TEuropapokal in Buxtehude, aber der BSV ist diesmal nur Zuschauer
Der BSV, hier Anika Hampel, und der VfL Oldenburg treffen am Mittwochabend aufeinander. Foto: Felix Schlikis (Archiv)
Sie sind Rivalen, halten aber zusammen: Der BSV und die Stadt Buxtehude ermöglichen dem VfL Oldenburg ein Europapokalspiel in der Halle Nord. Zuvor steht das Derby an.
Landkreis. Wenn der Buxtehuder SV und der VfL Oldenburg am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Halle Nord aufeinandertreffen, ist alles angerichtet für eines der traditionsreichsten Duelle im deutschen Frauenhandball. Zum 65. Mal stehen sich die beiden Nordklubs in der Bundesliga gegenüber, ein Duell, das BSV-Betreuer Andreas Gubernatis kürzlich als „Mutter aller Derbys“ bezeichnete.
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Doch trotz aller Rivalität auf dem Feld verbindet beide Teams ein freundschaftliches Verhältnis. Denn nur zweieinhalb Wochen später kehrt der VfL Oldenburg an denselben Ort zurück. Dann allerdings nicht als Gast, sondern als Gastgeber auf internationaler Bühne. Am Sonntag, 22. Februar (16 Uhr), empfängt Oldenburg in der European League, dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb, den norwegischen Vertreter Tertnes Bergen - in der Buxtehuder Halle Nord.
Terminprobleme: VfL sucht Ausweichhalle
Ein Europapokalspiel in Buxtehude, aber der BSV - seit 2022 nicht mehr international vertreten - muss zuschauen. Dass es tatsächlich so kommt, liegt daran, dass sowohl die kleine als auch die große EWE-Arena in Oldenburg aufgrund terminlicher Überschneidungen am Wochenende des 21./22. Februar nicht zur Verfügung stünden, erklärt VfL-Geschäftsführer Andreas Lampe.

VfL-Geschäftsführer Andreas Lampe. Foto: Jan Iso Jürgens
Es musste eine Halle her, die die Anforderungen der Europäischen Handballföderation (EHF) erfüllt. Die Verantwortlichen prüften mehrere Optionen und landeten schließlich in Buxtehude, „eine richtig gute Lösung“, so Lampe.
Der Weg dorthin führte über die politische Ebene: „Wir haben unseren Oberbürgermeister gebeten, bei Buxtehudes Bürgermeisterin um Unterstützung zu fragen.“ Mit Erfolg. Die Stadt Buxtehude als Eigentümerin der Halle Nord signalisierte schnell Zustimmung, ein Mietvertrag wurde geschlossen. Die EHF hat die Halle bereits abgenommen.
Buxtehude revanchiert sich beim VfL
Möglich wurde das auch durch das gewachsene Vertrauensverhältnis beider Vereine. „Sportlich sind wir Konkurrenten, aber abseits davon ist da schon eine Freundschaft entstanden“, sagt BSV-Geschäftsführer Timm Hubert über seinen Oldenburger Kollegen.

BSV-Geschäftsführer Timm Hubert und Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Foto: Scholz
Beide gehören derselben Generation an, beide führen Traditionsvereine des Frauenhandballs im Norden. „Wir können aufeinander zählen“, so Hubert. Bereits vor einigen Jahren wich der BSV für ein von der Liga gefordertes „Topspiel“ in die Oldenburger Arena aus. Nun revanchiert sich Buxtehude.
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Zudem gibt es einen praktischen Synergieeffekt: Der BSV trägt am Vortag des Europapokalspiels seine Bundesliga-Partie gegen Metzingen ebenfalls in der Halle Nord aus. Der Handballboden kann also liegen bleiben. LED-Banden, Sicherheitsdienst, Abläufe: Der VfL kann dabei auf die Erfahrung des BSV zurückgreifen. Rund 20 Helfer bringt der VfL selbst mit.
Lampe erwartet Derby auf Augenhöhe
Beide Vereine gehören zu den Traditionsteams der Frauen-Bundesliga. In der Ewigen Tabelle belegt der BSV Platz zwei, Oldenburg folgt direkt dahinter. Sportlich sind die Vorzeichen derzeit aber unterschiedlich.
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Während Oldenburg auf Platz fünf steht und in der European League noch Chancen auf das Viertelfinale hat, wartet Schlusslicht Buxtehude in der Liga weiterhin auf den ersten Sieg. Für Lampe kommt das nicht überraschend. Der BSV sei mit seinen Verpflichtungen zuletzt ein Risiko eingegangen, hinzu komme großes Verletzungspech. „Aber Buxtehude wird nicht absteigen“, ist er überzeugt.
Und für das Derby erwartet er ein Spiel auf Augenhöhe. „Zu Hause ist Buxtehude deutlich stärker.“ Erst am vergangenen Wochenende holte der BSV in Göppingen erstmals seit Oktober wieder einen Punkt (32:32).
Darum geht es bei Oldenburg bergauf
Oldenburg profitiert von Kontinuität. Ein Kader mit vielen Eigengewächsen, ein stabiles Trainerteam, der höchste Zuschauerschnitt der Liga und professionellere Strukturen im Verein. „Wir haben keinen einzigen Profi im Kader, vom Etat liegen wir, glaube ich, hinter Buxtehude“, so Lampe. „Aber ich freue mich, dass wir seit einigen Jahren überperformen.“
Das Derby am Mittwoch wollen beide Vereine auch nutzen, um Werbung für den Europapokal zu machen. Oldenburg setzt Fanbusse ein, plant Aktionen für den BSV-Nachwuchs und hofft ausdrücklich auch auf Unterstützung aus Buxtehude. „Natürlich würden wir uns freuen, wenn viele BSV-Fans kommen“, sagt Lampe. Tickets gibt es auf der VfL-Website und kosten 20 Euro, Kinder zahlen 5 Euro.
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Tickets und Livestream
Tickets für das Derby gibt es noch in allen Preiskategorien. Der Livestream bei Dyn und sporteurope.tv beginnt am Mittwoch um 19.20 Uhr.
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