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Millionenprojekt

TDas ist der Plan für den neuen Baubetriebshof in Buxtehude

Der Baubetriebshof am Melkerstieg in Buxtehude ist in die Jahre gekommen.

Der Baubetriebshof am Melkerstieg in Buxtehude ist in die Jahre gekommen. Foto: Sulzyc

Der Baubetriebshof in Buxtehude wird umziehen und neu gebaut werden. Nach vier Jahren Beratung steht jetzt der Plan. Eine wichtige Frage ist aber noch offen.

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Von Thomas Sulzyc
Montag, 27.04.2026, 18:25 Uhr

Buxtehude. Der Baubetriebshof der Städtischen Betriebe Buxtehude (SBB) zieht um. Der in die Jahre gekommene und mit Altlasten belastete Standort am Melkerstieg wird aufgegeben. Ein Neubau entsteht im Gewerbegebiet an der Philipp-Reis-Straße.

Vier Jahre nach diesem Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt Buxtehude steht jetzt der Plan für den Neubau. Einstimmig hat ihn der Betriebsausschuss des Rates empfohlen. Herausgekommen ist ein von Sparzwängen gekennzeichnetes Millionenprojekt, das sich das Ziel der Klimaneutralität aber einiges kosten lässt.

Kostenexplosion in vier Jahren

Kalkulierte 26 Millionen Euro wird voraussichtlich Buxtehudes neuer Baubetriebshof kosten. Im Jahr 2022 war noch von geschätzten 19,3 Millionen Euro Kosten die Rede.

Diese Architekturzeichnungen zeigen erstmals, wie das Betriebsgebäude des Baubetriebshof-Neubaus aussehen wird. Vorgesehen ist eine Holzfassade.

Diese Architekturzeichnungen zeigen erstmals, wie das Betriebsgebäude des Baubetriebshof-Neubaus aussehen wird. Vorgesehen ist eine Holzfassade. Foto: Städtische Betriebe Buxtehude

Der Entwurf sieht Betriebsgebäude vor, die 23,4 Millionen Euro kosten werden. In das Betriebsgebäude wird die Sozialstation Buxtehude, zurzeit an der Apensener Straße, einziehen und acht Räume im ersten Geschoss belegen. Die Kosten dafür: 1,3 Millionen Euro.

Zum Baubetriebshof wird auch ein Gebäude mit Freilaufgehege gehören, um Tiere unterzubringen, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sichergestellt oder in Obhut genommen haben. Die sogenannte Fundhundeunterbringung kostet 71.400 Euro.

Ein ursprünglicher Entwurf sah deutlich üppiger aus: Abstriche in einem Gesamtwert von 10,2 Millionen Euro seien bei den Planungen gemacht worden, sagte Betriebsleiter Christoph Rüber während seiner Präsentation im Betriebsausschuss.

Hartes Ringen um Kostensenkungen

Nicht gebaut wird zum Beispiel ein zweites Obergeschoss am Verwaltungsgebäude. 1,8 Millionen Euro hätte es zusätzlich gekostet. Die Idee, das Gebäude schmaler zu bauen und die Büros mit schmaleren Schreibtischen auszustatten, hat sich aber erledigt. Das zeigt aber, wie Politik und Verwaltung um Kostensenkungen gerungen haben.

Hintergrund: Das 29.300 Quadratmeter große Grundstück für den Baubetriebshof-Neubau an der Philipp-Reis-Straße gilt zwar als eng. Ziel ist es aber, den 93 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bessere Arbeitsbedingungen als am jetzigen Standort zu bieten. Schmalere Büros und Schreibtische wären das falsche Signal gewesen.

Der Mitarbeiterparkplatz ist um die Hälfte geschrumpft: Von ursprünglich geplanten 100 Stellplätzen bleiben lediglich 50. Kostenersparnis: rund 900.000 Euro. Ausschussmitglied Ulrich Felgentreu (Grüne) kritisiert einen damit verbundenen Effekt: Ein Parkplatzneubau mit mehr als 50 Stellplätzen muss mit Photovoltaikmodulen ausgerüstet sein. Die gesetzliche Vorschrift findet jetzt aber keine Anwendung.

Klimaneutral wollen die Städtischen Betriebe Buxtehude den Baubetriebshof-Neubau betreiben. Deshalb bleiben einige umstrittene Baumaßnahmen bestehen. Das gilt zum Beispiel für die geplante Holzfassade des Betriebsgebäudes. Kritiker meinen, dass das Gebäude mit anderer Fassadengestaltung preisgünstiger gebaut werden könnte.

Das ist der Grund für die Holzfassade

Die Holzfassade sei notwendig, um einen ökologischen Baustandard zu erfüllen, sagte Christoph Rüber. Das sogenannte DGNB-Zertifikat in Silber signalisiert, dass ein Projekt mindestens die Hälfte aller Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt. „Wenn wir auf die Zertifizierung verzichten, bekommen wir keine Förderung.“

Im Betrieb wird der Baubetriebshof so viel Energie erzeugen wie er verbraucht. Möglich machen das auch Photovoltaikmodule, die auf begrünten Dächern des Betriebsgebäudes, der Werkstatt und der Fahrzeughalle installiert werden. 1,2 Millionen Euro kostet diese Investition.

Die Visualisierung zeigt das begrünte Dach des Betriebshof-Neubaus. Photovoltaikmodule erzeugen aus Sonnenlicht Strom.

Die Visualisierung zeigt das begrünte Dach des Betriebshof-Neubaus. Photovoltaikmodule erzeugen aus Sonnenlicht Strom. Foto: Städtische Betriebe Buxtehude

Was gebaut wird, ist also beschlossene Sache. Die wichtige Ausschreibungsmodalität ist aber noch politisch umstritten: Die CDU-Fraktion will die weitere Planung und die Bauausführung an einen Generalunternehmer vergeben. Sie erhofft sich davon, drastische Kostensteigerungen und Bauverzögerungen zu vermeiden.

Die Alternative ist, wie die Stadt bisher verfährt: Einzelgewerke auszuschreiben und den Bau unter Koordinierung des Stadtbauamtes auszuführen. Ein Argument dafür: Heimische Handwerksbetriebe kämen so zum Zuge. Die Entscheidung will die Politik am 17. Juni im Betriebsausschuss fällen.

Der Zeitplan sieht vor, dass der neue Baubetriebshof Ende Juni 2029 fertig sein wird. Nach vier Jahren Planung äußert die Ausschussvorsitzende Arnhild Biesenbach (CDU) einen Wunsch: „Eine symbolische Grundsteinlegung noch in diesem Jahr.“

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