Tipps jenseits des touristischen Mainstreams
Stade auf dem klassischen Wege: Die norddeutschen Touristiker machen eine Fleetkahn-Tour.
Was machen Tourismus-Experten aus Niedersachsen, wenn sie in Stade eine Tagung haben? Das, was viele Besucher machen: eine Tour mit dem Fleetkahn. Klingt nicht besonders spannend, hilft aber beim Blick über den eigenen Tellerrand.
Kreativ mussten die Vertreter von 17 Städten aus dem Norden dennoch werden, ihr Zusammenschluss „aboutcities“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das jüngere Publikum anzusprechen.
Wer sich modern geben will, greift gern aufs Englische zurück. So gehen die Touristiker online, bieten für jedermann einen Blog an, versuchen so den „young urban professional“ als die erstrebenswerte Zielgruppe zu erreichen, um ihm Insider-Tipps jenseits des touristischen Mainstreams zu unterbreiten. Die „hidden places“, die versteckten Plätze, sind angesagt. Das können Handwerkskünste sein, tolle Cafés oder besondere Läden. Wo gibt es den besten Burger in der Stadt, wo wird Craft-Bier ausgeschenkt? In Stade bietet sich das Stand-up-Paddling am Holzhafen an. Wichtig ist den Initiatoren: Das, was gebloggt wird, soll ehrlich, authentisch, wahrhaftig sein.
Das typische Niedersachsen-Bild mit Harz, Heide und Nordsee war ihnen zu wenig, sie wollen die Menschen in die Städte locken. Das klappt in Stade bisher auf dem klassischen Wege ganz gut: Etwa drei Millionen Tagesgäste kommen pro Jahr in die Hansestadt. Hier geht es den Verantwortlichen jetzt darum, das Durchschnittsalter zu senken und die Verweildauer zu erhöhen.
Bevor das über „aboutcities“ funktioniert, muss der Zusammenschluss selbst erst einmal in der Reise-Szene bekannter werden. 2015 wurde der Blog 53 000 Mal besucht, diese Zahl wurde 2016 schon überschritten. Björn Reckewell, Touristiker aus Wolfenbüttel, fasst die Idee zusammen: „Wir wollen inspirieren, nicht verkaufen.“
aboutcities
Hinter „aboutcities“ stehen 16 Städte aus Niedersachsen plus Bremerhaven. Sie wollen seit drei Jahren im Tourismus neue Wege gehen und neues Potenzial erschließen. Im Internet-Blog geben Reisende konkrete Tipps an potenzielle Interessenten, wenn die fremde Städte entdecken wollen. Stade ist eine von diesen Städten, Buxtehude ist aufgrund seiner fehlenden touristischen Größe nicht mit dabei. Frequenzbringer wie Goslar, Lüneburg und Hameln fehlen.