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Testfahrzeug dreht seine Runden durch die Stadt

Regelmäßigen Fahrgästen der Hamburger S-Bahn könnte der schnittige Neuzugang schon aufgefallen sein. Seit Mitte Februar dreht ein Testfahrzeug des neuen Zugtyps ET 490 seine Runden durch das Netz in der Metropolregion.

Freitag, 24.02.2017, 19:41 Uhr

„Das Fahrzeug wird noch bis Mitte April auf Herz und Nieren überprüft“, erläuterte S-Bahn-Hamburg-Chef Kay Uwe Arnecke gestern bei einem Zwischenstopp am Bahnhof Bergedorf. Dort war der Kontrast des Hightech-Zuges zum Status Quo besonders augenfällig. Auf der Strecke S 21 (Hamburg-Aumühle) setzt die Bahn bisher die eher rumpeligen Züge der mehr als 30 Jahre alten 472er-Reihe ein. Sie sollen ab Ende 2017 nach und nach durch die neue Fahrzeuggeneration ersetzt werden.

Bevor es so weit ist, muss der erste ET 490 noch etliche Tests durchlaufen und auf die Gegebenheiten des Hamburger Systems abgestimmt werden. An Bord sind dabei nur Techniker des Herstellers Bombardier und der S-Bahn, Passagiere müssen noch draußen bleiben. Das soll sich ab Herbst ändern, wenn die amtliche Zulassung vorliegt. Arnecke: „Ab Ende des Jahres werden acht Fahrzeuge den Probebetrieb mit Fahrgästen aufnehmen.“ Das Verkehrsunternehmen hat 60 Exemplare bestellt, der Senat will die Zahl noch auf 72 aufstocken. Die ersten 490er werden vor allem auf der S 21 eingesetzt, die ab 2021 auch bis Kaltenkirchen fahren soll.

Später ist das neue Schmuckstück auch für den Einsatz auf der geplanten S 4 nach Bad Oldesloe sowie auf der S 3/S 31 nach Stade vorgesehen; für diese Strecke sind Zweistromfahrzeuge bestellt, die außerhalb der Stadt mit Wechselstrom fahren. Die Passagiere können sich auf eine Reihe von Verbesserungen freuen. So sind die 66 Meter langen Züge mit ihren drei Wagen durchgängig begehbar. Es gibt mehr Platz für Rollstuhlfahrer, Gepäck und Kinderwagen sowie eine Klimaanlage. Ein modernes Monitor-Infosystem bietet Fahrgast-TV und Stations-Anzeigen in Form einer Perlenschnur. (mlo)

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