Risiken im virtuellen Leben meistern
Der Stader Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann (CDU) spricht mit Jugendlichen der Oberschule Apensen über ihre Internetnutzung. Foto Beneke
Politiker Oliver Grundmann diskutiert mit Schülern über Gefahren im Internet – Ausbildung von Medienscouts startet in Apensen.
Der Stader Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann nutzt – wie fast jeder Deutsche – ein mit dem Internet verbundenes Smartphone. Um Jugendliche über die Risiken im Word Wide Web aufzuklären, engagiert sich der CDU-Politiker als Schirmherr der Aktion „Erlebe IT“. Zum Auftakt in seinem Wahlkreis sprach er mit Neuntklässlern der Oberschule Apensen über ihre Erfahrungen im Netz.
„Medienkompetenz gewinnt stark an Bedeutung“, weiß Grundmann, der selbst Vater schulpflichtiger Kinder ist. Im vergangenen Jahr waren bereits mehr als 94 Prozent der Kinder im Alter von zehn Jahren im Internet unterwegs. 65 Prozent der 14-Jährigen sind in sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv. In der Generation der 12-Jährigen nutzen drei von vier Heranwachsende den Kurznachrichtendienst WhatsApp.
Die Apenser Schüler liegen voll im Trend: Bei der Frage des Parlamentariers, wer von ihnen ein Smartphone besitze, schnellten alle Hände nach oben. Das Internet nutzen die Mädchen und Jungen täglich. „Ein verantwortungsvoller Umgang mit den digitalen Medien ist heute so wichtig wie das kleine Einmaleins“, sagt Grundmann deshalb. „Kinder und Jugendliche müssen so früh wie möglich lernen, dass das Internet zwar Risiken und Gefahren birgt, aber auch unendliche Möglichkeiten bietet.“
Je besser die jungen Nutzer aufgeklärt sind, desto sicherer können sie sich im Internet bewegen.“ Mit Foto- und Filmbeispielen erläutert IT-Experte Michael Zeisberger den Schülern, worauf sie achten müssen. Sie erfahren, dass sich einmal online gestellte Fotos nur mit großem Aufwand wieder entfernen lassen, bei Urheberrechtsverletzungen schnell teure Abmahnungen drohen und in den Anhängen von Mails vermeintlich seriöser Absender häufig Spionageprogramme stecken, die Benutzerdaten und Passwörter ausspähen können. Der Referent rät, sogenannte Zip-Dateien von Fremden nicht zu öffnen und im Zweifel lieber direkt bei den betreffenden Firmen nachzufragen, was es mit den Schreiben auf sich hat. Früher seien halbseidene Offerten mit Rechtschreibfehlern oder falsch dargestellten Zeichen aufgeflogen, doch die Kriminellen hätten dazugelernt und würden inzwischen fast perfekte Kopien von Unternehmenslogos und Briefköpfen verschicken.
Unerlässlich sei aber vor allem ein aktuelles Antivirenprogramm, das im Fall der Fälle größeren Schaden vom eigenen Rechner abwenden soll. Außerdem empfiehlt Zeisberger, keine Zugangscodes im Browser zu speichern, denn Betrüger könnten diese Daten auslesen und dann im Namen des Nutzers kostspielige Geschäfte abwickeln. Eine Gruppe Neuntklässler wird nun zu Medienscouts ausgebildet. Sie sollen ihr in den Workshops erworbenes Wissen an ihre Freunde und jüngere Mitschüler weitergeben.
„Ich finde die Idee gut“, sagt Günter Bruns. Der Direktor der Oberschule hofft, dass die Jugendlichen dadurch „ein distanzierteres und überlegteres Verhältnis zu diesem Medium bekommen“. Das Gefahrenpotenzial sei groß, so der Pädagoge. Flankiert wird die Fortbildung für Schüler und Lehrer von einem Elternabend, denn viele Väter und Mütter sind im Umgang mit den neuen Medien weniger versiert als ihre Sprösslinge.
Die Kampagne „Erlebe IT“ wird vom Branchenverband Bitkom getragen. Bundesweit machen 800 Schulen mit. Bisher wurden rund 20 000 Jugendliche ausgebildet. Neben den Angeboten zur Förderung der Medienkompetenz führen die Experten an den Schulen ebenfalls Schnupperkurse zum Programmieren sowie Informationsveranstaltungen zur Berufsorientierung durch. Grundmann hatte die Bildungsstätten in seinem Wahlkreis aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Weitere Workshops starten demnächst unter anderem an den Berufsschulen in Buxtehude und Bremervörde, der Hauptschule Thuner Straße, an der Realschule Camper Höhe in Stade sowie am St. Viti-Gymnasium in Zeven.
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