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TAfD-Hoffnungsträger Oliver Strotmann: Warum ist er plötzlich verschwunden?

Oliver Strotmann will wieder als Künstler und Schauspieler wahrgenommen werden.

Oliver Strotmann will wieder als Künstler und Schauspieler wahrgenommen werden. Foto: Weselmann

Er war als Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Buxtehude im Gespräch. Doch mittlerweile taucht AfD-Politiker Oliver Strotmann in der Öffentlichkeit nicht mehr auf. Was steckt dahinter?

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Von Karsten Wisser
Sonntag, 18.01.2026, 15:36 Uhr

Buxtehude. Wo ist Oliver Strotmann? Der frühere stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Stade aus Buxtehude ist nach einigen aktiven Monaten aus der Öffentlichkeit verschwunden. Nach seiner Wahl in den Kreisvorstand im März 2025 drehte Strotmann kurze Erklärvideos, die die Welt aus AfD-Sicht beleuchten sollten.

Innerhalb der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Partei galt der Mann als Hoffnungsträger. Sein Name fiel sogar im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl in Buxtehude im Rahmen der Kommunalwahl am 13. September 2026.

Eine Nebenrolle in „Alarm für Cobra 11“

Bekannt wurde Strotmann vor seinem Auftritt bei der AfD durch seinen Umgang mit einer seltenen, unheilbaren neuromuskulären Krankheit. Diese Bezeichnung umfasst Erkrankungen, die das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln beeinträchtigen. Nebenbei trat er in kleinen Rollen in TV-Produktionen wie „Alarm für Cobra 11“ auf und startete Kunstprojekte. So erlangte er eine gewisse Prominenz.

Zuletzt trat Strotmann im Sommer 2025 öffentlich für die AfD auf. Damals berichteten das Medienprojekt Recherche Nord und das TAGEBLATT über eine Reisegruppe des Stader AfD-Kreisverbands zu einem Sommerfest in Schnellroda, organisiert von Götz Kubitschek, einem bekannten Vordenker der rechtsextremen Szene.

Auf Instagram tauchte ein Foto von Strotmann mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner auf. Beide tauschten ihre Bücher aus: Strotmanns Werk trägt den Titel „Nicht ohne die AfD - Warum die Alternative für Deutschland gebraucht wird“. Sellners Buch heißt „Remigration: ein Vorschlag“.

Über die AfD will er nicht mehr reden

Kurz nach der Reise verschwand das Bild mit Sellner ebenso wie das Buch aus der Öffentlichkeit. Weitere Auftritte für die AfD folgten nicht. Gegenüber dem TAGEBLATT bestätigte Strotmann jetzt, dass er die Partei bereits vor Monaten verlassen habe. Als Grund nannte er gesundheitliche Probleme.

Auf die Frage nach anderen Motiven reagierte Strotmann zurückhaltend, ließ aber durchblicken, dass die Radikalität des Stader Kreisverbands von seinen Vorstellungen abweiche. Das Kapitel AfD sei für ihn abgeschlossen, und er wolle nicht mehr darüber sprechen. Inzwischen widmet er sich wieder seinen Kunstprojekten.

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