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US-Fußball

TBald in einer Liga mit Messi? Dieser Buxtehuder träumt von der MLS

Verteidiger Nicklas Lund spielt seit anderthalb Jahren in Portland.

Verteidiger Nicklas Lund spielt seit anderthalb Jahren in Portland. Foto: Avery Bane (nomo)

Schon jetzt lebt Nicklas Lund den Traum vieler junger Fußballer: Er ist Profi in den USA, fliegt zu den Auswärtsspielen. Doch der gebürtige Buxtehuder will mehr.

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Von Tim Scholz
23.07.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. Er hätte die Chance gehabt, kurzfristig an Tickets für das WM-Finale zu kommen. „Aber das wäre zu stressig geworden“, sagt Nicklas Lund. Schließlich war er am vergangenen Wochenende selbst im Einsatz - etwa 1600 Kilometer vom Endspielort New Jersey entfernt. Mit der zweiten Mannschaft der Portland Timbers feierte er einen Auswärtssieg in St. Louis.

Seit anderthalb Jahren ist Fußball für Lund nicht mehr nur Hobby, sondern auch Beruf. „Aktuell bin ich zu 100 Prozent Profi und verdiene damit mein Geld“, sagt er. Mit der zweiten Mannschaft der Portland Timbers spielt er in der MLS Next Pro, quasi eine dritte Liga für den Nachwuchs der Erstliga-Teams.

Lund trainiert bei den Profis mit

Die erste Mannschaft scheint dabei nicht weit entfernt. „Wir sind im gleichen Gebäude untergebracht und stehen täglich im Austausch. Man sieht sich im Kraftraum, beim Frühstück oder Mittagessen“, erklärt er. Außerdem trainiert der 24-jährige Verteidiger auch immer wieder mit dem MLS-Team und durfte die Profis Anfang des Jahres sogar in beide Trainingslager begleiten.

Nicklas Lund spielte zuletzt nahezu immer durch.

Nicklas Lund spielte zuletzt nahezu immer durch. Foto: Craig Mitchelldyer (nomo)

Nach einer längeren Verletzungspause in der vergangenen Saison hat sich Lund mittlerweile zurückgekämpft. In der zweiten Mannschaft spielte er zuletzt fast immer durch, so wie am Wochenende beim Sieg in St. Louis. „Ich bin wieder richtig gut in die Gänge gekommen“, sagt er.

Von Immenbeck über Hamburg nach Oregon

Sein Weg an die US-Westküste begann in Deutschland. In der Jugend spielte Lund, der deutsche und dänische Wurzeln hat, beim TSV Eintracht Immenbeck, später beim FC St. Pauli und dem Hamburger SV. In seinem letzten Jugendjahr bereitete er den Schritt vor, an ein College in die USA zu gehen, und bekam nach eigener Aussage mehrere Angebote.

Der Schritt in die USA habe ihn menschlich und sportlich weitergebracht, sagt Nicklas Lund.

Der Schritt in die USA habe ihn menschlich und sportlich weitergebracht, sagt Nicklas Lund. Foto: Nicholas Lin (nomo)

Die Entscheidung fiel auf die Oregon State University an der Westküste. Dort spielte Lund vier Jahre für die „Beavers“, machte parallel seinen Bachelor in Business Administration und empfahl sich für den Profifußball.

Vor anderthalb Jahren unterschrieb er schließlich bei den Portland Timbers. Seitdem sieht sein Alltag so aus: fünfmal pro Woche Training, Spiele vor teilweise Tausenden Zuschauern und Flüge zu den Auswärtsspielen. Aktuell steht Portland auf Platz vier.

Frotzeleien nach dem frühen deutschen WM-Aus

Lund spielt nun in einer Stadt, in der Fußball sehr populär und schon lange verwurzelt sei, erklärt er. Nicht umsonst werde Portland „Soccer City USA“ genannt. Auch wenn die Stadt im Bundesstaat Oregon kein Spielort der Weltmeisterschaft war, sei die Begeisterung überall zu spüren gewesen. Er selbst schaute die Spiele, wann immer es möglich war. Nach dem frühen deutschen WM-Aus habe er sich einige „Sprüche und Jokes“ seiner Mitspieler anhören müssen, erzählt er.

Zu den Auswärtsspielen geht es mit dem Flugzeug.

Zu den Auswärtsspielen geht es mit dem Flugzeug. Foto: privat (nomo)

Sportlich und menschlich habe ihn der Schritt in die USA vorangebracht. „Natürlich ist eine andere Sprache, eine andere Kultur und ein anderer Fußball eine Herausforderung, aber es hat mich auch zu einem besseren Spieler gemacht“, sagt Lund. Die eigene Komfortzone verlassen zu müssen, habe ihm dabei sicherlich geholfen.

Frühere Mitspieler kicken bereits gegen Messi

Und wie ist das Niveau des US-Fußballs? „Viel höher als die meisten Leute in Deutschland denken“, sagt Lund. In den USA habe er bereits mit Spielern und Trainern aus aller Welt zusammengearbeitet. „Wir hatten spanische Coaches, Spieler aus dem Nachwuchs vom FC Barcelona oder aus Akademien in Frankreich, Argentinien oder Uganda.“ Die unterschiedlichen Einflüsse sorgten für ein höheres Niveau.

Die zweite Mannschaft der Portland Timbers spielt in der MLS Next Pro.

Die zweite Mannschaft der Portland Timbers spielt in der MLS Next Pro. Foto: privat (nomo)

Einige seiner früheren Mitspieler hätten bereits den Sprung in die MLS, die höchste nordamerikanische Profiliga geschafft, sagt er, spielen dort gegen Stars wie Lionel Messi und bekommen Angebote aus Europa. „Hier wird schon guter Fußball gespielt“, sagt Lund.

Lund möchte anderen Talenten helfen

Wie es für ihn selbst weitergeht, steht noch nicht fest. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. „Mein Ziel ist klar“, sagt Lund. Er möchte den Sprung in die MLS schaffen.

Daneben arbeitet er bereits an einem weiteren Projekt: Da er selbst über eine Vermittlungsagentur den Weg in die USA gefunden hat, unterstützt er inzwischen zusammen mit einer Agentur talentierte Fußballer. Er gibt ihnen seine Erfahrungen weiter und berät sie bei der Suche nach einem College, bei Wechseln innerhalb der USA oder bei Themen wie Finanzen und Regularien.

„Ich möchte Spielern helfen, das Maximum aus ihrem Talent herauszuholen“, erklärt Lund. Den Weg, den er selbst eingeschlagen hat, sollen nun auch andere gehen können.

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