Zähl Pixel
Archiv

Bereits 602 Jahre im Dienst der Armen in Stade

Bei dem traditionellen Stiftungsfest der St.-Pankratii-Brüderschaft im Stadeum darf der Papierwurf nicht fehlen. Foto Schattke

Bei dem traditionellen Stiftungsfest der St.-Pankratii-Brüderschaft im Stadeum darf der Papierwurf nicht fehlen. Foto Schattke

St.-Pankratii-Brüderschaft feiert traditionelles Stiftungsfest mit 300 Gästen – Lachsalven und erstere Töne bei vielen Grußworten.

Sonntag, 31.01.2016, 17:09 Uhr

Traditionell feierte die St.-Pankratii-Brüderschaft ihr Stiftungsfest am Sonnabend im festlich geschmückten Saal des Stadeums mit 300 Gästen. Der festgebende Bruder Olaf Gatzke stellte seinen Trinkspruch auf die Gäste unter das Motto des Predigers Salomo im Alten Testament: Alles hat seine Zeit – schaffen und helfen hat seine Zeit und auch feiern hat seine Zeit.

Er zeigte dabei auf, wie sehr er auf den Boden der Realität zurückgeholt wird, wenn er die gesammelten Spenden unbürokratisch und unmittelbar an Bedürftige weitergibt. In seiner Eröffnungsrede bat der Präs. Ältermann Jürgen Baacke darum, „groottögsch för all de Bedürftigen to spennen“.

Bruder Henning Porth spannte den Bogen in seiner Rede auf die Landeswohlfahrt von Gewalt, Flucht und Vertreibung in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, zu der Unvorstellbarkeit des menschlichen Elends im Nahen Osten und Afrika. Seine Kernaussage, Deutschland könne die Probleme der Flüchtlinge in der Welt nicht lösen, aber im Mikrokosmos unserer Region können wir doch Menschlichkeit zeigen .

Wahre Lachsalven entfachte Bruder Dierk König mit seinem auf plattdeutsch vorgetragenen Trinkspruch auf die Frauen und Jungfrauen. Ausgehend von der klaren Rollenverteilung in der Steinzeit bis in die Neuzeit, in der unklar ist, welches Geschlecht wofür zuständig ist. Der neue Stadtbaurat Lars Kolk empfand es als große Ehre, die Grüße der Hansestadt Stade überbringen zu dürfen. Er bezog sich auf die Chronik und stellte heraus, dass unzählige Mitglieder der Brüderschaft durch ihre berufliche Tätigkeit einen Einfluss auf die Gestaltung der Stadt hatten.

Die Erwiderung der Gäste, vorgetragen von Herrn Philip Plath, sagte, Gäste dürften stolz sein, an diesem Abend an dieser Ehrwürdigen Gemeinschaft teilnehmen zu dürfen. Er schloss seine Rede mit den Worten, ein vivat, crescat, floreat Bruderschaft St. Pankratii ad multos annos. (Lebe, wachse, blühe noch viele Jahre).

Den Abschluss bildete Pastor Pipiers aus Drochtersen mit den Worten, Gott sprach es werde Licht und es ward Licht. Mit diesem Satz der Bibel sollte das geistliche Wort dann schon beginnen, wenn der festgebende Bruder mit seiner Frau Gesa ein E-Werk als Arbeitsplatz sein Eigen nennt. (st)

Brüderschaft

Die Entstehung der Brüderschaft liegt weitestgehend im Dunkeln. Beim großen Brand von Stade 1659 sind die meisten schriftlichen Unterlagen vernichtet worden. Die älteste erhaltene Rechnungslegung gibt Hinweis auf die Jahre 1415 bis 1567. Man vermutet, dass die Anfänge der Brüderschaft im 14. Jahrhundert liegen. Zunehmend öffnet sich die Brüderschaft der Unterstützung sozialer Einrichtungen und der Förderung von Jugendlichen.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.