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Statistik: Mehr Unfälle im Landkreis Harburg

Foto dpa/ Montage Schulz

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Junge Verkehrsteilnehmer zählen in Harburg nach wie vor zur Risikogruppe. Die Polizei warnt aber alle Altersgruppen vor der höchst gefährlichen Ablenkung durch das Benutzen des Smartphones.

Von Sabine Lepél Sonntag, 19.03.2017, 14:14 Uhr

Im vergangenen Jahr hat die Polizei im Landkreis Harburg insgesamt 6538 Verkehrsunfälle erfasst, das sind 253 Unfälle mehr als im Vorjahr. Sieben Menschen wurden bei Unfällen getötet. Hier zeigt sich ein Rückgang um fünf Verkehrsopfer, was gemeinsam mit dem Jahr 2009 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre darstellt. „Gleichwohl ist jeder einzelne Verkehrstote schon einer zu viel“, so Frank Waldhaus, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Harburg, bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2016. Alle Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften.

Bei insgesamt 140 (Vorjahr: 136) Unfällen wurden Menschen schwer verletzt. Bei 783 (780) Unfällen erlitten Beteiligte leichte Verletzungen. Insgesamt gab es somit 930 (928) Unfälle mit Personenschaden. Die Summe der verunglückten Personen liegt bei 1269 (1254). Bei 783 (780) Unfällen erlitten Beteiligte leichte Verletzungen.

Im Bereich der Autobahnen im Landkreis Harburg wurden 999 (1038) Unfälle registriert. Bei zwei (fünf) Unfällen wurden Menschen getötet. 36 (27) Beteiligte erlitten schwere Verletzungen. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit anschließender Fahrerflucht ist zurückgegangen und liegt mit 1541 (1590) etwas niedriger, als im Vorjahr. In 44,32 Prozent (44,40) der Fälle konnte der oder die Beteiligte ermittelt und die Straftat somit aufgeklärt werden. In Fällen der Verkehrsunfallflucht, bei denen auch beteiligte Personen geschädigt wurden (74, im Vorjahr 89) lag die Aufklärungsquote bei 59,46 Prozent.

Als häufigste Unfallursache wurde im Jahr 2016 der mangelnde Sicherheitsabstand erfasst. Hier gab es insgesamt 514 (661) Fälle. Hieraus resultieren in der Folge zumeist Auffahrunfälle, manchmal auch mit mehr als zwei beteiligten Fahrzeugen. Für Wilfried Reinke, als Leiter Einsatz auch für den Bereich Verkehr zuständig, verbirgt sich hinter dieser Unfallursache auch ein weiterer Faktor: „Ablenkung während des Autofahrens scheint mehr und mehr eine Rolle zu spielen.“ Der Blick auf das Smartphone, die Suche nach passender Musik oder gar das Verfassen von Textnachrichten während der Fahrt sorgen häufig dafür, dass die Fahrer nicht schnell genug reagieren. „Der Verkehr gerät ins Stocken und ein Auffahrunfall ist vorprogrammiert“, so Reinke. Um diesem Phänomen zu begegnen, sensibilisiert die Polizei gerade junge Fahranfänger in einem Fahrschulprojekt sehr drastisch für die Folgen der Unachtsamkeit.

Als weitere häufige Ursache nannten die beiden Polizisten „überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit“. Diese spielte in 497 (469) Fällen eine Rolle. Mit einigem Abstand folgen Fehler beim Gewähren der Vorfahrt oder beim Abbiegen als Unfallursache. Eine Alkoholbeeinflussung beim Unfallverursacher war in 85 (107) Fällen festzustellen. Eine Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente spielte in 16 (zwölf) Fällen eine Rolle. In 2016 ermittelte die Polizei insgesamt 380 (360) Verkehrsteilnehmer, die unter Alkoholeinfluss ihr Kraftfahrzeug geführt hatten. Fahrten unter Medikamenten- oder Drogeneinfluss wurden 234 (203) mal festgestellt.

Junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren waren an 1019 (1055) Unfällen beteiligt. In 765 (756) Fällen waren sie auch die Unfallverursacher. Sie waren somit für 11,7 Prozent der Verkehrsunfälle verantwortlich, haben aber nur einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von rund sechs Prozent. „Deswegen zählen wir die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen nach wie vor zur Risikogruppe. Die Verkehrserziehung der Polizei beginnt bereits mit den regelmäßigen Radfahrprüfungen an Schulen“, so Reinke. Über Projekte wie „Runter vom Gas“, das Fahrschul- oder auch das Schutzengelprojekt versuche die Polizei, die jungen Menschen immer wieder zu erreichen und zu verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern zu machen.

Ältere Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren waren im Jahr 2016 an 1299 (1280) Unfällen beteiligt und haben davon 1007 (982) Unfälle verursacht. Das macht einen Anteil von 15,4 Prozent aus. Ihr Bevölkerungsanteil liegt bei rund 22 Prozent. Die Zahl der Wildunfälle ist im Jahr 2016 wieder angestiegen. Sie lag mit 1306 um 263 über dem Wert des Jahres 2015. Bei 14 (22) Wildunfällen wurden Menschen verletzt.

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