TBewaffneter Drogenhandel: Zerrüttetes Leben des Angeklagten in Stade im Blick
Eingang des Landgerichts Stade, wo der Prozess wegen bewaffneten Drogenhandels fortgesetzt wird. Foto: Algermissen
Zwei Männer stehen wegen bewaffneten Drogenhandels vor dem Stader Landgericht. Jetzt stand die Kindheit des Hauptangeklagten im Fokus, er selbst spricht von Horror.
Stade. Der Prozess gegen zwei Männer wegen bewaffneten Drogenhandels in Hechthausen setzt sich am Landgericht Stade fort. Bereits beim ersten Verhandlungstag zeichnete sich ein detailliertes Bild der Aktivitäten ab: Chatverläufe, Notizen und Zeugenaussagen belegen Verkäufe von Cannabis, Kokain, Amphetaminen und Tilidin. Bei Wohnungsdurchsuchungen wurden Waffen, Bargeld und Drogen sichergestellt.
Hinweise auf Drogenverkäufe und Observationen
Am zweiten Verhandlungstag traten neue Zeugen auf. Ein Polizist des Polizeikommissariats Hemmoor berichtete von ersten Hinweisen Anfang 2025. Jugendliche warteten regelmäßig vor der Wohnung des Hauptangeklagten, um Drogen zu kaufen.
Mutmaßlicher Dealer
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Ein Zeuge, selbst Käufer, bestätigte wiederholte Käufe von Kokain und Marihuana. Kurz vor dem Beginn einer geplanten Überwachung kam es zu einem Raubüberfall, bei dem sämtliche Drogen entwendet wurden.
Die anschließende Telekommunikationsüberwachung habe gezeigt, dass die Angeklagten bestimmte Begriffe verwendeten, um den Verkauf zu verschleiern. „Schnelles“ und „Ott“ dienten als Synonyme. Auf Grundlage dieser Hinweise wurden schließlich Durchsuchungsbeschluss und Festnahme umgesetzt.
Polizei identifizierte nach Aussage weitere Drogendealer
Die Vernehmung in der JVA Vechta hatte ergeben, dass der erste Angeklagte Marihuana in einem Zelt angebaut und zwei Ernten erzielt hatte, von denen 300 Gramm verkauft wurden. Die Vernehmung habe sich jedoch schwierig und zäh gestaltet, wie der Polizeibeamte betonte. Jedes Detail habe bei dem Angeklagten erfragt werden müssen.
Zwangseinweisungen
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Der zweite Zeuge des Verhandlungstags, Kriminalhauptkommissar aus Cuxhaven, erklärte, dass dank der Angaben des Angeklagten aber weitere Drogenhändler identifiziert werden konnten. Sein Verteidiger hatte bereits bei der Vernehmung in der JVA angemerkt, dass er durch seine geständigen Aussagen und Hinweise als Verkäufer „verbrannt sei“. Der Angeklagte hatte dort auch zu Protokoll gegeben, dass er auf das erwirtschaftete Geld verzichte. Dies hatte er in einem Schließfach seiner Pflegeeltern deponiert.
Horror-Heim? Aus der Lebensgeschichte des Hauptangeklagten
Der Hauptangeklagte konnte erneut auch von seiner bewegten Vergangenheit erzählen. Seine Mutter hatte seinen Vater mit 36 Messerstichen getötet, damals war er nur knapp zwölf Monate alt und kam mit seiner Schwester in eine Pflegefamilie.
Mit sechs Jahren kam er in ein Heim, das er als Horror beschrieb. Betreuer hätten ihn geschlagen, eingesperrt und Geschenke sowie Geld abgenommen. „Aus den Heimkindern wird eh nichts“, habe einer gesagt - eine Erfahrung, die sein Leben prägte.
In seiner ersten eigenen Wohnung begann er früh mit Drogen, unter anderem zur Linderung von Rheumaschmerzen. Kokain und Diazepam gehörten schnell zum Alltag.
Der Prozess wird in den kommenden Terminen fortgesetzt, bei denen weitere Zeugen und ein Gutachter gehört werden sollen.
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