TEnergos Force: Stades LNG-Schiff kommt zurück in den Energiehafen
Die Energos Force, das schwimmende LNG-Terminal, lag bereits ein Jahr im Stader Energiehafen, ohne Gas geliefert zu haben. Jetzt kehrt sie zurück. Foto: Martin Elsen (Archiv)
Daran hatten nicht mehr viele geglaubt: Das schwimmende LNG-Terminal Energos Force soll im September wieder im Stader Hafen für verflüssigte Gase festmachen.
Stade. Die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) gibt sich optimistisch: „Gute Nachrichten für den Energiestandort Stade und die Versorgungssicherheit in Deutschland“ lässt sie am Mittwochvormittag in einer Pressemitteilung verlauten. Nach schwierigen Etappen bei der Errichtung des schwimmenden LNG-Terminals (FSRU) Stade sei die Inbetriebnahme der Anlage nunmehr für September geplant.
Land baut Energiehafen für 300 Millionen Euro
Die Energos Force soll in Stade von Gastankern tiefgekühltes und damit flüssiges Erdgas (LNG) aufnehmen, erwärmen und so zurück in den Gaszustand bringen, um es ins bundesdeutsche Netz einzuspeisen. Dafür hatten Land und Bund extra den neuen Energiehafen für 300 Millionen Euro auf Höhe des Chemieparks Bützfleth gebaut.

Die Energos Force wird, von Schleppern begleitet, von Stade in die Außenelbe gebracht. Das war im August 2024. Foto: Hauschildt (Archiv)
Die FSRU kam dann im Frühjahr 2024 auch, machte fest, speiste aber nicht einen Kubikmeter Gas ins Netz. Nahezu ein Jahr lag sie ungenutzt vor Stade. Das kostete den Steuerzahler Unmengen an Geld, denn pro Monat werden mehrere Millionen Euro an Charter fällig, die der Bund trägt.
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Die DET, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums handelt, macht dafür - auch in einem Hintergrundgespräch mit dem TAGEBLATT - „umfangreiche technische und sicherheitsrelevante Analysen sowie vorbereitende Maßnahmen während der letzten Monate“ verantwortlich. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit der Hanseatic Energy Hub (HEH).
An Land entsteht ein LNG-Terminal für eine Milliarde Euro
Die HEH baut derzeit für gut eine Milliarde Euro in Stade das feste LNG-Terminal an Land. Sie hatte die Anlagen im Energiehafen fertigstellen wollen. Doch damit war die DET nicht zufrieden. Sie bemängelte fehlende Standards. Die beiden Kontrahenten blockieren sich und eine mögliche Einspeisung.
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Insider vermuten aber auch, dass sich aufgrund einer veränderten Marktlage das Einspeisen nicht lohnte. Es gab keine Gasmangellage, die Preise für LNG waren hoch. Wie dem auch war: Der Streit ist ausgestanden, die DET hat die Anlagen nach ihren Vorstellungen fertiggestellt und jetzt einen „klaren Fahrplan auf dem Weg bis zur ersten LNG-Lieferung“.
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Im September sind die Anlagen betriebsbereit, dann soll auch die FSRU wieder vor Ort sein und sich aufs Einspeisen des Gases für die Wintersaison vorbereiten. Zwischenzeitlich war die Energos Force auf eine große Reise gegangen.
Energos Force wurde nach Jordanien ausgeliehen
Die DET vercharterte das Regasifizierungsschiff im Frühjahr 2025 und setzte es bis jetzt in Jordanien ein. Das sparte Steuergelder. Vertraglich sei sichergestellt, dass die FSRU rechtzeitig für die Inbetriebnahmephase des Terminals in Stade zurückkehren kann. Damit werde neben Brunsbüttel und Wilhelmshaven das Terminalkonzept des Bundes zur Sicherung der Gasversorgung vervollständigt, so die DET am Mittwoch.
Ab sofort veröffentlicht sie Neuigkeiten zum Baufortschritt des Terminals in einem Bautagebuch auf der Internetseite https://energy-terminal.de/bautagebuch-stade
Positive Reaktionen aus Stade zur Rückkehr der FSRU
Die angekündigte Rückkehr der Energos Force wird in Stade positiv aufgenommen. „Das ist eine gute Nachricht, denn das zeigt, dass die deutsche Bundesregierung weiterhin zum Standort Stade steht“, so Stades Erster Stadtrat Lars Kolk. Die Stadt übernehme gerne Verantwortung für die Energiesicherheit Deutschlands - in einigen Jahren mit dem landbasierten LNG-Terminal und bereits in einigen Monaten mit der „Energos Force“.
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