TWasser stoppt die Windkraftpläne der PNE AG westlich der Autobahn 26
Die PNE AG aus Cuxhaven wollte westlich der A26 große Windkraftanlagen wie diese errichten. Foto: Roland Horn
Die PNE AG hatte große Pläne: Doch das Wasserschutzgebiet Dollern stoppt jetzt den Bau von Windkraftanlagen westlich der A26. Die Gründe liegen 20 Meter unter der Erde.
Altes Land. Eigentlich wollte die PNE AG aus Cuxhaven mit der Samtgemeinde Lühe das enge Zeitfenster nutzen und vor dem Inkrafttreten des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) einige Windkraftanlagen an der Autobahn A26 auf den Weg bringen - auf Flächen in Moor und Marsch, die der Landkreis Stade in seinem RROP nicht als Windpotenzialfläche ausweisen will.
Diese Chance hatte sich durch die Änderung des Windenergieflächenbedarfsgesetzes des Bundes über die Gemeindeöffnungsklausel ergeben. Die Klausel erlaubt das Aufstellen von Windkrafträdern, solange es keine Festlegung im Raumordnungsprogramm gibt. Um die Anlagen zu bauen, müssen die Kommunen aber den Flächennutzungsplan ändern - spätestens bis Mitte 2026.
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Doch jetzt haben die Cuxhavener ihre Pläne gestoppt. „Wir werden die Projektentwicklung in den Windenergiegebieten Guderhandviertel und Neuenkirchen nicht weiterführen“, sagte der Sprecher der PNE AG, Alexander Lennemann, dem TAGEBLATT. Auch die Flächen westlich der A26 in der Feldmark in Agathenburg und Dollern auf der Seite der Samtgemeinde Horneburg sind betroffen.
Windpark im Wasserschutzgebiet nicht möglich
Diese Flächen liegen im Wasserschutzgebiet Dollern. Deshalb lasse sich das Projekt nicht mehr umsetzen. Damit die fast 260 Meter hohen Windkraftanlagen nicht im Moor versinken, wäre eine Tiefgründung erforderlich. Doch die 20 Meter langen Stahlbetonpfähle würden die Schutzschicht über dem Grundwasserleiter durchlöchern. „Das darf nicht passieren“, sagt der Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes Stader Land (TWV), Ralf Burghartz. Im schlimmsten Fall könne das Trinkwasser verunreinigt werden - durch Einträge von oben. Im Einzugsbereich liegen einige Brunnen des Dollerner Wasserwerks, weitere sind laut Burghartz geplant.

Die Karte zeigt das Wasserschutzgebiet im Einzugsgebiete des Wasserwerks in Dollern. Foto: Landkreis Stade
Nicht betroffen von dieser Entscheidung ist das Repowering-Projekt Agathenburg - östlich der A26. „Das wird fortgeführt und befindet sich bereits im Genehmigungsverfahren“, sagt Lennemann.
PNE AG hält an Repowering in Agathenburg fest
Die PNE AG will wie berichtet die alten Anlagen im Windpark Agathenburg ersetzen. Die neun alten, nur 66 Meter hohen Anlagen sollen durch fünf große ersetzt werden. Diese 260 Meter hohen Anlagen würden zehnmal so viel Strom erzeugen. Ein einzige könnte den Strombedarf von 5000 Haushalten decken.

Diese Warnschilder stehen im Windpark Agathenburg im Grenzgebiet zum Alten Land. Foto: Vasel
Dafür wollen die Cuxhavener Windparkentwickler auch die Windpotenzialflächen Agathenburg Nord und Süd - angrenzend an das Repowering - östlich der A26 nutzen. Die Projektentwicklung werde hier fortgeführt. Diese Flächen sind im Entwurf des Raumordnungsprogramms vorgesehen, das im Jahr 2027 vom Stader Kreistag beschlossen werden und in Kraft treten soll.

Die grünen Flächen sind im Entwurf des Raumordnungsprogramms des Landkreises Stade für Windkraft vorgesehen. Foto: Landkreis Stade
Aus dem Entwurf werden - wegen der Trinkwasser-Problematik - westlich der A26 drei weitere kleine Flächen rausfliegen, weil sich der Zustrombereich der Brunnen und der geplanten „noch verändern wird“, sagt Horneburgs Bauamtsleiter Roger Courltault. Kurzum: Auf Höhe Dollern/ Agathenburg bleiben nur Flächen östlich der Autobahn im RROP-Verfahren.
Landwind soll in die Bresche springen
Ursprünglich wollte die PNE AG im Alten Land über die Gemeindeöffnungsklausel im Alten Land und im Bereich der Samtgemeinde Horneburg um die zehn Anlagen errichten.
Der Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe, Timo Gerke, bedauert den Rückzug: „Wir werden die Energiewende trotzdem weiter vorantreiben.“ Er schielt auch auf die Einnahmen aus Gewerbesteuer und Akzeptanzabgabe. 40.000 Euro soll jede Anlage im Jahr in die kommunale Kasse spülen.
Gerke hofft, dass die in Hollern-Twielenfleth aktive Landwind-Gruppe in die Bresche springt. In Neuenkirchen und Guderhandviertel hatte die PNE AG drei Anlagen geplant. Die könne der Projektentwickler Landwind übernehmen, er führe Gespräche.
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Die Landwind-Gruppe aus Gevensleben will bekanntlich an A26 und Höchstspannungsleitungen zwischen Agathenburg und Stade einen gemeindeübergreifenden Windpark mit bis zu 18 Anlagen realisieren - davon acht bis neun im Bereich der Gemeinde Hollern-Twielenfleth.
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