Ein genauer Blick auf ihr neues Haus
Im Gespräch (von links): Architekt Bernd Mügge, George Wittenberg, Alexander Dankers, Steffen Kühlke und Isa Bruns. Foto Klempow
Die Meinung der Jugendlichen in Himmelpforten ist bei der Planung des Jugendhauses gefragt.
Das ist neu: Im Ratssaal Himmelpforten hängen die Vorschläge der Architekten. Die Zeichnungen werden ganz genau betrachtet. Knapp 20 Jugendliche sind gekommen, um bei den Entwürfen für ihr Domizil mitzureden. Das alte Jugendhaus war im Herbst abgebrannt
Die Architekten Bernd Mügge und Uwe Cappel zeigten auf Einladung der Samtgemeinde, wie sie sich das neue Jugendhaus in Himmelpforten vorstellen. Rund 380 000 Euro darf der Bau an der Schulstraße kosten. „Unser sportliches Ziel ist es, das Jugendhaus noch in diesem Jahr fertigzustellen“, sagte Jens Martens, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Die Diskussion um den genauen Standort sei in der Politik noch nicht abgeschlossen.
Architekt Uwe Cappel hat ein lang gestrecktes Haus mit Satteldach und robusten Verblendern entworfen. „Möglichst einfach, schlicht, massiv und kostengünstig“, sagte er. Das Dach könne auch ein Blechdach sein. Die gewünschten zwei Gruppenräume in gleicher Größe (jeweils rund 40 Quadratmeter), das Büro von Jugendpflegerin Claudia Pernak im Eingangsbereich, die Küche und ein Aktivitätsraum sind neben Sanitär-, Abstellräumen und Technikraum vorgesehen. Die großen Gruppenräume liegen nebeneinander. Die Jugendlichen durften ihre Wünsche äußern, eine mobile Trennwand aber sei wohl zu teuer, sagte Martens. Ein von außen zugänglicher Abstellraum kam auf die Wunschliste. Die Küche über einen Tresen oder ein Fenster an den einen Gruppenraum anzubinden, war ein weiterer Vorschlag aus den Reihen der späteren Hausnutzer.
Auch den zweiten Plan schauten sich die Jugendlichen im Detail an. Architekt Bernd Mügge legte die Zeichnung eines massiven Hauses mit Pultdach vor. Er könne sich auch farbige Fassadenteile vorstellen, sagte Mügge. Auch hier liegt das Büro der Jugendpflegerin im Eingangsbereich, daneben findet sich der gewünschte Aktivitätsraum, der den Teenagern aber ein wenig zu klein schien. Durch einen Versatz in der Hauswand ist der Eingang überdacht.
Die beiden Gruppenräume haben jeweils einen Abstellraum und sind durch Küche und Flur getrennt. Das kam bei denen gut an, die sich im Jugendhaus auch mal mehr Distanz zwischen den Gruppen und mehr Ruhe wünschen. Auch der von außen zugängliche Abstellraum sammelte Pluspunkte. Jeder Gruppenraum hat nach Süden viel Glas und einen Ausgang auf die Terrasse. Insgesamt wünschten sich die Jugendlichen das Haus einen halben Meter länger. Sowohl der Aktivitätsraum als auch der Flur würden so an Fläche gewinnen. Beim Kindertag könne es im Flur sehr voll werden.
Jens Martens notierte alle Wünsche und wollte schließlich von den Jugendlichen wissen, welchen Entwurf sie bevorzugen. Das Votum für den Mügge-Plan war eindeutig. Diese Empfehlung nimmt Martens mit in die Politik. Die setzt sich im März mit den Anregungen der Jugendlichen auseinander, bei einer gemeinsamen Sitzung der zuständigen Fachausschüsse für Jugend und Bau- und Planung. Sollte sich der Zeitplan der Kommune noch gravierend ändern, „teilen wir euch das mit“, versprach Martens den Jugendlichen.
Termin
Auch Oldendorf braucht ein Domizil für die Jugend. Am Montag, 8. Februar, stellen die Architekten ab 17 Uhr ihre Entwürfe für Oldendorf in den Räumlichkeiten der Jugendpflege (Grund- und Oberschule Oldendorf) vor. Gefragt ist die Meinung der Jugendhausnutzer.