60 Rassekatzen in Anhänger gepfercht – So geht es ihnen heute
Die Katzen, hier eine Britisch Kurzhaar, wurden in Tierheimen untergebracht. Foto: © Landkreis Harburg
Ängstlich, verwahrlost, dem Tode nahe: Das Stader Veterinäramt ordnete die Fortnahme an. Was die Tiere jetzt am meisten benötigen.
Neu Wulmstorf. Für 48 Katzen beginnt nun ein neues Kapitel. Sie hatten es in ihrem Leben bisher alles andere als leicht. Doch nun sollen die Fellnasen erfahren, was ein gutes Katzenleben ausmacht: ein sicheres Zuhause, ein eigenes Körbchen und vor allem liebevolle Zuwendung durch Menschen, denen sie vertrauen können.
Das Veterinäramt des Landkreises Harburg hatte Anfang Juli insgesamt 60 Katzen sichergestellt. Die Polizei entdeckte die Tiere in Seevetal nach Zeugenhinweisen in einem Autoanhänger. „Das zuständige Veterinäramt des Landkreises Stade hat ein Betreuungs- und Haltungsverbot gegen die Person ausgesprochen, bei der die Tiere aufgefunden worden waren“, heißt es von Bernhard Frosdorfer, Sprecher des Landkreises Harburg.
Die Katzen wurden medizinisch betreut und über Wochen gepflegt. Foto: © Landkreis Harburg
Zwei junge Katzen sind gestorben
Nach mehreren Wochen intensiver Pflege und tiermedizinischer Versorgung können 48 der Tiere nun an neue Halter vermittelt werden. Zwei Kitten überlebten nicht. Für zehn weitere Katzen bestanden bereits Übernahmevereinbarungen. Die zuständigen Veterinärämter haben die vorgesehenen Familien überprüft. Ihre Tiere haben sie mittlerweile erhalten.
Bei ihrer Entdeckung seien viele der edlen Katzen der Rassen Britisch Kurzhaar, Britisch Langhaar, Exotic Shorthair und Maine Coon verstört, ungepflegt und erheblich gesundheitlich beeinträchtigt gewesen. „Seither hat sich viel getan, die Tiere sind nach intensiver medizinischer Betreuung und Pflege in den Tierheimen Henstedt-Ulzburg, Großhansdorf und im Tierzentrum Neu Wulmstorf gesund und munter und warten nun auf ihre zweite Chance“, so Frosdorfer.

Diese Britisch-Kurzhaar-Katze sucht ein neues Zuhause. Foto: © Landkreis Harburg
Alle Tiere seien kastriert. Bei mehreren Katzen seien Zahnbehandlungen notwendig geworden.
„Tiere brauchen Sicherheit und Geborgenheit“
Das Veterinäramt geht davon aus, dass ein großer Teil der Tiere bislang überwiegend zur Zucht eingesetzt wurde und wenig Erfahrung mit einer artgerechten Haltung hat. „Die Tiere brauchen Sicherheit, Zuwendung und Geborgenheit“, sagt Amtstierärztin Elisabeth Ellinghaus. „Viele der Katzen werden auch ein wenig Zeit brauchen, um sich an ihr neues, normales Zuhause zu gewöhnen.“
Aufnahmestopp! Tierheime in Niedersachsen am Limit
Potenzielle Familien werden vor einer Vermittlung über die Besonderheiten des jeweiligen Tieres informiert. Bei einzelnen Katzen kann auch nach der Übernahme noch eine weiterführende tiermedizinische Behandlung notwendig sein. In diesen Fällen verpflichten sich die neuen Halter, diese fortzuführen.
Für die Rassekatzen wird bei der Vermittlung ein Beitrag von 250 Euro erhoben, heißt es vom Landkreis Harburg weiter.
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Vermittlung erfolgt über das Veterinäramt sowie die drei Tierheime
Die 48 Katzen sind derzeit auf drei Tierheime verteilt. Wer Interesse hat und vielleicht einen ersten Kennenlerntermin mit dem möglichen neuen Familienmitglied vereinbaren möchte, meldet sich hier:
- Tierzentrum Neu-Wulmstorf: Oldendorfer Straße 41, 21629 Neu Wulmstorf, Telefonnummer: 04168/ 9189563, E-Mail: info@tierzentrum-neu-wulmstorf.de
- Tierheim Henstedt-Ulzburg: Kirchweg 124 e, 24558 Henstedt-Ulzburg, Telefonnummer: 04193/ 91833, E-Mail: info@tierheim-henstedt-ulzburg.de
- Tierheim Großhansdorf: Waldreiterweg 101, 22927 Großhansdorf, Telefonnummer: 04102/ 64111, E-Mail: webmaster@tierheim-grosshansdorf.de
Bei einer Entscheidung für ein Tier nimmt das Veterinäramt des Landkreises Harburg dann die eigentliche Vermittlung vor. Weitere Informationen online; Fragen zum Ablauf beantwortet das Veterinäramt per E-Mail: tierschutz@lkharburg.de. (bt)
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