Derbe Zoten bei der elften Fastnacht
Mitwirkende der Fastnacht rund um den Veranstalter und Moderator Bodo Kromus (rechts) sorgten für ausgelassene Stimmung im Gemeindehaus. Nicht nur bei der Kostümwahl bewiesen viele der Teilnehmer Selbstironie. Foto Lankuttis
Ausgelassene Stimmung herrschte bei der elften Hollern-Twielenflether Fastnacht. Mal neckisch, mal derbe traten die Büttenredner und –rednerinnen auf und frotzelten mit Vorliebe über das andere Geschlecht.
Sie nahmen sich manch Anwesende und die Politik vor. Die 120 Besucher im Gemeindehaus hatten viel zu lachen.
Moderiert von Bodo Kromus und begleitet vom Blasorchester Altes Land sprang der Funke schnell über. Die „Schludertante vom Deich“ Sigrid Borgmann trat diesmal nicht im Putzkittel, sondern ganz neckisch als feine Dame auf, weil sie eine Kreuzfahrt gewonnen hat. Wie sie sich auf die feine Gesellschaft vorbereitet, erzählte sie auf Platt mit herrlich falsch ausgesprochenen englischen Begriffen.
Bürgermeister Timo Gerke und Uschi Kusel als Alma und Alfred verteilten schlüpfrige Seitenhiebe auf anwesende und bekannte Hollern-Twielenflether. Dem stand auch Hans-Hermann Cordes bei seinem Tratsch auf platt in nichts nach. Die Gäste waren gespannt: Wer kommt jetzt dran? Cordes betörte außerdem mit nackter, aufgeschnallter Brust als muskulöser Boxer. Als „Wahlkämpfer“ warb er für die „Partei der freien Schornsteinfeger“ in Anspielung auf Bürgermeister Timo Gerke.
„Mein lieber Timo lauf“, sang Ingrid Schmorl in der Bütt das abgewandelte Jägerlied, und das Publikum stimmte ein. Ingrid Schmorl sang bemerkenswert schräg auch über den neuen Müller und den neuen Wirt im Ort. Sänger Peter Schmorl nahm sich in Reimen zu Opernstücken die große Politik vor. Er plädierte dafür, Flüchtlinge aufzunehmen. Gar nicht ernst waren die „NFE-Hipp- Hoppers“ aus Iselersheim. Mit viel drögem Humor präsentierte der Männerchor von Organistin Sonja Haack Witze und Lieder wie „Es ist so kalt im Gletscherspalt“, begleitet von Haack am Akkordeon.
Das Publikum im Gemeindehaus war regelrecht begeistert. Es machte auch gut mit bei den Stimmungsliedern des Blasorchesters Altes Land, bis es zum Abschluss mit dem Klassiker „Heile, heile Gänsje“ besinnlich wurde. Auch die Bläser selbst vom Blasorchester wie Uli Müller und Ulf Wiebusch (siehe Foto) hatten sich hübsch zurecht gemacht für die Feier. Zu Beginn hatte Pastor Uwe Junge bei einer Andacht in der Kirche den Flügelaltar zugeklappt.
Uli Müller und Ulf Wiebusch.
Hans-Hermann Cordes.