TFasolds Befreiungsschlag: Ein Schritt auf dem Weg zu Olympia in L.A.
Siebenmeter gehalten: BSV-Torhüterin Sophie Fasold bejubelt gemeinsam mit Lin Lück eine ihrer insgesamt neun Paraden. Foto: Jan Iso Jürgens
BSV-Torhüterin Sophie Fasold glänzt beim Heimsieg gegen Halle. Hinter der 32-Jährigen liegt eine schwierige Zeit. Doch ihr größter Traum liegt noch vor ihr.
Buxtehude. Nikki van der Vorst zeigte sechs Paraden in der ersten Halbzeit. Und trotzdem steht nach der Pause Sophie Fasold zwischen den Pfosten. Dabei sprach wenig gegen die Niederländerin. „Manchmal braucht man einfach einen neuen Impuls, wenn man ein, zwei ärgerliche Gegentore kassiert hat“, erklärt Trainer Jonas Schlender. Torwarttrainerin Debbie Klijn habe die Entscheidung getroffen, Fasold zu bringen. Es sollte sich auszahlen.
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Die 32-Jährige ist sofort da. Fasold bejubelt ihre Paraden lautstark, hält einen Siebenmeter (der Nachwurf geht an die Latte) und heizt die Stimmung in der Halle Nord weiter an. Als der Buxtehuder SV den 30:25-Sieg gegen den SV Union Halle-Neustadt vor mehr als 1000 Zuschauern feiert, stehen neun Paraden auf ihrem Konto. „Es war nicht alles perfekt, aber es hat sich gut angefühlt“, sagt Fasold. „Endlich hatte ich meinen Befreiungsschlag.“
Nach schwerer Verletzung zurück zu alter Stärke
Hinter der Torhüterin liegt eine schwierige Zeit. Anfang der vergangenen Saison zog sie sich einen Kreuzbandriss zu. Die Reha verlief gut, in der Saisonvorbereitung gab sie ihr Comeback. Doch schnell merkte Fasold, dass noch nicht alles so funktionierte wie zuvor.
Die „Prozesse und Gewohnheiten“ seien noch nicht dieselben gewesen; außerdem habe sie sich erstmal an die Spielweise und das Abwehrsystem des neuen Trainers gewöhnen müssen. „Es war nicht so einfach, da wieder gleich anzuschließen.“

Nikki van der Vorst hütete das BSV-Tor in der ersten Halbezeit. Foto: Jan Iso Jürgens
Auch im Torwartteam musste sie sich neu orientieren. Das Gespann um Fasold und Oliwia Kaminska (28) wurde um die Niederländerin Nikki van der Vorst erweitert. Und die schlug sofort ein, zählt inzwischen zu den besten Torhüterinnen der Bundesliga. Fasold, die älteste Spielerin im Kader, kam seltener zum Einsatz. Eine klare Hierarchie gebe es dennoch nicht, betonte Torwarttrainerin Klijn bereits mehrfach. Sie setzt bewusst auf das gesamte Trio.
Wenig Spielzeit, aber kein Frust bei Fasold
Fasold kann mit der Situation offenbar gut umgehen. „Es funktioniert super mit Oli und Nikki“, sagt sie. „Wir gönnen es uns gegenseitig. Wir spielen alle füreinander“, sagt sie. Frust klingt anders. Auch ihr Knie bereite keine Probleme mehr. „Alles im Lot.“

Sophie Fasold im Verbund mit der Abwehr. Foto: Jan Iso Jürgens
Daneben verfolgt Fasold ein großes Ziel: Sie will zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Die gebürtige Münchnerin hat bereits mehr als 100 Länderspiele für die USA bestritten. Ihre Mutter ist Amerikanerin, schon als Jugendliche kam Fasold für das Nationalteam zum Einsatz.
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Erst in der vergangenen Länderspielpause reiste sie nach Kanada. Dort qualifizierte sich das US-Team für die Panamerikanischen Spiele im kommenden Jahr in Lima (Peru). Das Turnier dient als Qualifikation für die Olympischen Spiele. Als Gastgeber sind die USA zwar bereits für Los Angeles gesetzt, dennoch wolle man das Turnier in Lima zur Vorbereitung nutzen, erklärt Fasold. „Bis L.A. ist es noch ein weiter Weg, aber es ist mein großes Ziel.“
Fasold muss für die Reisen selbst aufkommen
Fasold gehört laut eigener Aussage fest zum Nationalteam. Dennoch müsse sie bei jeder Einladung abwägen, ob die Belastung neben der Bundesliga zu bewältigen sei und ob es finanziell passe. „Im Großen und Ganzen muss ich die Reisen selbst bezahlen“, sagt Fasold.
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Handball ist in den USA immer noch eine Randsportart. Kaum Vereine, keine etablierte Liga, vielerorts nicht einmal Hallen mit markierten Handballfeldern. Dennoch bedeutet es Fasold viel, für ihr Land zu spielen. Bei Olympia wäre sie 34, doch darin sehe sie für eine Torhüterin kein Hindernis, betonte sie vor einiger Zeit.

BSV-Torhüterin Sophie Fasold bejubelte neun Paraden in der zweiten Halbzeit. Foto: Jan Iso Jürgens
Am Samstag gab es für Fasold noch ein besonderes Wiedersehen in der Halle Nord: Pether Krautmeyer ist nicht nur Trainer des Bundesliga-Gegners Halle-Neustadt, sondern auch Co-Trainer der US-Auswahl. „Ein netter Typ, der internationale Erfahrung mitbringt“, sagt Fasold.
Auf ihre Leistung angesprochen sagte Krautmeyer, sie sei „extremely good“ gewesen. Man sei glücklich, sie im Team zu haben. Ein wichtiges Zeichen für Fasold auf dem Weg nach L.A.
BSV gegen Halle Neustadt
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