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Die Helden der Jugend haben es immer noch drauf

Gary Garrison musste ohne seine Band Ohio Express den Einsbrecher des Abends spielen. Fotos Schulz

Gary Garrison musste ohne seine Band Ohio Express den Einsbrecher des Abends spielen. Fotos Schulz

In den 60er und 70er Jahren waren sie die großen Helden der Musikszene. Mit Hits wie „No Milk today“ oder „Is this the Way to Amarillo“ prägten Tony Christie, Vanity Fare und Co. eine ganze Generation. Sonntagabend im Stadeum standen sie alle wieder auf der Bühne.

Von Alexander Schulz Sonntag, 31.01.2016, 20:16 Uhr

Sie begeisterten ihre Fans nach 50 Jahren noch immer. Den Eisbrecher des Abends musste Gary Garrison spielen. Ohne die Band „Ohio Express“ glich sein Auftritt an einigen Stellen eher dem eines Alleinunterhalters. Diese Rolle füllte Garrison jedoch gekonnt aus und nahm sich selbst und vor allem sein Alter auf die Schippe. Obwohl die Stimmung nicht sofort rüberkommen wollte, schaffte es Garrison nach und nach die gut 450 Fans zu animieren. „Es war enttäuschend, dass die Ohio Express nicht dabei waren, aber er hat das gut gemacht“, sagte Susanne Holsten aus Rotenburg.

Wie viele andere im Publikum war Susanne Holsten gestern im Stadeum, um die Musik ihrer Jugend zu hören. „Das ist ein Stück Nostalgie“, sagten auch Inge und Winfried Hollmichel aus Stade. Manfred Binken aus Zeven ist eigentlich noch zu jung, um die Helden der 60er und 70er als Musik seiner Jugend zu bezeichnen, freute sich aber trotzdem auf die Auftritte der Musik-Ikonen. „Ich mag diese Musik einfach gerne.“

„Yummy, yummy, yummy, I got love in my tummy“, trällerte Gary Garrison zum Ende seines Auftritts und ließ die Bubblegum-Ära im Stadeum noch mal aufleben. Noch während sich der Sänger vom Publikum verabschiedete und der Applaus tobte, kam Moderator Uwe Richter auf die Bühne und unterbrach das Stimmung jäh. Mit wenig Gefühl für das Publikum, wirkte der Moderator auf der Bühne wie ein Fremdkörper.

Ganz anders dagegen die Gruppe „Vanity Fare“. Die vier angegrauten Herren kamen in Anzügen auf die Bühne, lieferten aber eine Vorstellung ab, die überhaupt nicht steif war. Mit Greensbaums „Spirit in the Sky“, oder dem Klassiker „Mr. Tambourine Man“ von Bob Dylan boten sie mehr als nur ihre eigenen Songs. Sogar ein paar neue Stücke hatte die britische Popband, die ihre Hochphase Ende der 60er Jahre hatte, im Programm.

Auch wenn sie ihre besten Zeiten lange hinter sich haben, brachten es die vier alten Männer fertig, dass sich das zunächst etwas zurückhaltende Publikum erhob und nicht nur klatschte, sondern auch tanzte. Für ihren größten Hit „Hitchin‘, a Ride“ bekamen die Ur-Popper stehende Ovationen und einige Fans johlten wie sie es vermutlich als Teenager auch getan hätten. „Die haben richtig Stimmung gemacht“, war auch Susanne Holsten voll überzeugt. Ihr Mann pflichtete ihr bei. „Nur den Moderator hätten sich die Veranstalter sparen können“, schob er hinterher.

Ines Behne und Manfred Binken aus Zeven freuten sich am meisten auf Herman‘s Hermits.

Ines Behne und Manfred Binken aus Zeven freuten sich am meisten auf Herman‘s Hermits.

„Ich fand es gut, dass Garrison sich selbst nicht zu ernst genommen hat“, sagte Susanne Holsten .

„Ich fand es gut, dass Garrison sich selbst nicht zu ernst genommen hat“, sagte Susanne Holsten .

Inge und Winfried Hollmichel aus Stade freuten sich, die Musiker ihrer Generation hören zu können.

Inge und Winfried Hollmichel aus Stade freuten sich, die Musiker ihrer Generation hören zu können.

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