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TDallmanns sagen Tschüss: Buxtehuder Goldschmiede schließt

Christine und Claus Dallmann verabschieden sich von ihrer Goldschmiede in der Mühle am Fleth.

Christine und Claus Dallmann verabschieden sich von ihrer Goldschmiede in der Mühle am Fleth. Foto: Weselmann

In Buxtehude geht eine im wahrsten Sinne goldene Ära zu Ende: Mit Dallmann schließt die letzte große Goldschmiede-Werkstatt der Stadt. Die Inhaber haben einen guten Grund.

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Von Fenna Weselmann
10.10.2026, 08:25 Uhr

Buxtehude. Christine und Claus Dallmann verabschieden sich von ihrem beruflichen Alltag. Die beiden gehen in den Ruhestand. Nach Jahrzehnten im eigenen Geschäft soll nun Zeit für neue Dinge sein.

Die Goldschmiede hat ihren Ursprung in Hamburg

Gegründet wurde das Unternehmen vor 41 Jahren in Hamburg - aus dem elterlichen Betrieb von Christine Dallmann. Nach Buxtehude wechselt die Goldschmiede 1989. Zunächst ist die Werkstatt in der Langen Straße 47 ansässig - im zweiten Stock jenes Hauses, in dem bis vor einiger Zeit noch die Deutsche Bank zu finden war. Von dort geht es schließlich an den heutigen Standort in der Mühle am Fleth, wo die Goldschmiede nun seit mittlerweile 26 Jahren zu Hause ist.

Christine Dallmann in der Goldschmiede-Werkstatt.

Christine Dallmann in der Goldschmiede-Werkstatt. Foto: Daniela Ponath

Neben der Fertigung eigener Schmuckkreationen und individueller Trauringgestaltung war die Goldschmiede auch als zertifizierter Schmuckgutachter gefragt. Und der Meisterbetrieb hat für Nachwuchs im Handwerk gesorgt. Insgesamt acht Goldschmiede wurden bei Dallmann ausgebildet.

Mit ihrem Unternehmen haben Dallmanns sich stets als Teil einer lebendigen Buxtehuder Stadtgesellschaft verstanden, bereit zur Gemeinschaft beizutragen. Der Abschied aus dem täglichen Geschäftstrubel ist nicht ohne Wehmut. „Wir haben dieses Unternehmen gelebt, und ich bin sehr dankbar für diese tolle Zeit mit den Kunden“, sagt Christine Dallmann.

Dallmanns haben herzerwärmende Momente erlebt

In den Jahren ihres Wirkens haben Dallmanns und ihr Team viele Menschen kennengelernt und teilweise über Jahrzehnte begleitet. Diese Begegnungen werde sie vermissen, sagt die Goldschmiedemeisterin. Ihr Mann und sie hätten unzählige herzerwärmende Momente erlebt. „Schmuck ist eine emotionale Sache, und an den Lieblingsstücken hängen Erinnerungen“, betont Claus Dallmann. Deshalb sei es für sie immer selbstverständlich gewesen, sich der persönlichen Wünsche ihrer Kunden anzunehmen.

Schmucke Ohrringe aus der Goldschmiede Dallmann.

Schmucke Ohrringe aus der Goldschmiede Dallmann. Foto: Daniela Ponath

Ob individuell gefertigtes Schmuckstück oder Reparatur eines Erbstücks - für ihr Handwerk hat Christine Dallmann vor allem eine Maßgabe gesetzt: Den Menschen mit Empathie zu begegnen und sie in ihren Bedürfnissen zu verstehen. „Wenn jemand glücklich aus dem Laden gegangen ist und mir nach zehn Jahren erzählt, dass er den Schmuck immer noch trägt, oder eine alte Dame vor Freude weint, weil wir das Geschenk ihres verstorbenen Mannes reparieren konnten, ist das ein rührendes Lob“, erzählt die Goldschmiedin.

Viele Heiratswillige kamen noch zur Trauringberatung

In den vergangenen Wochen war der Terminkalender bei Dallmanns prall gefüllt. Das Team der Goldschmiede hat alles darangesetzt, die vielen Aufträge abzuarbeiten. Viele Kunden nutzten die letzte Gelegenheit, hier in der Werkstatt alte Schmuckstücke reparieren oder ändern zu lassen.

Genauso gefragt waren die Trauringberatungen. Im September konnten Dallmanns ihr 111. Paar für 2026 begrüßen. Viele Heiratswillige wollten ihr besonderes Zeichen der Verbundenheit noch von der Buxtehuder Goldschmiede gefertigt wissen - obwohl manche Hochzeit sogar erst für 2028 geplant ist.

Die Goldschmiede Dallmann wird über die Region hinaus empfohlen. Zu den letzten Paaren gehörten beispielsweise Heiratswillige aus Hanstedt und Scheeßel. „Dass unsere Fachberatung von jungen Kunden so angenommen und wertgeschätzt wird, freut uns. Schließlich sind es die Ringe, die einen das ganze Leben begleiten sollen“, sagt Claus Dallmann.

Kein Leerstand: Für die Räume gibt es eine Nachfolge

Bevor Christine und Claus Dallmann das Geschäftsleben hinter sich lassen, haben sie noch ein Geschenk an die Kunden: Das Buxtehuder Traditionsunternehmen verabschiedet sich mit einem Aktionsverkauf. Um diesen vorzubereiten und die Ladenfläche entsprechend umzugestalten, bleibt die Goldschmiede zwischenzeitlich vom 19. bis 30. Oktober geschlossen.

Ab dem 2. November geht es dann mit bis zu 50 Prozent Rabatt in den geschäftlichen Endspurt. Für den ist zusätzlich auch montags geöffnet - bis am 30. Dezember die Türen der Goldschmiede Dallmann endgültig schließen. Nur so lange bleibt noch Zeit, beauftragte Stücke abzuholen und Gutscheine einzulösen.

Langen Leerstand wird es nicht geben. Für die Räume in der Ritterstraße 16 ist die Nachfolge gesichert. Dieser Ort bleibt ein Schmuckgeschäft. Mehr verraten Christine und Claus Dallmann noch nicht.

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