TFemizid in Apensen: Tatverdächtiger hat sich gestellt
Die Polizei ermittelt weiterhin im Fall der getöteten Frau von Apensen. Foto: Vasel (Archiv)
Bundesweit fahndete die Polizei nach dem Mann, der kurz vor Weihnachten eine Apenserin tötete. Der Druck war groß - jetzt hat er sich in Buxtehude den Behörden gestellt.
Apensen. Wie die Polizeiinspektion Stade am Samstagnachmittag mitteilte, hat sich der mutmaßliche Täter des Femizids in Apensen heute beim Amtsgericht in Buxtehude gestellt.
Nach dem 57-jährigen Mann wurde nach der Tötung einer Frau in Apensen am 19. Dezember 2025 bundesweit gefahndet. Dabei sei der entstandene Fahndungsdruck offenbar so groß gewesen, dass der mutmaßliche Tatverdächtige sich schließlich am heutigen Vormittag nach vorheriger Absprache zusammen mit einem Rechtsanwalt beim Amtsgericht gestellt habe, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach.
Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft
Aufgrund eines bereits im Voraus durch das Amtsgericht Buxtehude auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade erlassenen Haftbefehls wurde der Mann festgenommen und zunächst zur Polizeiinspektion nach Stade überstellt.
Hier musste er sich erkennungsdienstlichen Behandlungen und ersten Vernehmungen unterziehen, sagt Bohmbach. Der 57-Jährige habe dabei gegenüber der Polizei keine Angaben zum Tathergang und zu den Tatumständen gemacht.
Anschließend wurde er laut Polizeiangaben in eine niedersächsische Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft eingeliefert.
Was ist in Apensen passiert?
Am Freitag, 19. Dezember, gegen 8 Uhr ist es in Apensen in der Stader Straße zu einem Tötungsdelikt unter mutmaßlichen Ex-Partnern gekommen (das TAGEBLATT berichtete).
Ein zunächst unbekannter Täter klopfte zu der Zeit an der Wohnungstür des Opfers. Als die 40-jährige Bewohnerin dann die Tür aufmachte, stach der Mann mehrfach auf sie ein und flüchtete anschließend. Die Frau verstarb trotz aller Rettungsmaßnahmen im Buxtehuder Krankenhaus.
Große Betroffenheit in Apensen
Im Rahmen der ersten Ermittlungen erhärtete sich schnell der Tatverdacht gegen den 57-jährigen Ex-Partner des Opfers, der getrennt von ihr und den vier gemeinsamen Kindern lebte.
Die Betroffenheit in Apensen war groß. Viele Menschen legten in Trauer Blumen und Gedenksteine vor dem Haus in der Stader Straße ab. Während der Lichtertour verzichteten die Trecker zudem auf Musik und Hupen, während sie das Haus passierten.
Weitere Einzelheiten könne die Polizei in dem laufenden Verfahren nicht bekanntgeben, sagt Polizeisprecher Bohmbach. Die Ermittlungen in der Sache dauern weiter an.