Bunte Outfits und flotte Choreografien - Mit Fotogalerie
Mit bunten Glitzerkostümen und Liedern aus dem Musical „Mamma Mia“ begeisterte das Ensemble auf der Stadeum-Bühne. Foto Beneke
Drehende Discokugeln schießen zarte Lichtstrahlen durch den Raum. Artisten in glitzernden Overalls springen über die Bühne. Aus den Lautsprechen tönen die Hits der schwedischen Popgruppe Abba. Die Zuschauer klatschen im Takt.
Das Ensemble der Broadway Musical Dance Company bringt bei der Nacht der Musicals am Montagabend eine kurzweilige Zeitreise durch vier Jahrzehnte Musikgeschichte aufs Parkett. Die Stimmung im fast ausverkauften Hansesaal des Stadeums ist zweieinhalb Stunden lang ausgelassen.
Dabei beginnt die Gala, die den Angaben im Programmheft zu Folge die erfolgreichste ihrer Art sein soll, mit andächtiger Stille und in tiefer Dunkelheit. Der schweizerische Schauspieler Martin Hulan besingt, ganz in Schwarz gehüllt, das schaurig-schöne Lied der „totalen Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“.
Eine anrührende Szene mit einem glänzenden Solisten, die sogleich von modernem Rap unterbrochen wird. In rotes Licht getaucht und mit einem langen Mantel bekleidet steht der ungarische Darsteller Tamas Szaraz als „Jesus Christ Superstar“, der Hauptfigur des gleichnamigen Musicals, dicht am Bühnenrand. Junge Frauen in roten Lederkleidchen tänzeln um ihn herum und schmachten ihn an. Zum ersten Mal seit Beginn der Show, die ohne einen Moderator auskommt und mit ihrem schnellen Tempo besticht, klatscht das Publikum laut mit.
Auf eine fetzige Hommage an den verstorbenen Sänger Falco folgt das emotionale Solostück „Memory“ aus „Cats“. Einem Medley mit bekannten Liedern des Rockers Udo Lindenberg schließt sich das gesungene Gebet „Bring ihn heim“ aus „Les Miserables“ an. Gekonnt verbindet die Crew, deren Mitglieder teilweise seit Jahrzehnten auf den europäischen Musicalbühnen zu Hause sind, flotte und ruhige Episoden, lässt die Besucher einen Augenblick voller Ehrfurcht der Musik lauschen und im nächsten Moment mitgerissen in die Hände klatschen.
Insbesondere die Songs von Abba haben es ihnen angetan. Bei „Mamma Mia“ und „Super Trouper“ bleibt kaum ein Zuschauer ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Die Darsteller verstehen es, den Nerv des Publikums, das sie immer wieder direkt ansprechen, zu treffen. Ihre farbenprächtigen Kostüme tun ihr Übriges. „Da muss ich mich richtig beherrschen, nicht gleich mitzusingen“, raunt eine Zuschauerin in der Pause ihrem Mann zu. Kein Wunder bei den eingängigen Hits, die Generationen geprägt haben.
Musicals stehen bei den Menschen in der Region seit Jahren hoch im Kurs. Anders ist es nicht zu erklären, dass sowohl die Musical Night am Sonnabend auf der Halepaghenbühne in Buxtehude als auch das ähnlich gestrickte Programm am Montagabend im Stadeum in Stade so großen Zuspruch gefunden haben.