Marianne und Manfred Sosnowsk sind gemeinsam aktiv
Seit Jahren sind sie schon aktiv: Marianne und Manfred Sosnowski vor einem seiner gestickten Bilder im Wohnzimmer ihres Hauses auf dem Schragenberg. Foto Lohmann
Im Hintergrund sind sie stets aktiv, immer da, wo Bedarf ist, helfen Marianne und Manfred Sosnowski vom Schragenberg aus.Sie planen, organisieren und packen gemeinsam mit an – beim DRK, beim Theaterverein und beim Kinderschützenfest.
Im Wohnzimmer ihres Hauses in der Siedlung am Schragenberg hängen Familienfotos. Von Manfred Sosnowski gestickte Bilder und geknüpfte Teppiche schmücken Wand und Boden. Im Ruhestand sollte man nur noch das machen, was einem Spaß macht, meinen die zweifachen Eltern und Großeltern – und daran halten sie sich. „Wir machen alles zusammen“, erzählt der 71-jährige pensionierte Beamte, der, bei Husum geboren, 1948 mit seiner Familie nach Nottensdorf zog. Er lernte Betriebsschlosser und arbeitete bei der Bahn – bis zum Vorruhestand mit 58 im Oktober 2002. Der Pensionär, der mit seiner Frau in seinem Elternhaus lebt, baut und bastelt gern. 2002 baute er den Dachboden für seine Modelleisenbahn aus. Doch weiter kam er nicht, für das Hobby fehlte ihm die Zeit. „Wir haben noch nie Landweile gehabt“, sagt er. Ihr Kalender sei immer voll.
Das bestätigt Marianne Sosnowski, geborene Bierschwall und Horneburgerin, die ihn 1965 beim Schützenfest kennengelernt und 1968 geheiratet hatte. Als Bankkauffrau hatte die heute 69-Jährige bei der Kreissparkasse gearbeitet – bis ihre Kinder, Monika und Martin, geboren wurden. Als ihr Mann 2002 in den Ruhestand ging, „ging ich mit“, sagt sie.
Sie ergänzen sich gut. Als Rentner wurde Manfred Sosnowski Mitglied im DRK-Ortsverein Horneburg, in dem sich Marianne Sosnowski seit 30 Jahren ehrenamtlich engagiert. Seit 1994 ist sie Schatzmeisterin, 2003 wurde er Beisitzer. Und er hilft aus bei der DRK-Kleiderkammer „Die Rotkreuz-Fundgrube“, in der sie 20 Jahre mitgearbeitet hat und für die sie immer noch Ansprechpartnerin ist. Den Umbau vor zwei Jahren hat der handwerklich begabte Vereinsbeisitzer quasi allein vollbracht. „Das war schon eine ziemlich umfangreiche Sache“, sagt er, fast alles habe er selbst gemacht, etliche Stunden habe er damit zugebracht. Wenn „Not am Mann“ ist, sind beide immer noch mit dabei, „immer mal wieder und bei Bedarf“, sagt Marianne Sosnowski, die früher den Einsatz der freiwilligen Helferinnen koordinierte.
Der Vorsitz wechselte: Silke Joneleit löste Frauke Brinkmann ab – Marianne Sosnowski aber blieb Schatzmeisterin. Schon seit 1992 leitet sie den DRK-Seniorennachmittag mit Kaffeetrinken, Kartenspiel, Klönen und Singen im Burgmannshof – im Wechsel mit anderen Helferinnen. Seit 2000 organisiert sie die Ausfahrten: die Tagesfahrt für DRK-Mitglieder und die Nachmittagsfahrt für Senioren. Zusammen überlegen Sosnowskis, wohin der nächste Ausflug gehen soll: nach Dornbusch, Gnarrenburg, Soltau oder Heeslingen, zum plattdeutschen Theater in Hüll oder zum Back-Theater in Walsrode. Mittagessen und Kaffeetafel müssen geplant werden und das Programm, mal eine Schifffahrt, mal eine Besichtigung, an der noch alle teilnehmen können. „Wir fahren vorher hin und schauen uns alles an“, erzählt Manfred Sosnowski. Auch das Frühstück für die DRK-Helferinnen, ein- bis zweimal im Jahr, wird von Marianne Sosnowski organisiert. Seit 2003 leitet sie zudem den Blutspendedienst mit fünf Terminen für die Gemeinden Nottensdorf, Dollern und Bliedersdorf. Bei der Mitgliederwerbung sind beide im Einsatz. Es sei mühsam, berichtet er, von 800 Flyern, die verteilt würden, kämen zwei Rückmeldungen.
Bei seiner Frau laufen auch die Fäden für den Kartenvorverkauf für die Auftritte der „Hornbörger Pannkoken“ zusammen. Denn in der 1986 gegründeten, niederdeutschen Theatergruppe ist Manfred Sosnowski seit 1987 Schauspieler und Kassenwart, seit 1993 auch Bühnenbauer.
Beim Schützenverein ist Manfred Sosnowski Mitglied seit 40 Jahren. Als die Kinder klein waren, organisierte er in der Kinderkommission das Kinderschützenfest, zwölf Jahre lang war er „KiKo“-Vorsitzender. In der Zeit nahm er am Schießsport teil, heute schießt das Ehrenmitglied nur noch beim Schützenfest. Seine Frau stand ihm stets zur Seite – bei der Organisation wie beim Spendensammeln zur Finanzierung des Kinderschützenfestes; seit 16 Jahren ist der Vereinsschütze als Spendensammler unterwegs.
Im Vordergrund zu stehen, ist ihre Sache nicht. Sosnowskis ziehen es vor, im Hintergrund zu wirken. Sie springen aber gern ein, wenn jemand zum Helfen gesucht wird. „Achter’n Oben kann ick jümmer noch sitten“, zitiert Manfred Sosnowski seine Schwiegermutter Trienchen Bierschwall.