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Kinderschiff bekommt kleines Beiboot

In Schiffsform prägt der DRK-Kindergarten (hier ein Archivbild) das Schul- und Sportzentrum in Hammah. Nach über 40-jähriger Betreuungsarbeit ist er jetzt so groß geworden, dass er nicht mehr erweitert werden kann. Foto Eidtmann

In Schiffsform prägt der DRK-Kindergarten (hier ein Archivbild) das Schul- und Sportzentrum in Hammah. Nach über 40-jähriger Betreuungsarbeit ist er jetzt so groß geworden, dass er nicht mehr erweitert werden kann. Foto Eidtmann

Die Gemeinde Hammah wird einen zweiten Kindergarten speziell für Krippenplätze bauen. Für Kinder unter drei Jahren zeichnet sich im bestehenden Kindergarten DRK-Kinderschiff schon zum Sommer ein großer Engpass ab.

Montag, 01.02.2016, 16:19 Uhr

Schon der Jugend- und Sozialausschuss hatte sich einstimmig für einen Neubau mit Erweiterungsoption ausgesprochen. Auch der Rat fällte sein Votum einmütig und beauftragte die Verwaltung, eine entsprechende Fachplanung einzuleiten. Alle Fraktionen sehen die Dringlichkeit ein. Zum neuen Kindergartenjahr stehen bereits über 20 Kinder auf der Warteliste.

Eine Erweiterung des Kinderschiffes ist rechtlich nicht mehr möglich. „Dort gibt es bereits fünf Vormittagsgruppen“, klärte Gemeindedirektor Holger Falcke auf. Deswegen war in Kuratorium und Politik die Idee entstanden, einen selbstständigen Zweigruppenkindergarten für Krippenkinder auf dem Gelände der Kita zu platzieren, die seit über 40 Jahren besteht. Auch diese kleine Einrichtung, so die Absichtserklärung, sollte in Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes stehen.

Laut Verwaltungsvorlage wird mit Baukosten in Höhe von 500 000 Euro und einem maximalen Zuschuss von 360 000 Euro gerechnet. Dass die Gemeinde Hammah wegen eines Babybooms 30 zusätzliche Krippenplätze braucht, lässt sich belegen – das ist entscheidend für eine Förderung. Im Rat gab es die ersten Anregungen, gleich über eine dritte Gruppe mit 15 weiteren Plätzen nachzudenken. Stefan Holst (OLH) warf ein, dass man sicherlich noch Flüchtlingskinder unterbringen müsse. Die hätten auch ein Recht auf einen Kindergartenplatz. „Es wäre doch unglücklich, wenn wir erst zögern und im Jahr drauf dann doch anbauen müssen“, findet auch Jörn Breuer (CDU). Marc-André Wolfkühler (SPD) gab zu bedenken, dass man auch das Personal finden müsse. Er berichtete von einer angespannten personellen Situation im DRK-Kindergarten und wie schwer es jetzt schon sei, Ersatz für erkranktes Personal zu finden. „Vielleicht können wir als Gemeinde etwas tun“, war seine Überlegung, Anreize zu schaffen. Gemeindedirektor Holger Falcke hielt entgegen, dass man dem DRK als Arbeitgeber nicht dazwischen funken könne.

An den in der Ratssitzung anwesenden Architekten Bernd Mügge ging die Frage, wann frühestens mit einer Einweihung zu rechnen sei. Er konnte wenig Hoffnung auf eine schnelle Realisierung machen. Allein für den Bauantrag und bis zur Vergabe würden fünf Monate ins Land ziehen. „Es wird Sommer 2017“, schätzt auch der Gemeindedirektor. „Dann müssen wir uns rechtzeitig Gedanken machen, wie wird die Betreuung in der Übergangszeit regeln“, gab Sozialdemokrat Marc-André Wolfkühler zu bedenken.

Ihre moderaten Kindergartengebühren wird die Gemeinde Hammah vorerst noch beibehaltden. Der Rat votierte bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung dafür, eine Veränderung der Gebühren zunächst zurückzustellen. Zunächst müssten der Umfang des künftigen Angebotes geklärt und das Gesamtdefizit errechnet werden. Einen Antrag auf Erhöhung hatte im Fachausschuss die OLH gestellt. Die Gemeinde deckt ein Jahresdefizit von fast einer halben Million Euro. Man habe eine Grenze erreicht, die sich auf Dauer nicht mehr finanzieren lasse, so die Sprecher der Offenen Liste. Sie sehen den neuen Rat in der Pflicht, eine Überarbeitung der Gebühren vorzunehmen.

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