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Hausbau

T180.000 Follower bei Instagram: Influencer-Paar saniert sein Traumhaus

Ihr Haus haben die Lühnings „Runie“ getauft – abgeleitet von den Worten Ruine und Rohdiamant.

Ihr Haus haben die Lühnings „Runie“ getauft – abgeleitet von den Worten Ruine und Rohdiamant. Foto: Blumenthal

Mascha und Tobias Lühning sanieren seit sieben Jahren einen alten Resthof im Kreis Cuxhaven. Mehr als 180.000 Menschen verfolgen ihre Fortschritte.

Von Redaktion Samstag, 06.12.2025, 15:50 Uhr

Cuxhaven. Wenn man die Zufahrt entlangfährt, öffnet sich hinter der alten Backsteinmauer ein Hof, der wirkt, als hätte jemand die Zeit vorsichtig auseinandergezogen. Hier stand einmal ein Bauernhof, mit Kuhstall, Scheune, Schmiede, dunklen Kammern. Heute liegt Licht auf den Böden. Warme Farben. Viel Raum. Und mittendrin: Mascha und Tobias Lühning, die seit sieben Jahren aus einem vergessenen Ort ihr Zuhause formen.

2018 haben sie den Resthof aus dem Jahr 1900 im Kreis Cuxhaven gekauft und verwandeln ihn seitdem in ihr persönliches Traumhaus.

„Viele haben uns für bekloppt erklärt, als wir das Haus gekauft haben“, erinnert sich Mascha Lühning mit einem Schmunzeln. Alle Dinge, die ihnen wichtig sind, haben einen Namen. Das Haus heißt „Runie“, abgeleitet von den Worten Ruine und Rohdiamant.

Do-it-yourself-Traumhaus verschlingt viel Zeit und Geld des Ehepaares

Jedes Detail des Hauses – vom handgegossenen Beton der Kochinsel hin zu den marokkanischen Zementfliesen – haben sie selbst ausgesucht oder selbst gebaut. Teilweise recherchieren sie wochenlang nach den besten Preisen und Anbietern.

Der Großteil der Räumlichkeiten ist fertig, zu tun gibt es aber immer was. „Ich brauche das auch, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme“, sagt Tobi Lühning. „Wenn ich nichts am Haus mache, kriege ich schlechte Laune“, gesteht der 38-Jährige lächelnd.

Das Grundstück kostete 120 000 Euro, inklusive rund 300 Quadratmetern Wohnfläche. „Das wäre heute ein Schnäppchen“, sagt Mascha Lühning. Doch der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. „Wir haben von Anfang an beschlossen, so viel wie möglich selbst zu machen“, erklärt sie. Bisher haben sie etwa 200.000 Euro in die Sanierung investiert.

Ein zweites Haus ist bereits gekauft – Ferienwohnungen als Altersvorsorge

Tobi Lühning ist Altenpfleger, seine Frau Mascha gelernte Versicherungskauffrau. Das Sanieren ist ihr gemeinsames Hobby. Und als wäre ein Projekt nicht schon genug, haben sie sich noch ein weiteres Haus gekauft.

Ihre „Villa Lunie“ ist ein ehemaliges Bankgebäude in Dedesdorf aus den 1930er Jahren, in dem mehrere Ferienwohnungen und eine fest vermietete Wohnung entstehen sollen. „Das ist unsere Altersvorsorge“, erklärt Mascha Lühning. „Lunie“ ist eine Wortschöpfung aus dem Wort Runie und dem Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens.

230 000 Euro hat sie dieses Haus gekostet, die Umbaukosten können die beiden noch nicht genau beziffern.

180 000 Follower bei Instagram: Plattform bringt Geld für Umbau

Finanzielle Unterstützung kommt über Instagram. Das Paar begann 2017, das Bau-Tagebuch auf seinem Kanal „traumhausprojekt.runie“ zu teilen, zunächst nur für sich selbst. Doch die Followerzahl wuchs schnell: Heute folgen ihnen über 180 000 Menschen.

Mit den Followern kamen auch Kooperationen mit Herstellern von Werkzeug und Einrichtungsfirmen. „Für beide Häuser haben wir einen Kredit aufgenommen. Instagram finanziert den Umbau“, erklärt Mascha Lühning. Das Equipment wird teilweise von den Herstellern im Rahmen bezahlter Kooperationen bereitgestellt.

Management aus Düsseldorf filtert Anfragen für Kooperationen

Hinter all dem steht ein Management. Die Firma mit Sitz in Düsseldorf kümmert sich um etwa 15 Influencer aus der Bau- und Einrichtungsbranche, filtert und leitet Anfragen weiter. „Die wissen genau, was für uns infrage kommt und was nicht, letztlich liegt die Entscheidung aber bei uns“, sagt Mascha Lühning.

