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Stader Gründerzentrum unter neuer Leitung

Marco Dibbern hat kürzlich die Leitung des Gründungs- und Innovationszentrums von Karen Ulferts übernommen. Foto von Allwörden

Marco Dibbern hat kürzlich die Leitung des Gründungs- und Innovationszentrums von Karen Ulferts übernommen. Foto von Allwörden

Das Stader Gründungs- und Innovationszentrum (GIS) ist seit Jahresbeginn unter neuer Leitung. Marco Dibbern, bisher zweiter Mann in der Stader Wirtschaftsförderung, ist neuer Zentrumsleiter und löst damit Karen Ulferts ab.

Von Peter von Allwörden Dienstag, 02.02.2016, 21:37 Uhr

Marco Dibbern will neue Akzente setzen. Diese haben vor allem zwei Stoßrichtungen: Zum einen möchte Dibbern die Zusammenarbeit mit der benachbarten PFH (Private Hochschule) auf dem Hansecampus vor den Toren von Airbus stärken, zum anderen möchte er die regionale Netzwerkarbeit intensivieren, um das Zentrum kreisweit noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Schließlich möchte er die zentrumseigenen Gründungsinitiativen und -aktivitäten verstärken. Es gebe zwar den Verein UHU (Unternehmer helfen Unternehmern), mit dem er auch weiterhin kooperieren möchte, aber mehr Eigeninitiative des GIS sei schon sinnvoll. Natürlich sollen hier auch die im GIS ansässigen Beratungsunternehmen keine Konkurrenz bekommen, sondern mit eingebunden werden.

Dibbern, gelernter Bankkaufmann und studierter Betriebswirt, leitet das Alltagsgeschäft des GIS, hat dort sein Büro und teilt sich die Geschäftsführung des GIS, das als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Existenzgründungszentrum Stade GmbH & Co. KG) eine hundertprozentige Tochter der Hansestadt Stade ist, mit Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs.

Letzterer hatte im Jahr 2004 die Idee, das Gründungs- und Innovationszentrum zu gründen. Die Hansestadt wollte und will damit einen aktiven Beitrag zur kommunalen Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung leisten. Davon konnten Friedrichs und der letzte hauptamtliche Stader Stadtdirektor Dirk Hattendorff die Politiker überzeugen. Sie beschlossen im Juli 2004 einstimmig, ein ehemaliges Mannschaftsgebäude in Stade-Ottenbeck umzubauen. Der junge und bunte Stadtteil war nach und nach von der geschlossenen Von-Goeben-Kaserne in ein neues Viertel umgewandelt worden.

Beschlossen wurde seinerzeit auch, eine eigene städtische Firma zu gründen und die Finanzierung für Kauf und Umbau freizugeben. Schon ein gutes Jahr später wurde der erste Bauabschnitt fertiggestellt und ein Teil des heutigen GIS in Betrieb genommen. Die Stadt und Friedrichs lagen richtig mit der Gründung des Zentrums, denn die ersten 16 Büros waren schnell bezogen. 25 Mitarbeiter arbeiteten im September 2004 im neuen Zentrum.

Damals war die Gründung solcher Zentren angesagt, aber nicht alle waren erfolgreich. Anders in Stade: Das Ottenbecker Zentrum entwickelte sich zur Erfolgsgeschichte. Heute sind in 41 Büros 32 Firmen mit insgesamt 85 Mitarbeitern untergebracht.

Das Zentrum ist in der Regel voll ausgebucht, bietet aber immer wieder freie Büros, weil Unternehmen expandieren und mehr Platz brauchen oder einfach umziehen. Es wird eine entsprechende Warteliste für Mietinteressenten geführt. Denn Fluktuation ist gewollt im GIS, weil es ja letztendlich Existenzgründern einen Rahmen bieten soll – preiswert und eingebettet in ein Dienstleistungszentrum mit allen Vorteilen und Angeboten für junge Unternehmen (mehr dazu im Kasten).

Gleichwohl gibt es auch Firmen, die seit Anbeginn ansässig sind. Sie passen mit ihrem Angebot – etwa als Beratungsunternehmen – gut in das Zentrum. Außerdem solle keiner rausgeworfen werden, nur weil er nicht umziehen wolle, sagt Friedrichs.

Allerdings müssen alle Mieter, die länger als vier Jahre ihren Sitz im GIS haben, eine höhere Miete zahlen. Die Palette der Unternehmen ist breit gestreut: Sie reicht von der Vermittlung von Zeitarbeitern, einem Architekturbüro über Grafik-Designer, einen Partyservice bis hin zu Handwerkern und Unternehmensberatern. Weil das CFK Valley – das Kompetenzzentrum für Leichtbau mit Carbonfaser verstärkten Kunststoffen (CFK) mit Forschung, Entwicklung und Lehre – in direkter Nähe ist, wird auch immer wieder Firmen und Gründern aus diesem High-Tech-Bereich ein Platz im GIS angeboten.

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