TBSV-Talent Leni Stolle: Was folgt auf den Deutschen Meistertitel?
BSV-Handballerin Leni Stolle: „Es fühlt sich immer noch unrealistisch an.“ Foto: Felix Schlikis/Lobeca.de
BSV-Handballerin Leni Stolle spielte bisher nie für eine DHB-Auswahl, überragte nun aber beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Jetzt verlässt sie den BSV.
Buxtehude. Als Leni Stolle nach dem Finale ihr Handy einschaltete, ging es sofort wieder aus. „Es ist abgestürzt“, erzählt die 18-Jährige und lacht. Zu viele Nachrichten, zu viele Glückwünsche.
Stolle hat mit dem BSV die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend gewonnen und wurde außerdem als beste Spielerin beim Final Four in Bensheim ausgezeichnet. „Das Endspiel ist jetzt über eine Woche her und es fühlt sich immer noch unrealistisch an.“
Busparty, Goldenes Buch, Podcast-Auftritt
Der BSV hatte das Halbfinale gegen Gastgeber Bensheim/Auerbach mit 30:23 gewonnen und Hannover-Badenstedt einen Tag später im Finale mit 38:26 überrollt. So deutlich habe es sich auf dem Feld aber nicht angefühlt, sagt Stolle. „Wir mussten mega viel investieren und haben über 120 Minuten konstant abgeliefert.“

Die A-Jugend des BSV hat sich in das Goldene Buch der Stadt Buxtehude eingetragen. Foto: Hansestadt Buxtehude (nomo)
Erst in der 52. Minute habe sie auf die Uhr geschaut. „Da kam langsam ein Lächeln. Aber ich wollte es noch nicht aussprechen.“
Das Team feierte auf der Rückfahrt im Bus, wurde von den Fans in Buxtehude empfangen und trug sich am vergangenen Dienstag ins Goldene Buch der Stadt ein. Zwischendurch war Stolle außerdem noch spontan zu Gast im Podcast von Handball-Kommentator Finn-Ole Martins. „Es hat mich gefreut, wie viele Menschen an mich gedacht haben“, sagt sie.
Fingerzeig in Richtung DHB?
Über die persönliche Auszeichnung sagt sie: „Ohne meine Mannschaft hätte ich das nicht geschafft. Ich konnte unser Spiel im Angriff gut lenken und meine Mitspielerinnen in Szene setzen.“ Insgesamt erzielte sie zehn Treffer. Auch ihre Mitspielerin Lina Steinecke wurde geehrt - als beste Torhüterin des Turniers.
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Doch ausgerechnet Stolle spielte in den Auswahlteams des DHB bisher kaum eine Rolle. Lediglich an einem U20-Lehrgang nahm sie teil und stand bei Turnieren auf der Reserveliste. „Die Leute, die mich regelmäßig spielen sehen, hat die Auszeichnung nicht überrascht“, sagt sie. Sie freue sich über die Aufmerksamkeit, die sie durch den MVP-Titel nun bekomme. Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch verfolgte das Finalturnier vor Ort.
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Aufgewachsen ist Stolle in Tespe im Landkreis Harburg. Bis zur C-Jugend spielte sie bei der HSG Elbmarsch, ehe sie mit einem Doppelspielrecht nach Buxtehude wechselte. „Damals habe ich gemerkt, dass ich im Handball mehr erreichen kann.“ Seitdem sie 16 ist, lebt sie in einer WG in Buxtehude. „Manchmal hatte ich Heimweh. Aber ich habe schnell neue Freunde gefunden.“
Stolle verlässt den BSV im Sommer
Sportlich sammelte Stolle bereits einige Erfahrung im Frauenbereich. Mit dem Juniorteam des BSV spielte sie nicht nur in der A-Jugend-Bundesliga, sondern auch in der 3. Liga. Außerdem debütierte sie im vergangenen Jahr in der Bundesliga-Mannschaft des BSV. „Das war sehr aufregend“, sagt sie über ihre ersten Einsätze.
Für die kommende Saison hatte Stolle zunächst überlegt, in Buxtehude zu bleiben. Nach Gesprächen mit dem BSV und dem Partnerverein Buchholz-Rosengarten entschied sie sich aber für den Wechsel in die zweite Liga.
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„Ich denke, das ist der richtige Schritt, um mich weiterzuentwickeln“, sagt sie. Für die Luchse ist sie vor allem deshalb interessant, da sie sowohl auf Rechtsaußen als auch im rechten Rückraum spielen kann.
Stolle selbst beschreibt sich als sehr selbstkritisch und weiß genau, woran sie arbeiten muss. Um sich im Frauenhandball im Rückraum durchzusetzen, wolle sie vor allem körperlich zulegen. Eine Rückkehr nach Buxtehude sei „vielleicht“ irgendwann das Ziel.
So geht es für sie neben dem Handball weiter
Und neben dem Handball? Stolle steckte zuletzt mitten in den Abiturprüfungen am Gymnasium Süd. Danach beginnt sie bei den „Luchsen“ in Buchholz ein duales Studium im Bereich Sportmanagement. Dabei wird sie auch in der Geschäftsstelle arbeiten und sich unter anderem um Marketing, Social Media und Schul-AGs kümmern.
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Vorher steht aber noch eine Sache an: Mit der Buxtehuder Meistermannschaft geht es nach Mallorca. „Zuerst war es nur als Abschluss unserer Jugendzeit geplant“, erzählt Stolle. Durch die Meisterschaft haben sie jetzt einen Grund mehr zum Feiern.
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