TAuf Reisen: Wann die Klappbrücke in Dornbusch nach Ostfriesland fährt
Die Sanierung der Klappbrücke in Dornbusch soll rund 1,8 Millionen Euro kosten. Foto: Knappe
Die Klappbrücke zwischen Dornbusch und Krautsand muss saniert werden. Warum die Gemeinde das Bauwerk dafür nach Ostfriesland transportiert und wann die Arbeiten losgehen könnten.
Dornbusch. Die Klappbrücke zwischen Dornbusch und Krautsand ist ein Wahrzeichen der Region - und im Sommer eine wichtige Verbindung für Tausende Radfahrer.
Doch der Zahn der Zeit nagt: Einige Holzkomponenten sind nicht mehr verkehrstüchtig, eine Sanierung dringend nötig. Bis zum Sommer soll das Bauwerk nun überholt werden.
Der Landkreis Stade hatte das Bauwerk 1986 errichtet. Nachdem die Kreisstraße entwidmet wurde, übergab der Kreis die Brücke der Gemeinde Drochtersen - die nun für die Sanierung verantwortlich ist.
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Umbau in Ostfriesland
Eine neue Stahlfahrbahn ersetzt die bisherige Holzkonstruktion. „Die ist langlebiger“, so Michael Eckardt vom Bauamt der Gemeinde. Zudem wird der Korrosionsschutz erneuert. Auch einen frischen Anstrich wird es geben, die vorhandene Farbgebung bleibt aber wohl erhalten.
Die Sanierung findet nicht vor Ort statt, sondern in einer Werkhalle in Ostfriesland. Mit Baubeginn wird der Stahlbau demontiert und auf einem Lkw nach Ihlow-Riepe im Kreis Aurich gebracht. Die überarbeiteten Module werden später wieder nach Dornbusch transportiert und eingebunden.
„Einpacken, mitnehmen, umbauen, zurückbringen“, beschreibt Eckardt die Methode. Die Maßnahmen übernimmt die Wurpts Maschinen- und Stahlwasserbau GmbH.
Gemeinde umgeht das Gezeiten-Problem
Die Gemeinde Drochtersen hat sich aus mehreren Gründen für diese Sanierungsart entschieden. Sie ist witterungsunabhängig und umgeht die Schwierigkeiten einer Sanierung vor Ort.
Die Süderelbe ist ein tidebeeinflusster Nebenarm der Elbe - die Gezeiten beeinflussen also den Wasserstand. Arbeitsschutzrechtlich sei es daher schwierig, direkt an dem Gewässer sichere Bedingungen zu schaffen, so das Bauamt.
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Wann die Arbeiten losgehen könnten
Derzeit rechnet Drochtersen mit einem Beginn der Maßnahmen Ende Februar oder Anfang März. Das Bauamt klärt derzeit noch, wo der Kran aufgestellt werden kann, der beim Demontieren der Brücke helfen soll.
Der Umbau in Ostfriesland wird wohl drei Monate dauern. Anschließend muss das Bauwerk in Dornbusch wieder zusammengesetzt werden, auch Restarbeiten stehen an. Zwischen Baubeginn und Verkehrsfreigabe dürften bis zu vier Monate vergehen, so das Bauamt.

Die Brücke wurde einst vom Landkreis gebaut und später der Gemeinde Drochtersen übergeben. Foto: Knappe
Mindestens 1,8 Millionen Euro
Die geplanten Kosten belaufen sich derzeit auf 1,8 Millionen Euro. Die Gemeinde schöpft dafür 500.000 Euro aus Fördermitteln: 350.000 Euro darf Drochtersen aus dem Metropolregion-Hamburg-Fördertopf nehmen.
150.000 Euro kommen aus dem Leader-Programm. Dabei handelt es sich um EU-Mittel, die für die Entwicklung des ländlichen Raums gedacht sind. Der lokalen Arbeitsgruppe Kehdingen-Ost stehen bis 2027 knapp 1,53 Millionen Euro für ausgewählte Projekte parat.
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Droht Verkehrs-Chaos?
Während der Bauzeit ist Krautsand nur über Drochtersen erreichbar. Die Kreisstraße 45 sei aber ohnehin die Hauptroute auf die Elbinsel, weshalb die Gemeinde nicht mit größeren Verkehrsbehinderungen rechne.
Ab dem Frühjahr wird das Bauwerk traditionell als Teil des Elbe-Radwegs insbesondere von Fahrradtouristen genutzt. Damit diese aus Krautsand kommend nicht in einer Sackgasse landen, sollen die Radler über Drochtersen umgeleitet werden.
Bis zum Hochsommer, wenn täglich fast 370 Radfahrer die Klappbrücke befahren, sollte der Weg wieder frei sein.
Künftig Buslinie möglich?
Für Busse und Fahrzeuge mit mehr als zwölf Tonnen Gewicht ist die marode Brücke derzeit gesperrt. Nach der Sanierung ist das Bauwerk für bis zu 18 Tonnen ausgelegt. Eine bessere Bus- und Schulbusanbindung der Elbhalbinsel wäre daher theoretisch möglich.
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