TSchluss in Steinkirchen: Windmüller-Gastronomen werfen hin
Am 30. September schließt das Steinkirchener Restaurant vorerst seine Pforten. Der DRK-Kreisverband sucht nach einem Nachfolgepächter. Foto: Buchmann
Das Restaurant „Zum Windmüller“ kennen die Altländer als Anlaufstelle für feines Essen. Damit ist im Herbst Schluss, die Pächter verlängern den Vertrag mit dem DRK nicht.
Steinkirchen. Steinkirchen verliert im Herbst einen gastronomischen Treffpunkt. Der Pachtvertrag zwischen den Betreibern und dem DRK-Kreisverband Stade läuft am 30. September aus.
„Wir wollten den Vertrag nicht verlängern“, sagt Gastronom Jürgen Griese dem TAGEBLATT. Nach fünf Jahren ist damit für Griese und seinen Partner Christian Warner Schluss in Steinkirchen.
Die Geschäftspartner hatten 2021 das Restaurant im Kirchweg übernommen. Ein Jahr zuvor hatte das DRK die 1746 errichtete Immobilie mit Restaurant und Hotel von dem Vorbesitzer Dr. Herrmann Specht erworben und zu einer Begegnungsstätte mit ambulanter Wohngemeinschaft und Tagespflege umgebaut.
Restaurantbesucher bleiben aus
Die beiden Gastronomen hatten sich für ihr Konzept auf eine feinere, gehobenere Küche mit frischen Zutaten spezialisiert. Das kam an, 2024 wurden sie mit dem Coq d‘Or ausgezeichnet, einem Preis für Restaurants mit heimatverbundener Küche.

Nach fünf Jahren ist Schluss: Gastronom Jürgen Griese (links) und Küchenchef Christian Warner geben das Restaurant "Zum Windmüller" ab. Foto: Battmer (Archiv)
Über die Jahre hatten Griese und Warner mit zahlreichen Krisen zu kämpfen, die Corona-Pandemie trieb die beiden Ende 2022 in die Insolvenz. Im Mai 2023 öffnete das Restaurant wieder seine Türen. Doch über die Jahre stagnierte das Geschäft, die Kunden blieben aus. „Wir hatten dieses Jahr 50 bis 60 Prozent Einbußen“, sagt Jürgen Griese. Die Betreiber hätten sich laut Griese deshalb kein Gehalt ausgezahlt.
Weniger Geld für Restaurantbesuche
Über die Jahre habe sich das Konsumverhalten der Gäste verändert. „Viele haben bei uns auf die Karte geschaut, sind aber wieder weggegangen“, sagt Griese. Die Leute hätten weniger Geld ausgegeben und eher nach kleinen Speisen geschaut, so seine Einschätzung.
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Das bestätigt auch Unternehmensberater Dr. Hartmut Meyer, der das Windmüller-Team seit der Insolvenz begleitet. In der Gastronomie sei eine hohe Konsumzurückhaltung zu spüren, sagt Meyer.
Betreiber hatten auf Comeback im Sommer gehofft
Auch die Lage „in zweiter Reihe“ abseits der Hauptstraße sei für Werbung bei Touristen oder Ausflüglern problematisch gewesen. Man habe überlegt, ebenfalls günstigere Gerichte anzubieten. „Aber wer garantiert mir, dass die Leute dann auch hier essen?“, sagt Küchenchef Christian Warner.
Eigentlich wäre der Pachtvertrag bereits Ende März ausgelaufen, die Gastronomen wollten jedoch noch mal „die Blüte und den Sommer abwarten“. Ohne Erfolg. Beide suchen derzeit noch nach Anschlussjobs.
Wie geht es mit dem Windmüller weiter?
Das DRK will das Windmüller neu verpachten. Der DRK-Kreisverband Stade setzt weiterhin auf ein gastronomisches Angebot. „Wir wünschen uns weiterhin eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Ortsverein und dem Pächter“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Kai Schulz. Der Saal des Restaurants wird regelmäßig für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Kai Schulz, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Stade, vor dem Restaurant "Zum Windmüller" in Steinkirchen. Foto: Buchmann
„Unser Ziel ist es jetzt, einen neuen Pächter zu finden. Im Idealfall zum 1. Oktober“, sagt Schulz. Angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage mit Ölkrise, Preissteigerungen und Personalmangel sei es nicht einfach, Leute in die Gastronomie zu bekommen, weiß Schulz. Er sei jedoch optimistisch, dass sich ein Interessent mit einem für Steinkirchen passenden Konzept finden werde.
Erste Initiativbewerbungen liegen bereits vor
„Wir sind offen für Ideen“, sagt Schulz. Er könne sich eine gutbürgerliche Küche vorstellen, im besten Fall familiär betrieben. „Es muss für die Gäste bezahlbar bleiben“, betont Schulz.
Offiziell hat das DRK die Suche nach einem Nachfolgepächter noch nicht ausgeschrieben.
Unter den Einheimischen habe sich die Nachricht jedoch schon verbreitet - mit dem Ergebnis, dass sich bereits Initiativbewerber beim DRK gemeldet hätten. „Wir werden zeitnah Gespräche führen“, sagt Schulz.
Hinweis: In einer vorherigen Fassung hieß es, beide Gastronomen hätten schon Anschlussjobs gefunden. Dies wurde korrigiert.
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