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Am Donnerstag kommt Leben in das Kreiswehrersatzamt

Stadt Stade schafft ihre erste zentrale Unterkunft – Flüchtlinge ziehen in der Albert-Schweitzer-Straße und in das Boardinghouse in Ottenbeck ein.

Von Lars Strüning Dienstag, 02.02.2016, 15:37 Uhr

Das Konzept ging viele Monate auf, jetzt stößt die Stadt Stade mit der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen an ihre Grenzen. Ab Donnerstag werden innerhalb von acht Tagen 150 zusätzliche Flüchtlinge aufgenommen werden müssen. Sie kommen vorwiegend aus den beiden Notaufnahmelagern des Landkreises an den Berufsbildenden Schulen in der Glückstädter Straße und an der Fröbelschule.

Weil damit die Zahl der von der Stadt zu betreuenden Flüchtlinge auf 820 steigt, werden mit dem Schwung, der am Donnerstag aufgenommen wird, die ersten Menschen in das ehemalige Kreiswehrersatzamt einziehen. Maximal 100 sollen es werden, die in der Albert-Schweitzer-Straße ihr Quartier auf Zeit beziehen.

Die Stadt hat sich auf die Aufgabe vorbereitet, so Bürgermeisterin Silvia Nieber am Dienstag während eines Pressegesprächs. Ein Wachdienst wird nachts und tagsüber Streife fahren, Dolmetscher werden eingestellt wie auch ein Hausmeister. Die Stadt stellt einen Ansprechpartner, der stundenweise den Flüchtlingen zur Verfügung steht, um ihnen im Alltag eine Orientierung zu geben. Die Stadt hat für die Nutzung der Immobilie einen Vertrag mit dem Bund abgeschlossen, muss aber keine Miete zahlen. Den Ausbau zu Asylunterkünften hatte sie in den vergangenen Wochen in Eigenregie betrieben.

Wachdienste und Hausmeister werden auch im Boardinghouse in Ottenbeck vorgehalten, wo möglicherweise bis zu 50 Menschen einziehen sollen.

Parallel dazu treibt die Stadt den Bau von zwei Unterkünften an, die nahe des Boardinghouses am Sophie-Scholl-Weg Platz finden sollen, dort, wo bereits zwölf Asylbegehrende wohnen und eine Fahrradwerkstatt installiert ist. Klar sei dabei, dass die Zahl von 200 Flüchtlingen in Ottenbeck nicht überschritten werden soll. „Schlichtwohnheime“ nennt Stadtbaurat Lars Kolk diese Art der Gebäude, die bis Ende Juni fertiggestellt sein sollen und Platz für bis zu 100 Flüchtlinge bieten werden. Das Besondere hier: Es handelt sich um Unterkünfte mit schlichtem Standard – in einem Gewerbegebiet. Dieses Privileg hat der Gesetzgeber den Kommunen eingeräumt, es gilt bis 2019. Was dann mit den neuen Häusern passiert, ist ungewiss. Kolk gibt ihnen eine Lebenszeit von 20 Jahren.

Generell verfolgt die Stadt eine andere Linie. Sie wird dieses Jahr ein Wohnungsbauprogramm auflegen, wie seit Jahren nicht mehr, so Silvia Nieber. Damit soll dem generellen Mangel an preiswerten Wohnungen begegnet werden, der sich durch die Flüchtlingsfrage verschärft hat. Nieber legt Wert auf die Feststellung: „Wir tun für alle Menschen was, nicht nur für die Flüchtlinge.“

Personalien

Der gebürtige Stader Marc Olszewski soll der neue Leiter der Stadtjugendpflege in Stade werden. Diese Personalie hat Bürgermeisterin Silvia Nieber am Dienstag bekannt gegeben. Olszewski hat dieses Amt bisher in Buxtehude inne. Er folgt der kommissarischen Leiterin Claudia Naaf-Pawolka, die demnächst die Kindertagesstätte im Altländer Viertel leiten wird. Deren derzeitige Leiterin Angelika Pischner scheidet aus Altersgründen zum 30. April aus.

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