Zähl Pixel
Abwasser

TSchiet-Gebühr steigt erneut im Alten Land und in Horneburg

Blick auf die Kläranlage in Wetterndorf.

Blick auf die Kläranlage in Wetterndorf. Foto: Vasel

Die Gebühr für die Schmutzwasser-Entsorgung im Alten Land und in Horneburg wird zum 1. Januar 2027 erhöht – zum fünften Mal in Folge. So teuer wird‘s für die Verbraucher.

author
Von Björn Vasel
23.09.2026, 06:00 Uhr

Altes Land. Wie die Verbandsversammlung am Montag im Hotel Altes Land in Jork beschlossen hat, steigt die Abwassergebühr um 4,9 Prozent – auf 3,22 Euro pro Kubikmeter. Die Kosten seien gestiegen, so der stellvertretende Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands Altes Land und Geestrand (AZV), Philipp Fricke. Der Finanzexperte von Hamburg Wasser verwies unter anderem auf die Tarif-Erhöhung sowie gestiegene Baukosten und Inflation.

Bereits zum 1. Januar 2026 war die Schiet-Gebühr in den Samtgemeinden Lühe und Horneburg sowie in der Gemeinde Jork um 8,9 Prozent auf 3,07 Euro pro Kubikmeter erhöht worden. Es ist somit die fünfte Erhöhung in Folge. Im kommenden Jahr rechnet der Verband mit einer Abwassermenge von 1,56 Millionen Kubikmetern, so Fricke.

Die Schiet-Gebühr bleibt trotz der Gebührenerhöhung 2027 noch deutlich unterhalb der Gebührenkurve, die sich bei Indexierung der Ausgangsgebühr von 2002 mit der allgemeinen Inflation ergeben hätte.

Die Schiet-Gebühr bleibt trotz der Gebührenerhöhung 2027 noch deutlich unterhalb der Gebührenkurve, die sich bei Indexierung der Ausgangsgebühr von 2002 mit der allgemeinen Inflation ergeben hätte. Foto: AZV/Fricke

Die Gebühr für die Niederschlagswasserbeseitigung in der Samtgemeinde Lühe wurde auf 0,68 Euro pro Quadratmeter versiegelter und abflusswirksamer Fläche festgesetzt. Der Grund: Das Kanalnetz ist in einem schlechteren Zustand als angenommen, 0,50 Euro waren nicht mehr kostendeckend. Fricke rechnet damit, dass diese Gebühr in den nächsten Jahren stabil bleiben wird.

Gebührenzahler profitieren von Steuertrick

Einen Haushaltsplan musste der AZV in diesem Jahr nicht mehr aufstellen. Wie berichtet, haben die Samtgemeinden Lühe und Horneburg sowie die Gemeinde Jork die hoheitliche Aufgabe der Abwasserentsorgung zum 1. Januar 2027 an Hamburg Wasser übertragen. Das bewahrt die Privathaushalte und die Gewerbebetriebe vor einer Kostensteigerung in Höhe von 300.000 Euro. Letztlich handelt es sich um einen „Steuertrick“, um die Umsatzsteuer von 19 Prozent zu sparen. Davon profitieren nun die 36.000 Kunden.

Seit 2002 ist Hamburg Wasser der Dienstleister der Altländer und Horneburger. Hamburg übernimmt ab Januar die Aufgabe vollständig - wie bereits seit 2003 in Buxtehude und in Neu Wulmstorf. Ein Beirat muss noch gegründet werden.

Finanziell profitieren Kommunen und Gebührenzahler von der Übernahme. Je 80.000 Euro erhalten Jork, Lühe und Horneburg als Rückzahlung für Vorkasse bei Anschlüssen. Außerdem musste ein AZV-Aktienfonds aufgelöst werden, bewertet mit 1,05 Millionen Euro. 300.000 Euro betrug die Wertsteigerung. Das Geld wird die Gebühren der nächsten Jahre drücken.

Hamburg Wasser investiert Millionen in Klärwerk und Abwasser-Netz

Es wird weiter kräftig investiert. 2027 will Hamburg Wasser auf der Kläranlage Wetterndorf mehrere „abgängige Anlagen“ sanieren, so der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands Altes Land und Geestrand, Gernot Witte.

Die Maschinen- und Elektrotechnik des Sandfangs werde erneuert, auch Rechenanlage und Sandwäsche werden überholt. „Wir gehen von mehr als einer Million Euro an Investitionskosten für beide Maßnahmen aus“, sagte AZV-Geschäftsführer Witte am Dienstag dem TAGEBLATT.

Blick auf die Anlagen in Wetterndorf.

Blick auf die Anlagen in Wetterndorf. Foto: AZV

Außerdem sind viele der etwa 950 Kleinpumpwerke „altersbedingt abgängig“. „Wir planen, kontinuierlich in jedem Jahr etwa 40 zu sanieren.“ Die Baukörper seien in den meisten Fällen noch in Ordnung. Deshalb werde sich die Sanierung in der Regel auf die technische Ausrüstung beschränken. Etwa 600.000 Euro wolle Hamburg Wasser pro Jahr ausgeben.

Darüber hinaus müssten weitere Pumpwerke im Abwassernetz saniert werden. „Insgesamt betreiben wir 82 Pumpwerke und planen als nächstes die Erneuerung von drei Pumpwerken - am Muddweg in Mittelnkirchen sowie in Westerladekop und am Osterminnerweg. Dafür seien weitere 600.000 Euro veranschlagt worden.

Damit nicht genug. Sofern es die Planungs- und die Baukapazitäten zulassen, stehen außerdem die Sanierungen der Pumpwerke Hohenfelde II (Mittelnkirchen), Bürgermeister-Wilkens-Straße (Jork) und Osterladekop (Jork) an. In diesem Fall sei mit Investitionskosten in Höhe von etwa 800.000 Euro auszugehen.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel