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Handball-Bundesliga

TDamals Euphorie, heute Abstiegskampf: BSV reist zum Thüringer HC

Erstes Spiel in der neuen Halle: Der BSV, hier Anika Hampel, holte einen Punkt gegen den THC.

Erstes Spiel in der neuen Halle: Der BSV, hier Anika Hampel, holte einen Punkt gegen den THC. Foto: Jan Iso Jürgens

Der Buxtehuder SV begeisterte zum Saisonstart gegen den Thüringer HC. Jetzt kommt das Rückspiel - unter völlig anderen Vorzeichen.

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Von Tim Scholz
Dienstag, 13.01.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Es war ein besonderer Tag. Am 6. September 2025 bestritt der Buxtehuder SV sein erstes Bundesligaspiel in der neuen Halle Nord. Die Stimmung war ohrenbetäubend, der BSV spielte furchtlos auf und führte zur Pause überraschend mit 17:11 gegen den haushohen Favoriten Thüringer HC.

Torhüterin Sophie Fasold wuchs über sich hinaus, 1500 Zuschauer trugen die Mannschaft. Am Ende stand ein 29:29. „Die Mannschaft hätte zwei Punkte verdient“, sagte Trainer Dirk Leun damals. 99,5 Prozent des Spiels habe sein Team „richtig geil“ performt.

Trainerlegende Müller jetzt der dienstälteste Coach

Es blieb einer der wenigen Lichtblicke dieser Saison. Zwei Punkte hat der BSV bislang geholt - und das ist lange her. Seitdem hat sich vieles verändert. Leun ist nicht mehr Trainer, Fasold fällt mit einer schweren Knieverletzung aus, der BSV ist Tabellenletzter. Und nun kommt es zum Rückspiel: Am Mittwoch (19.30 Uhr) gastiert Buxtehude in Bad Langensalza beim Thüringer HC, einem Schwergewicht des deutschen Frauenhandballs.

Zwar haben die Thüringerinnen den direkten Kontakt zur Tabellenspitze verloren, liegen drei Punkte hinter Tabellenführer Borussia Dortmund auf Platz vier (bei einem Spiel mehr), doch ihre Qualität steht außer Frage.

THC-Trainer Herbert Müller.

THC-Trainer Herbert Müller. Foto: Jan Iso Jürgens

Das Team von Trainer Herbert Müller, seit der Entlassung von Dirk Leun der dienstälteste Coach der Liga, ist noch in drei Wettbewerben vertreten. Am Sonntag erst war der Titelverteidiger der European League in Ungarn bei Mosonmagyaróvár im Einsatz und unterlag dort knapp mit 32:34.

Das macht den THC so gefährlich

In der Bundesliga verlor der THC in der ersten Saisonphase gegen Blomberg, Neckarsulm und Dortmund, feierte seit der letzten Niederlage jedoch vier Siege in Folge. Im DHB-Pokal stehen die Thüringerinnen im Halbfinale, treffen dort im März auf die HSG Bensheim/Auerbach. Auf dem Weg dahin setzte sich der THC bereits mit 34:27 gegen Buxtehude durch.

Ein Wiedersehen gibt es mit den ehemaligen BSV-Spielerinnen Lotta Heider und Laura Kuske, die mit mehr als neun Paraden pro Spiel zu den stärksten Torhüterinnen der Liga zählt. Beste Werferin ist die Rückraumspielerin Johanna Reichert, Top-Torschützin und Bundesliga-MVP der vergangenen Saison.

Laura Kuske spielte bis zur vergangenen Saison beim BSV.

Laura Kuske spielte bis zur vergangenen Saison beim BSV. Foto: Jan Iso Jürgens

BSV-Trainer Nicolaj Andersson weiß um die Schwere der Aufgabe. „Wenn man sich die letzten Spiele anschaut, dann ist der THC in einer guten Form und agiert aus der Breite heraus als Mannschaft“, so der Däne. „Sie spielen einen schlauen und geduldigen Handball. Zugleich müssen wir auch geduldig spielen und es wird darum gehen, klare Chancen herauszuarbeiten, um möglichst nicht in ihr Tempospiel reinzulaufen.“

Das passierte dem BSV erst vergangene Woche beim Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe. Zur Pause stand es noch 11:15 aus BSV-Sicht, doch danach wurde es immer deutlicher. Blomberg schaltete konsequent um, bestrafte nahezu jeden Buxtehuder Fehler und gewann mit 35:19.

Das erwartet Andersson von seiner Mannschaft

Der am Wochenende noch erkrankte Andersson hofft, rechtzeitig wieder fit zu werden. Personell dürfte sich ansonsten wenig ändern, es steht der gleiche Kader wie gegen Blomberg zur Verfügung. Mit einer Rückkehr von Nationalspielerin Jolina Huhnstock wird erst Ende Januar gerechnet.

Trotz der schwierigen Ausgangslage formuliert Andersson klare Erwartungen: „Ich möchte, dass man bei unserem Spiel am Mittwoch erkennt, dass wir unser Tempo im Spiel gesteigert haben und dass unsere Inhalte aus dem Training wirken.“ Defensiv bereite man sich zudem gezielt auf das Sieben-gegen-sechs vor und müsse flexibel agieren.

Die Partie wird bei sporteurope.tv und Dyn übertragen.

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