TErster Auswärtssieg: Buxtehuder SV setzt Erfolgsserie in Zwickau fort
Der BSV und Isabelle Dölle sind jetzt seit fünf Spielen ungeschlagen. Foto: Jan Iso Jürgens (Archiv)
Anika Hampel glänzt mit einer starken ersten Halbzeit. Nach der Pause kommt Zwickau heran, der BSV muss zittern, feiert am Ende aber seinen ersten Auswärtssieg.
Buxtehude. Der BSV führt 31:30, nur noch fünf Sekunden auf der Uhr. Trainer Nicolaj Andersson nimmt die letzte Auszeit. Der Plan: Kein Risiko mehr und die Zeit herunterspielen. „Mädels, wir gewinnen das Spiel“, hallt es aus dem Kreis.
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Als es weitergeht, passiert nichts Entscheidendes mehr. Der BSV holt noch einen Freiwurf heraus, doch Isabelle Dölle lässt den Ball zu Boden fallen und feiert mit ihren Mitspielerinnen den ersten Auswärtssieg in dieser Saison.
Mehr sogar: Mit dem 31:30 (20:15) blieb der BSV auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen und kletterte in der Tabelle auf Rang acht. „Die erste Halbzeit war der Schlüssel zum Erfolg. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagte Trainer Andersson. Buxtehudes beste Werferin war Anika Hampel mit neun Treffern.
Wenige Fehler, hohe Effektivität
In der Zwickauer Stadthalle entwickelte sich von Beginn eine torreiche Partie. Nahezu jeder Abschluss fand den Weg ins Tor. Die ehemalige Buxtehuderin Charlotte Kähr setzte auf Zwickauer Seite früh Akzente, doch der BSV hielt konsequent dagegen.
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Vor allem im Angriff präsentierte sich Buxtehude stark, strukturiert und mit viel Tempo. Die Gäste leisteten sich nur wenige Fehlpässe und überzeugten mit hoher Effektivität. Bis zur 18. Minute standen 12 Treffer aus 14 Würfen zu Buche (12:10). Die Abwehrreihen waren zu diesem Zeitpunkt noch kein wesentlicher Faktor.
Anika Hampel überzeugt im ersten Durchgang
Im Angriff stand immer wieder Anika Hampel im Mittelpunkt. Die Spielmacherin prägte das Buxtehuder Spiel mit einer herausragenden Leistung. Sie suchte entschlossen die Lücke, zog Fouls und holte damit mehrfach Siebenmeter heraus. Hampel übernahm selbst die Verantwortung an der Linie und verwandelte alle fünf Strafwürfe sicher. Auch aus dem Feld war sie kaum zu stoppen.
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Zwickau blieb zwar dran, doch der BSV hatte stets die passende Antwort, agierte clever in eigener Unterzahl. In der Schlussphase der ersten Hälfte setzte sich Buxtehude erstmals etwas deutlicher ab, nutzte Ballgewinne konsequent und erhöhte kurz vor der Pause auf 20:15.
BSV hat Zwickauer Spielmacherin besser im Griff
Nach der Pause fand der BSV zunächst schwerer ins Spiel. Im Angriff schlichen sich einige Ungenauigkeiten und Ballverluste ein, wodurch Zwickau den Rückstand Schritt für Schritt verkürzen konnte. Der BSV wirkte vorne nicht mehr so strukturiert, die Wurfquote sank deutlich. „Wir können jetzt nicht zufrieden sein“, sagte Andersson in der Auszeit.
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Zwickau stellte sich defensiv besser ein und glich in der 41. Minute zum 24:24 aus. In dieser Phase fehlte dem BSV in der Offensive die Leichtigkeit. Auch Hampel agierte nicht mehr so souverän wie im ersten Durchgang, konnte aber mit Ballgewinnen und wichtigen Aktionen im Angriff Impulse setzen.
Mit der Umstellung auf die siebte Feldspielerin wurde das Buxtehuder Spiel wieder stabiler. Außerdem hatte der BSV Silje Brøns Petersen, die das Zwickauer Spiel prägt wie kaum eine andere, besser im Griff als im Hinspiel und hielt sie bei fünf Toren.
20 Fans unterstützen den BSV
Zwischenzeitlich hatte sich der BSV in der Defensive gesteigert. Auch Torhüterin Annie Linder wurde nun zum Faktor mit mehreren wichtigen Paraden. Trotz weiterer Fehler und vergebener Chancen hielt Buxtehude den Vorsprung elf Minuten vor dem Ende bei vier Treffern (28:24).
Zwickau wehrte sich und kam in der Schlussphase noch einmal bis auf ein Tor heran. Der BSV behielt jedoch die Nerven und feierte mit den 20 mitgereisten Fans den ersten Auswärtssieg. Für Zwickau war es nach dem 32:33 am Mittwoch bei Halle-Neustadt die nächste bittere Niederlage in einem Kellerduell.
„Es war das erwartet kampfbetonte Spiel“, sagte Spielmacherin Hampel. „Wir haben von der ersten Minute gezeigt, dass wir die Punkte holen wollen. Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mannschaft.“
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Für den BSV geht es jetzt in eine einmonatige Bundesliga-Pause. Erst am 28. März steht das Auswärtsspiel in Bensheim an, ehe am 4. April Halle-Neustadt zum letzten Heimspiel der Hauptrunde nach Buxtehude kommt. Danach beginnen die Play-offs.
BSV-Tore: Kaminska (0 Paraden), Linder (7 Paraden); Nielsen 5, Mittag, Frey, Hampel 9/6, Dölle 6, Andresen 1, Kaufmann, von Prittwitz 4, Ternede 6, Senel, Huhnstock, Lück.
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