitte) mauert den Grundstein für das neue Wohnquartier Mitte Altona ein. Baudirektor Jörn Walter (links), Bauleiter Axel Hesselbarth und Carsten Sellschopf (rechts) von der Firma Formart GmbH & Co. KG schauen