TBibelfest und schöne Haare: Das ist D/A-Stürmer Christopher Schepp
Christopher Schepp hat in der laufenden Saison bereits fünf Tore erzielt. Foto: Jörg Struwe (nomo)
Christopher Schepp soll für D/A Tore schießen. Den 26-Jährigen darauf zu reduzieren, wäre zu einfach. Hier sind vier Dinge, die Sie noch nicht über den Stürmer wussten.
Drochtersen. Es scheppert beim Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. Wortspiele mit Namen sind eigentlich verboten. Bei Christopher Schepp machen wir eine Ausnahme. D/A forcierte die Spielerei schließlich selbst bei Schepps Verpflichtung.
1. Schepp und die Wortspiele
In einem Trailer passend zum Wechsel des 26-Jährigen vom TSV Havelse nach Drochtersen saß Mitspieler Jorik Wulff mit ausgeworfener Angel am Teich und sagte: „Heute wird mal richtig geangelt - und es wird scheppern.“
„Mittlerweile höre ich das bei jeder Station“, sagt Schepp. Sein Name verleite sogar dazu. Ein Problem habe er damit nicht. Im Gegenteil. Viele Journalisten spielten vor allem in den Schlagzeilen mit dem Namen Schepp. Selbst wenn andere Stürmer die Tore erzielten.
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2. Schepp und die heilige Bibel
Beim Toreschießen im Speziellen und beim Fußball und im Leben im Allgemeinen hilft Christopher Schepp der Glauben an Gott. Schepp spricht im neuen Podcast „D/A sind wir zuhaus“ offen über seine Religion.

TAGEBLATT-Sportchef Daniel Berlin spricht mit Christopher Schepp im Podcast über Religion, Frisuren und darüber, ob Stürmer besondere Menschen sind. Foto: Rambow (nomo)
Fußball sei ein schnelllebiges Geschäft, sagt Schepp. Auch seine Karriere kennzeichneten Höhen und Tiefen. „Mir tut es gut, neben dem Fußball Dinge wie den Glauben zu haben, an denen ich festhalten kann“, sagt Schepp.
Der Mittelstürmer wuchs in der Nähe von Vechta in einer gläubigen Familie auf. Mit den Jahren verfestigten sich bei Schepp Rituale. Zu einem guten Frühstück mit Kaffee und Eiern gehört bei Schepp die Bibellektüre. Vor ein paar Wochen erst postete er ein Foto bei Instagram: Eine Bibel liegt im Sand am Strand von Krautsand.
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Schepp hat meistens auch ein Notizbuch dabei und schreibt sich seine Gedanken zu den Versen auf. Er entdeckt dabei immer wieder Neues - je nach Blickwinkel. „Das gibt mir viel Kraft. Wenn ich mal nicht so eine gute Phase habe, kann ich mich mit diesen Dingen aus dieser Phase rausziehen“, sagt Schepp.
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Wenn es der Spielplan hergibt, geht Schepp sonntags in die Kirche. „Mir macht es Spaß, mich mit dem Glauben auseinanderzusetzen“, sagt er. Bevor er das Spielfeld betritt, bekreuzigt er sich. Das gebe ihm Sicherheit. Den „Schutz von Gott und Jesus“. Im Gebet in der Kabine vor dem Anpfiff bittet Schepp um Beistand, Gesundheit - für sich, seine Kollegen und mitunter auch den Gegner. Er bittet um Tore und um Siege. Ein bisschen Egoismus des Stürmers bleibt.
3. Schepp und der Torjägerinstinkt
Wie besonders sind Stürmer? Wie sehr Egoist? „Ein bisschen schon“, sagt Schepp. Er wird an seinen Toren gemessen. Schepp setzt dabei aber auf eine „gesunde Mischung“. Mitspieler und Mannschaft dürften nicht darunter leiden. Bei Schepp stimmt die Balance. Neben einem guten Schuss hat Schepp das Auge für den Nebenmann.
Fünf Ligatore hat Schepp in der laufenden Saison bereits erzielt. Elfmeter hat er herausgeholt. Besondere Tore, entscheidende Elfmeter. Der 26-Jährige setzt im Training auf viele Wiederholungen beim Torschuss. Auch wenn es funktioniert, schießt er noch weitere Male aufs Tor. Schepp agiert clever. „Man muss den Stürmerinstinkt auch ein wenig im Blut haben“, sagt Schepp.
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Schepps Idol war Robert Lewandowski wegen dessen Dynamik. Viele Menschen unterschätzen die Laufleistung eines Stürmers. Im modernen Fußball sind die Stürmer schließlich die ersten Abwehrspieler und laufen unermüdlich ihre Gegner an. 11,5 Kilometer hat Schepp in den Beinen, wenn er 90 Minuten durchspielt. Faszinierend ist dabei, dass Schepps Frisur auch nach Abpfiff noch sitzt.
4. Schepp und seine Frisur
„Du hast die Haare schön“, hatten Fans von RW Essen mal gesungen, als Schepp an ihnen vorbeigegangen war. Schepp erklärt den unverwüstlichen Style mit „Genetik“ und „den ein oder anderen Produkten - sonst würde es nicht halten“. Schepp sagt, er habe das Glück, relativ viele Haare zu haben. Derzeit formt eine Dauerwelle die Locken.
Schepp frisiere sich nicht akribisch, weil mitunter tausende Fans im Stadion auf ihn schauen oder weil Fotografen Bilder für die Ewigkeit machen. Er fühle sich einfach wohler, wenn er aus dem Haus gehe. Er mache sich eben zurecht. Außerdem würden ihm die Haare beim Fußball sonst ins Gesicht fliegen.
Viel hat Schepp auf dem Kopf schon ausprobiert. Demnächst ist wieder Zeit für Veränderung. Aber noch im alten Look geht es am nächsten Samstag ins Spiel gegen den SSV Jeddeloh.
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