Zähl Pixel
Archiv

Ungewisse Zukunft für die Walkmühle

Die Ohrenser Walkmühle wird von den Pfadfindern genutzt. Foto Beneke

Die Ohrenser Walkmühle wird von den Pfadfindern genutzt. Foto Beneke

Das Obergeschoss der Jugendbildungsstätte bei Ohrensen ist aus Brandschutzgründen gesperrt.

Dienstag, 02.02.2016, 14:07 Uhr

In der Idylle des Landschaftsschutzgebiets, an der Mündung des Tiefenbachs in die Aue bei Ohrensen, liegt die historische Walkmühle. Das denkmalgeschützte Gebäude gehört dem Landkreis, der es als Jugendbildungsstätte vermietet. Zurzeit wird das Reetdachhaus vor allem von den Harsefelder Pfadfindern des Stammes Horse genutzt. Aufgrund brandschutzrechtlicher Bestimmungen wurde das Obergeschoss vor Kurzem geschlossen.

Entsprechende TAGEBLATT-Informationen hat der Pressesprecher des Landkreises, Christian Schmidt, inzwischen bestätigt. Früher wurde dort Schafs- und Ziegenfell zu Stoff gepresst, heute übernachten die Pfadfindergruppen in der Mühle. Zum Schlafen darf die obere Etage des Hauses allerdings jetzt nicht mehr genutzt werden. Fortan müssten sich die Kinder und Jugendlichen im Erdgeschoss zusammenrotten, erklärt der Leiter des Stammes Horse, Torben Dankers: „Das ist nicht so schön.“ Er sei eher beiläufig vom Stader Kreisjugendpfleger Dominik Tischner über die neue Situation in Kenntnis gesetzt und von der Schließung des Obergeschosses überrascht worden: „Ich habe nichts Schriftliches.“ Alle betroffenen Gruppen seien informiert und müssten sich den Vorgaben beugen. Gleichwohl wolle der Stamm noch nicht aufgeben und seinerseits einen Brandschutzexperten um seine Einschätzung bitten, so Dankers. Die Pfadfinder setzen auf ein Gespräch mit den Verantwortlichen im Amt für Gebäudewirtschaft.

Dass der Kreis als Eigentümer das Fachwerkgemäuer modernisiert, gilt als unwahrscheinlich. Verwaltungssprecher Schmidt verwies auf die hohen Kosten, die eine Sanierung mit sich bringen würde. Im Dorf kursieren bereits Gerüchte, denen zufolge das Haus veräußert werden solle. „Es ist tatsächlich so, dass der Landkreis das Objekt abgeben würde“, sagt Schmidt. Zu möglichen Interessenten und Preisvorstellungen äußerte er sich jedoch nicht.

Die Mühle steht mindestens seit dem 17. Jahrhundert am Tiefenbach, wurde 1931 für die Jugendarbeit umgebaut und ab 1934 von der nationalsozialistischen Hitlerjugend belegt. (bene)

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.