Abwasser billiger trotz Investitionen von 22 Millionen
Die Abwasserentsorgung wird in der Hansestadt Stade im kommenden Jahr etwas preiswerter. Die Gebühr für einen Kubikmeter Abwasserentsorgung wird um neun Cent auf 1,70 Euro pro Kubikmeter gesenkt.
Die Abwasserentsorgung wird in der Hansestadt Stade im kommenden Jahr etwas preiswerter. Die Gebühr für einen Kubikmeter Abwasserentsorgung wird um neun Cent auf 1,70 Euro pro Kubikmeter gesenkt.
Jahre zuvor war dieser Preis stabil. Diese Satzungsänderung empfahl der Betriebsausschuss der Abwasserentsorgung Stade (AES) jetzt einstimmig. Letztes Wort hat der Rat.
Diese leichte Kostensenkung ist Folge von erheblichen Neuanschlüssen vor allem in der Heidesiedlung. Mehr Nutzer führen zu Preissenkungen. Bei der Regengebühr, also der Entwässerung des Oberflächenwassers, soll es im Übrigen bei dem Satz von 0,54 Euro pro Kubikmeter bleiben. Seit Jahren seien diese Preise stabil, sagt der Chef der Stadtwerke, die auch die Geschäfte der AES führen, Christoph Born.
Doch das werde in den kommenden Jahren nicht so bleiben, so Born weiter. Er kündigte bis 2019 moderate Preiserhöhungen an. Der Grund sind erhebliche Investitionen, die die AES vor allem ins Kanalnetz plant. Zwar wurde auch in den Vorjahren schon kräftig investiert, aber im kommenden Jahr etwa wird die Zahl der Gesamtinvestitionen eine Rekordhöhe erreichen.
Knapp 22,7 Millionen Euro wird die AES 2016 investieren, 2015 waren es immerhin auch schon 15,7 Millionen Euro, aber im Jahr davor nur knapp 3,5 Millionen Euro. Das meiste Geld soll im kommenden Jahr für die Erneuerung und vor allem Erweiterung der Oberflächenentwässerung ausgegeben werden. 11,7 Millionen Euro sind das insgesamt. Fast neun Millionen Euro fließen dann in die Schmutzwasserkanäle. Ein wesentlicher Grund für diese insgesamt hohen Investitionen in die Kanalnetze sind die für 2016 geplanten großen Straßenbaumaßnahmen in Schölisch und Bützfleth, wo die Ortsdurchfahrten komplett erneuert werden. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Kanalnetze saniert beziehungsweise um Regenkanäle ergänzt. Allein für Schölisch werden für beide Kanalnetze rund 5,6 Millionen Euro ausgegeben.
1,75 Millionen Euro werden dann noch in das Klärwerk investiert, das in den vergangenen Jahren komplett saniert wurde. Am teuersten ist hier im nächsten Jahr ein Notstromaggregat für 800 000 Euro und die Herrichtung des Betriebsgebäudes nebst Außenanlagen für 550 000 Euro.
Diese Gesamtinvestitionen stehen ebenso im Wirtschaftsplan für das bevorstehende Jahr wie die laufenden Kosten und Einnahmen. Danach wird die AES rund 10,2 Millionen Euro an Gebühren einnehmen. Dem stehen neben diversen kleineren Posten an großen Summen Ausgaben für Personal von 1,5 Millionen Euro, Zinsen von 1,6 Millionen Euro, Abschreibungen von 2,6 Millionen Euro und Aufwendungen für Reparaturen, Energie, Material und Fremdleistungen von 2,9 Millionen Euro gegenüber. Am Ende bleiben 442 000 Euro an Gewinn übrig, die in die Rücklagen fließen. Auch diesem Wirtschaftsplan stimmte der Betriebsausschuss einstimmig zu.
Lob für die Stadtwerke
Großes Lob gab es von allen Fraktionen über die Betriebsführerschaft der Abwasserentsorgung Stade (AES) durch die Stadtwerke und ihren Chef Christoph Born. Das laufe alles viel besser – auch für die Gebührenzahler – als vorher, so der Tenor. Denn im Haushalt der Stadt sei mit Überschüssen aus den Gebühren so manches Loch gestopft worden.