TErster Sieg im 15. Saisonspiel! BSV bezwingt Oldenburg im Nordderby
BSV-Spielmacherin Isa Ternede trifft aus dem Rückraum. Foto: Jan Iso Jürgens
Die Formkurve zeigte zuletzt nach oben. Jetzt hat sich der BSV belohnt. Ausgerechnet im Derby gab es den ersten Saisonsieg - vor den Augen eines Vize-Europameisters.
Buxtehude. Es läuft die 39. Spielminute, da befördert Keeperin Annie Linder den Ball über das gesamte Feld ins verwaiste Oldenburger Tor. Die Halle tobt und der BSV startet einen Lauf, dessen Ausmaß keiner der 1121 Zuschauer in der Halle Nord erwartet hatte. Mit 8:0 Toren wird der BSV den Nordrivalen in den nächsten Minuten überrennen und am Ende seinen ersten Saisonsieg feiern.
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Nach zuletzt aufsteigender Form konnte sich der BSV am Mittwochabend mit zwei Punkten belohnen. Am 15. Spieltag gab es einen 35:31 (15:16)-Heimsieg gegen Oldenburg - in einem der traditionsreichsten Duelle des deutschen Frauenhandballs. Beste Buxtehuder Werferin war Isabelle Dölle mit acht Treffern.
BSV schaltet nach Remis sofort auf Derby um
Bei der knappen Niederlage gegen Neckarsulm und beim Remis am Samstag in Göppingen präsentierte sich der BSV schon fehlerfreier und mental reifer.
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Trainer Nicolaj Andersson hatte nach dem Punktgewinn in Göppingen schnell den Blick nach vorn gerichtet. Bereits auf der langen Rückfahrt habe sich die Mannschaft „parallel“ mit Oldenburg beschäftigt, erklärte der Däne. „Wir haben vieles gut gemacht gegen Göppingen. Das müssen wir mitnehmen und uns bewusst machen, dass es uns gelingt, spielerisch besser zu werden.“
Buxtehuder SV - Oldenburg
BSV-Torhüterin Linder gleich zur Stelle
Das Derby begann jedoch mit einem Schreckmoment, als Rechtsaußen Maj Nielsen nach nicht mal drei Minuten auf den rechten Arm fiel und nach kurzer Behandlung vom Feld musste. Christin Kaufmann kam ins Spiel und verlor gleich bei ihrer ersten Aktion den Ball. Es passte zur nervösen Anfangsphase, in der sich technische Fehler aneinanderreihten. Doch dank der frühen Paraden der Schwedin Annie Linder lag Buxtehude nur 0:1 zurück.
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Mit der Abwehrarbeit war der Trainer zufrieden, feierte gelungene Aktionen seiner Mannschaft mit geballter Faust. Vorne jedoch wirkte der BSV nicht so souverän wie in den letzten Partien, konnte aus dem Positionsangriff selten gute Chancen kreieren. Andersson nahm eine Auszeit und gab seinen Angreiferinnen neue Anweisungen.
Von Prittwitz mit Tempo, Huhnstock per Heber
Das Spiel blieb offen, zum einen, weil die Oldenburgerinnen auch nicht fehlerfrei agierten, zum anderen, weil der BSV mehr Spielfluss und Zug in die Tiefe entwickelte. Kapitänin Teresa von Prittwitz traf nach einem Gegenstoß, Kreisläuferin Jolina Huhnstock nach schöner Vorarbeit per Heber. Wenig später warf Anika Hampel den Ball zur ersten Buxtehuder Führung ins leere Tor. Der BSV drehte das Spiel, 8:6 (15.).
Oldenburg blieb dran, nutzte eine Buxtehuder Unterzahl, um wieder vorzulegen. Anschließend setzte der BSV auf die siebte Feldspielerin, spielte mit Jolina Huhnstock und Carina Senel am Kreis, bekam aber umgehend einen Treffer ins leere Tor (12:14). Es war Feuer im Derby. Mit einem Doppelpack brachte Isabelle Dölle den BSV wieder heran, Torhüterin Linder bekam ein paar Bälle zu fassen und die zurückgekehrte Maj Nielsen erzielte kurz vor der Pause das 15:15, ehe Oldenburg noch mit einer 16:15-Führung in die Kabine ging.
BSV fängt sich nach kurzer Schwächephase
Am Mittwochabend blieben einige Plätze in der Halle Nord leer. 1121 Zuschauer sahen das Derby, darunter Vize-Europameister Marko Grgić, der drei Tage nach dem Finale von Herning zusammen mit Partnerin Mia Lakenmacher (von 2020 bis 2024 beim BSV) die Partie verfolgte.
Die Dritte Halbzeit
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Und sie sahen, wie Oldenburg besser aus der Kabine kam und in kurzer Zeit mit drei Toren in Führung lag. Ein Kreisübertritt, ein Fehlpass und ein Fehlwurf: Der BSV brauchte einige Minuten, um wieder ins Spiel zu kommen.
Was folgte, war die stärkste Phase des Gastgebers. Der BSV klaute hinten die Bälle und überrannte den Gegner - vor allem die Außen Nielsen und von Prittwitz tauchten immer wieder frei vor dem Oldenburger Tor auf. Mit einem 8:0-Lauf drehte der BSV das Spiel (26:21, 44.) und zwang VfL-Trainer Niels Bötel, seine Auszeiten innerhalb weniger Minuten zu nehmen. „Aufwachen!“, brüllte Bötel. Die Halle kochte.
BSV bewahrt am Ende die Nerven
Zuletzt lieferte sich der BSV häufiger enge Duelle, stand am Ende jedoch stets ohne Sieg da. Sollte es diesmal gelingen?
Der BSV führte zehn Minuten vor Schluss mit sechs Toren. Die Bank bejubelte jede gelungene Aktion. Der BSV griff erneut mit sieben Feldspielerinnen an, konnte aber nicht mehr so viel Druck aufbauen und verlor einige Bälle. Mit einer Auszeit versuchte Andersson, das Spiel zu beruhigen. Doch es wurde noch mal hektisch. Zwei Minuten vor Schluss führte der BSV nur noch mit drei Toren (33:30).
Kleines Derby bereits am Samstag
Als schließlich Dölle ihren achten Treffer erzielte und Linder ihre neunte Parade zeigte, gab es keinen Zweifel mehr am ersten Saisonsieg. Der BSV rückte bis auf einen Punkt an den Vorletzten Halle-Neustadt heran.
Und damit nicht genug Derby-Stimmung: Bereits am Samstag (19.30 Uhr) treffen in der 3. Liga die zweiten Mannschaften in der Halle Nord aufeinander. Die Buxtehuder Bundesliga-Mannschaft hat spielfrei und ist erst am kommenden Mittwoch, 11. Februar, wieder gefordert. Dann steht das Auswärtsspiel gegen den aktuellen Tabellenführer Borussia Dortmund an.
BSV-Tore: Kaminska (1 Parade), Linder (9 Paraden); Nielsen 5, Mittag, Frey, Hampel 7/4, Dölle 8, Andresen 2, Kaufmann, von Prittwitz 5, Ternede 2, Senel, Huhnstock 5, Lück.
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