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Klimaneutralität

TDie Energiezukunft in Buxtehude: Antworten auf 7 wichtige Fragen

Auf dem Dach der Berufsbildenden Schulen Buxtehude ist die Energiewende sichtbar: Der Landkreis Stade als Schulträger lässt zurzeit Photovoltaikmodule zur Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie installieren. Im Hintergrund ist der Turm der St.-Petri-Kirche zu sehen.

Auf dem Dach der Berufsbildenden Schulen Buxtehude ist die Energiewende sichtbar: Der Landkreis Stade als Schulträger lässt zurzeit Photovoltaikmodule zur Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie installieren. Im Hintergrund ist der Turm der St.-Petri-Kirche zu sehen. Foto: Sulzyc

Geht in der Stadt das Licht aus, wenn Hunderte Stromautos laden? Wie lange darf man noch eine Gasheizung betreiben? Der Chef der Stadtwerke Buxtehude gibt Antworten.

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Von Thomas Sulzyc
17.10.2026, 09:19 Uhr

Buxtehude. Wie sieht die Energiezukunft in Buxtehude aus? Antworten darauf wollte der Verein Kulturforum am Hafen am Mittwochabend in seiner Talkreihe geben. Deshalb sprach Moderator Dr. Hans Peter Kölzer mit Stefan Babis, Geschäftsführer der Stadtwerke Buxtehude. Das Energieunternehmen wird maßgeblicher Motor beim geplanten gigantischen Umbau zur Wärme- und Energiewende sein.

Hier Antworten auf 7 wichtige Fragen:

Was bedeutet Wärmewende für Buxtehude?

Die Hansestadt Buxtehude hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu sein. Das bedeutet, dass der Ausstoß von schädlichen Treibhausgasen durch Kohlenstoffbindung ausgeglichen wird.

Der Umbau der Wärmeversorgung ist ein wichtiger Beitrag. Aktuell basieren noch 93 Prozent der Wärmeversorgung auf fossilen Energieträgern (Gas und Öl). Der Bundesgesetzgeber sieht vor, dass bis 2040 möglichst ein Viertel aller Gebäude an ein Wärmenetz angeschlossen sein soll und 65 Prozent dezentral, vor allem über Wärmepumpen, beheizt werden.

Stefan Babis (links), Geschäftsführer der Stadtwerke Buxtehude, ist Gast beim Talk des Kulturforums am Hafen. Thema ist die Energie- und Wärmewende in Buxtehude. Dr. Hans Peter Kölzer (rechts) moderiert das Gespräch.

Stefan Babis (links), Geschäftsführer der Stadtwerke Buxtehude, ist Gast beim Talk des Kulturforums am Hafen. Thema ist die Energie- und Wärmewende in Buxtehude. Dr. Hans Peter Kölzer (rechts) moderiert das Gespräch. Foto: Sulzyc

Straßen müssen aufgegraben werden. Das Umsetzungstempo sei auch abhängig von der Leistungsfähigkeit der Tiefbauabteilung der Stadt, sagt Stefan Babis.

Wo werden Wärmenetze in Buxtehude entstehen?

Vier Gebiete haben die Stadtwerke vorgesehen. Am weitesten fortgeschritten sei die Planung im Buxtehuder Nordwesten, also Melkerstieg, Sagekuhle, Altstadt.

Am Melkerstieg entsteht ein Energiepark. Dort ist vorgesehen, dem Abwasser Wärme zu entziehen und Großwärmepumpen zu betreiben. Die Kosten: „Ein dreistelliger Millionenbetrag“, sagt Stefan Babis. Baubeginn: voraussichtlich Herbst 2027.

Ein weiteres Wärmenetz wird im Bereich Stieglitzweg entstehen. Kandidaten in der Zukunft sind noch Wohngebiete am Mühlenteich und das Gewerbegebiet Alter Postweg.

Setzt sich die Wärmepumpe in Buxtehude durch?

Als die Ampel-Koalition regierte, wurde die Wärmepumpe zum Politikum. Das ist vorbei. „Die Menschen sind bereit für die Wärmepumpe“, sagt Stefan Babis. 300 Umstellungen pro Jahr von Öl oder Gas auf eine Stromheizung verzeichneten die Stadtwerke Buxtehude.

„Es wird keine Renaissance von Öl- oder Erdgasheizungen geben“, sagt Stefan Babis. Grund: Die Preise für Öl und Gas werden zunehmend teurer werden.

Darf man nach 2045 nicht mehr mit Öl oder Gas heizen?

Wer will, darf auch nach 2045 oder später mit Öl oder Gas heizen. Es gibt kein Betriebsverbot für fossile Heizungen. Für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt aber ab 2029 eine steigende Quote für grüne Gase, Bioöl oder Wasserstoff.

„Wir werden bis Anfang der 2050er Jahre noch Gasnetze betreiben“, sagt Stefan Babis. „Aber das schleicht sich langsam aus.“

Geht das Licht aus, wenn alle ihre Stromautos laden?

Die Stadtwerke Buxtehude haben mehrere Szenarien durchgespielt. Zum Beispiel, was passieren würde, sollte jeder zweite Haushalt mit Strom heizen und gleichzeitig Hunderte Stromautos laden. Die Folge daraus: „Wir werden 70 bis 80 Millionen Euro investieren, um unsere Netze zukunftsfähig zu machen“, sagt Stefan Babis, und zwar in den nächsten 10 bis 15 Jahren.

Woher soll die grüne Energie kommen?

Die Strategie sei, die Hälfte des in Buxtehude benötigten Stroms im Stadtgebiet und in der Region zu erzeugen. Die Stadtwerke Buxtehude arbeiten dazu mit befreundeten Stadtwerken zusammen. Beispiel: In Egestorf (Landkreis Harburg) entstünden bereits eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von rund 7,5 Megawattpeak und Batteriespeicher.

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Baubeginn für den geplanten Solarpark im Buxtehuder Ortsteil Dammhausen wird laut Stefan Babis voraussichtlich im nächsten Jahr sein.

Wird das Heizen in diesem Winter besonders teuer?

Der Iran-Krieg treibe die Preise nach oben. „So habe ich das noch nie erlebt“, sagt der Chef der Stadtwerke Buxtehude. Er verspricht aber: „Wir werden unseren Kunden 2027 gute Preise anbieten können.“

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