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Die andere Seite der Sissi

Selbstzerstörerische Liaison: Elisabeth (Roberta Valentini) und der Tod (Mark Seibert). Foto Labelle/Juliane Bischoff

Selbstzerstörerische Liaison: Elisabeth (Roberta Valentini) und der Tod (Mark Seibert). Foto Labelle/Juliane Bischoff

„Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi“ ist ein Musical über die andere Seite der schönen Kaiserin. Der Welterfolg kommt zum ersten Mal nach Hamburg und wird vom 19. Februar bis 27. März im Mehr! Theater gespielt.

Freitag, 29.01.2016, 14:00 Uhr

Das ist der Stoff, aus dem große Dramen sind: Liebe, Macht, Ruhm, Schönheit, Verzweiflung, Mord. Erzählt wird die Geschichte entlang einer einzelnen Person der Weltgeschichte – Elisabeth, geboren 1837 in München, erstochen als österreichische Kaiserin 1898 in Genf. Ihr Schicksal füllt Bücher, Filme, Theaterstücke, Museen.

Dass es einmal das erfolgreichste deutschsprachige Musical werden würde, erwartete zur Uraufführung 1992 durch die Vereinigten Bühnen Wien wohl niemand. Im Gegenteil, die Presse habe damals mit Häme gegen diese neue, dunklere Sicht auf die österreichische Nationalheilige gewettert, heißt es in der Pressemitteilung zu dem Musical. Aber Autor Michael Kunze habe der naiv-herzigen Sissi aus den frühen Kitsch-Filmen das Bild einer starken, gebildeten, selbstbestimmten Frau entgegensetzen wollen, die ihrer Zeit weit voraus war. Dafür schuf er ein Drama über die Prinzessin aus Bayern, die mit 16 Jahren den Kaiser von Österreich heiratet, aber nicht lange glücklich bleibt und den Goldfesseln des Wiener Hofes bald durch ausgedehnte Reisen entflieht.

Es sei „ein genialer Kunstgriff des Autors“ gewesen, heißt es weiter, der schönen kühlen Elisabeth die Figur des Todes an die Seite zu stellen. Mit ihm pflegt sie Zeit ihres Lebens eine sehnsuchtsvolle und selbstzerstörerische Liaison, bevor sie sich ihm schließlich ergibt. Der Komponist Sylvester Levay schuf dazu „eine so anrührende wie unpathetische Sinfonik mit starken Momenten“. Das Wiener Publikum habe sechs Jahre lang Abend für Abend geschluchzt, bevor das Musical mittlerweile an die zehn Millionen Zuschauer in aller Welt eroberte. Heute ist es in sechs Sprachen übersetzt, auch ins Japanische und Koreanische.

Oft verlieren Musicals mit den Jahren ihren Zauber, aber „Elisabeth“ wurde nicht als unveränderlich eingefroren wie Broadway-Stücke, sondern bearbeitet und 2008 von Harry Kupfer und dem Bühnenbildner Hans Schavernoch neu inszeniert. Auch Szenen und Lieder veränderten oder ergänzten die Autoren im Laufe der Jahre. Ein für die japanische Fassung geschriebenes „Rondo des Todes“ wurde jetzt auch in die deutschsprachige Inszenierung aufgenommen. Außerdem erscheine die heutige Fassung durch raffinierten Licht- und Hightech-Einsatz moderner als am Anfang. (st/chw)

Informationen

Musical „Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi“.

Mehr! Theater (Banksstraße 28).

18. Februar bis 27. März, außer montags. Dienstag und Mittwoch 18.30 Uhr, Donnerstag und Freitag 19.30 Uhr, Sonnabend 15 Uhr und 19.30 Uhr, Sonntag 14 und 19 Uhr.

Karten: 39,50 bis 118,50 Euro, unter 0 40 / 47 11 06 33 und in Vorverkaufsstellen.

www.elisabeth-das-musical.com

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