TKennen Sie schon lila Brokkoli? Seltenes Gemüse aus Buxtehude
Frisch vom Brokkoli-Feld: Landwirt Christoph Brunckhorst (links) und Koch Michael Knirsch aus Apensen begutachten die Ernte. Foto: Laudien
In Vietnam und Australien ist violetter Brokkoli in aller Munde. Hierzulande gilt er noch als Rarität. Ein Apenser Gastronom entdeckte das seltene Gemüse in Buxtehude.
Apensen. Eigentlich ist Fleisch sein Gemüse. Doch ausgerechnet ein Gemüse hat es dem Betreiber des Steak-Restaurants Beef Kitchen in Apensen angetan: lila Brokkoli.
Knirsch entdeckte ihn erstmals auf Reisen in Australien und England. In Deutschland gilt lila Brokkoli noch als Feinschmecker-Rarität. Das auch als Purple Sprouting oder lila Sprossenbrokkoli bezeichnete Gemüse wird hierzulande im Handel meist nur in wenigen Supermärkten, gut sortierten Biomärkten oder auf einigen Wochenmärkten angeboten.
Gemeinsame Vorliebe für exotischen Brokkoli: Landwirt Christoph Brunckhorst (links) und Chefkoch Michael Knirsch aus Apensen. Foto: Laudien
Anders als der bekannte und feste grüne Brokkoli hat die violette, wilde Variante zarte Stiele mit lockeren, gekräuselten Röschen und eine tiefviolette Farbe, die beim Kochen allerdings verblasst. Der Geschmack ist süßer, nussiger und viel feiner - völlig anders als herkömmlicher gekochter grüner Brokkoli, den die meisten kennen. Er enthält mehr Antioxidantien als die grüne Variante und schmeckt leicht nach Spargel.

Violett, weiß, grün: Landwirt Christoph Brunckhorst zeigt die verschiedenen Brokkoli-Varianten aus eigenem Anbau. Foto: Laudien
Der Apenser Chefkoch war fasziniert von dem Geschmack und den Vorzügen dieser Brokkoli-Sorte wie die einfache Zubereitung und den hohen Gehalt an Nährstoffen. Auf der Suche nach einem Lieferanten für sein Restaurant wurde er in Buxtehude fündig.
Frisch vom Feld auf den Wochenmarkt
Landwirt Christoph Brunckhorst hat die wilde lila Brokkoli-Sorte erstmals in Vietnam kennengelernt. Angespornt von seiner Familie baute er das exotische Gemüse versuchsweise auf einer kleinen Fläche in Buxtehude an. Die Nachfrage stieg, und inzwischen erntet er bereits im dritten Jahr den lila Brokkoli auf einem großen Feld.
Unter weißen Vliesbahnen als Schutz vor Schädlingen wächst und gedeiht die Gemüse-Rarität dort relativ unscheinbar. „Die kleinen Setzlinge pflanze ich von April bis zur Frostperiode im zweiwöchigen Rhythmus“, erläutert Brunckhorst. Nach etwa sechs bis neun Wochen könne geerntet werden.
Begehrtes Gemüse bei Sterneköchen
Der lila Brokkoli geht dann vom Buxtehuder Obsthof in den Großhandel, der mehrere Supermärkte beliefert. Außerdem wird er an den Verkaufsständen des Obsthofs, unter anderem an der Dammhauser Straße, sowie auf dem Wochenmarkt in Altkloster angeboten.

Sortierung der frisch geernteten Brokkoli-Sorten für den Handel. Foto: Laudien
„Bei Sterneköchen ist der violette Brokkoli sehr begehrt“, erzählt Michael Knirsch. „Das ist etwas für absolute Feinschmecker und man bekommt es nicht an jeder Ecke“, sagt der Chefkoch aus Apensen.
Nachdem Knirsch jetzt die Gemüsespezialität vom Obsthof Brunckhorst auf kurzem Weg beziehen kann, möchte er die Delikatesse künftig auch in seinem Restaurant anbieten. „Ein Brokkoli-Salat mit Ingwer und Chili ist ein wahrer Gaumenschmaus“, schwärmt Knirsch.

Bei Sterneköchen eine Spezialität: lila und weißer Brokkoli aus Buxtehude. Foto: Laudien
Lila Brokkoli ist besonders zart und eignet sich auch hervorragend als gegarte Beilage. Dazu wird er gewaschen und die trockenen Enden abgeschnitten. Anschließend muss der Brokkoli drei bis fünf Minuten gekocht oder gebraten werden. Tipp: Mit Olivenöl, Knoblauch und etwas Zitrone sei er ein knackiger Gemüsegenuss.
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Rezept: Lila-Brokkoli-Salat in 15 Minuten
Der fruchtig-knackige Salat wird roh zubereitet, um die Nährstoffe und die Farbe zu erhalten. Er ist in 15 Minuten fertig und passt als Beilage zu Gegrilltem.
Für vier Portionen: 400 Gramm Brokkoli waschen und in feine Röschen schneiden. Den zarten Strunk schälen und in dünne Scheiben hobeln. Eine rote Zwiebel in feine Ringe schneiden, einen roten Apfel entkernen und in kleine Würfel schneiden. 50 Gramm gehackte Mandeln oder Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten, bis sie duften, dann beiseitestellen.
Für das Dressing: 3 Esslöffel Olivenöl, 2 Esslöffel Apfelessig, je 1 Teelöffel Senf und Honig sowie Salz und Pfeffer in einem kleinen Schraubglas kräftig schütteln. Brokkoli, Apfelstücke, Zwiebelringe und 30 Gramm getrocknete Cranberrys in eine große Schüssel geben. Das Dressing darüber gießen und alles gut durchmengen. Den Salat zehn Minuten durchziehen lassen und vor dem Servieren mit den gerösteten Nüssen bestreuen.
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