Wie viel das Paar für seine Beiträge bekommt, kann es nicht genau sagen. Das Management erklärt: „Bei einer nischigen Zielgruppe mit starkem Deutschlandanteil und engagierter Community liegt der Preis pro 1000 erreichte Personen bei etwa 30 bis 40 Euro für Storys und rund 20 Euro für Reels. Das ist natürlich Verhandlungssache und lässt sich schwer pauschal sagen – am Ende spielen Gefühl, Erfahrung und Markenfit eine große Rolle.“

Villa Lunie muss noch warten – und das hat einen süßen Grund

Auch das zweite Haus hat bereits einen Instagram-Account. „Villa.lunie“ folgen bereits 11 000 Follower. „Die Leute fragen schon an, ab wann man die Wohnungen mieten kann“, sagt Mascha Lühning lachend.

Doch der Umbau muss vorerst warten. Denn kurz nach dem Kauf des alten Bankgebäudes vor drei Jahren wurde Mascha Lühning schwanger – mit Zwillingen. „Wir wollten immer Kinder haben - dass die dann direkt nach dem Kauf kamen - damit haben wir nicht gerechnet. Und dann direkt zwei“, erzählt Mascha Lühning schmunzelnd und blickt ihren Mann an. Die Zwillinge, ein Junge und ein Mädchen, sind inzwischen zwei Jahre alt.

Mascha Lühning ist momentan noch in Elternzeit, ihr Mann hat seine Arbeit auf Teilzeit reduziert. Während Tobi Lühning weiter am Wohnhaus werkelt, kümmert sich Mascha Lühning größtenteils um die Kinder. „Wir unterstützen uns aber natürlich gegenseitig, so wie es passt“, sagt Mascha Lühning.

Die Namen und Gesichter ihrer Kinder sowie ihr genauer Wohnort sollen zum Schutz der Privatsphäre geheim bleiben.

Enger Austausch mit den Followern – Inspirationen und Tipps

Mit ihren Followern stehen Mascha und Tobi Lühning in regem Austausch, erhalten viele Komplimente und Nachrichten.

„Einige schreiben, dass wir sie inspiriert haben, auch einen Resthof zu kaufen oder ihre Häuser und Wohnungen umzubauen. Viele fragen auch nach Handwerker-Tipps oder schreiben einfach, wie schön sie Runie und unsere Beiträge finden“, sagt Mascha Lühning.

„Wer ein solches Projekt angehen will, sollte wirklich Lust darauf haben, das ist ganz wichtig“, sagt Tobi Lühning. „Und: Man sollte mehrere Baustellen gleichzeitig haben und sich nicht nur auf einen Raum konzentrieren. Und dann da weitermachen, wo man gerade Bock drauf hat“, so der 38-Jährige.

„Ich würde grundsätzlich niemandem davon abraten“, ergänzt Ehefrau Mascha. „Wenn man einen Traum hat, sollte man den verwirklichen. Mein Tipp: Man sollte sich ein bis zwei Räume, in denen man schlafen kann, schon mal fertig machen und dann Stück für Stück weiterarbeiten. Wir machen uns auch keinen Druck, wann was fertig sein soll.“

Familienzeit, Paarzeit und ganz viel Humor im Hause Lühning

Doch wie schafft man es, neben all dem noch Zeit zu zweit zu haben und als Paar zusammenzubleiben?„Umbauen ist immer stressig. Humor hilft“, erklärt Mascha Lühning. „Und wenn es mal Streit gibt, dann ist der schnell vorbei“, fügt sie hinzu. „Wir haben auch die Regel, dass niemand im Streit aus dem Haus geht“, so die 35-Jährige.

„Man darf es dem anderen auch nicht übelnehmen, wenn er mal schlechte Laune hat“, sagt Mascha Lühning. „Und es ist menschlich, wenn man mal seine Ruhe braucht. Mit kleinen Kindern ist man ja auch mehrmals die Nacht wach. Wenn einer von uns mal durchschlafen will, geht er halt ins Gästezimmer“, ergänzt Tobi Lühning.

„Wir sind natürlich trotzdem jeden Tag zusammen und hatten ja auch schon viel Zeit, bevor die Häuser und die Kinder kamen“, erklärt Mascha Lühning. Das Paar ist seit 2008 zusammen und hat 2017 geheiratet. Die Bremerhavenerin und der Verdener haben vor „Runie“ bereits sechs Jahre zusammen in einer Wohnung in Bremen gelebt.

An einem Tag in der Woche ist Familientag und baustellenfreie Zeit

An einem Tag in der Woche ist baustellenfreie Zeit. „Da ist Familientag und wir unternehmen immer was mit den Kindern“, erzählt Mascha Lühning. Viel Unterstützung beim Nachwuchs und der Arbeit am Haus bekommen sie von ihren Familien. „Vor kurzem hatten wir auch das erste Mal einen Abend nur zu zweit, seit die Kinder da sind“, erzählt Tobi Lühning lächelnd.

Ein Geheimrezept für eine glückliche Ehe haben sie nicht. Gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich gegenseitig Freiräume zu geben, sei aber unerlässlich, um langfristig als Team zu funktionieren.

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