T„Gänsehaut pur“: Dirk Leun und die großen Duelle gegen den HC Leipzig
BSV-Handballerin Josephine Techert und Trainer Dirk Leun (rechts) feiern 2012 einen sensationellen Finaleinzug. Foto: Wisser
Fast zehn Jahre nach der letzten Begegnung kommt der HC Leipzig wieder nach Buxtehude. Der ehemalige BSV-Trainer blickt auf packende Duelle und ein Handball-Wunder zurück.
Buxtehude. In der ewigen Bundesliga-Tabelle belegt der BSV (855 Spiele, 1023:687 Tore) den zweiten Platz, der HC Leipzig folgt auf Platz vier (611 Spiele, 913:309). Zwei Traditionsteams, die sich am Samstag nach knapp zehn Jahren wieder gegenüberstehen. Der Grund: 2017 ging Leipzig in die Insolvenz, jetzt ist der Club zurück im Oberhaus.
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Doch viele Menschen in Buxtehude dürften sich gut an die umkämpften Partien gegen den HCL erinnern. „Das waren immer besondere Spiele“, sagt Dirk Leun, der den BSV von 2008 bis 2025 trainierte. Kurios: Gleich viermal traf er mit seinem Team im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft auf den HC Leipzig.
Saison 2008/09: BSV überraschend im Halbfinale
- Hinspiel: BSV - HCL 29:30
- Rückspiel: HCL - BSV 28:25
In seiner ersten Saison als BSV-Trainer erreichte er mit seinem Team gleich das Halbfinale. „Das war gar nicht der Plan“, sagt Leun lachend. „Eigentlich ging es erst mal nur um den Klassenerhalt.“

Dirk Leun coachte den BSV von 2008 bis 2025. Foto: Felix Schlikis (Archiv)
Als Dritter der Hauptrunde zog der BSV in die Meister-Play-offs ein. Doch der spätere Meister aus Leipzig war eine Nummer zu groß für die Buxtehuderinnen - vorerst zumindest.
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Saison 2010/11: Überragend in der Defensive
- Hinspiel: BSV - HCL 21:16
- Rückspiel: HCL - BSV 24:22
Der BSV fand schnell den Weg in die erweiterte Bundesliga-Spitze und zeigte im Halbfinal-Hinspiel eine Glanzleistung in der Abwehr - nur 16 Gegentore. „Das haben wir dann im Rückspiel bestätigt“, sagt Leun.

So betitelte das TAGEBLATT den Finaleinzug 2011. Foto: Wisser
Spielerinnen wie Randy Bülau und Isabell Klein hätten in der Deckung ihre „überragenden Fähigkeiten“ unter Beweis gestellt. In den beiden Finalspielen gegen den Thüringer HC schrammte der BSV knapp an seiner ersten Meisterschaft vorbei.
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Saison 2011/12: BSV beweist Comeback-Qualitäten
- Hinspiel: HCL - BSV 31:23
- Rückspiel: BSV - HCL 27:19
Wenige Tage zuvor hatte Leipzig bereits das kleine Finale im DHB-Pokal gegen den BSV gewonnen - und legte nun im Halbfinal-Hinspiel mit einem deutlichen Heimsieg nach. „Nach der verpassten Titelchance im Pokal war Leipzig heiß auf die Meisterschaft“, erinnert sich Leun. Die Leipzigerinnen freuten sich nach dem klaren Sieg im Hinspiel schon auf das Finale, gaben sich in den Interviews sehr selbstsicher. Doch der BSV hatte etwas dagegen.

2012 machten die Buxtehuder Handballerinnen den kaum für möglich gehaltenen Finaleinzug doch noch perfekt. Foto: Wisser
Im Rückspiel zeigte Linksaußen Katja Langkeit eine starke Leistung gegen ihren früheren Club. Zur Pause war der Acht-Tore-Rückstand bereits egalisiert. Nach beiden Spielen stand es am Ende 50:50 - wegen der mehr erzielten Auswärtstore feierte jedoch der BSV den Finaleinzug. „Wir haben Handball-Geschichte geschrieben“, sagte Spielmacherin Randy Bülau nach dem Wunder von Buxtehude.
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Leun erinnert sich gerne daran: „Gänsehaut pur“, sagt er heute. „Wir haben die Niederlage gut analysiert, alles hat funktioniert.“ Im Finale gegen den THC wird der BSV erneut Vizemeister.
Saison 2012/13: „Wir waren das schlechtere Team“
- Hinspiel: BSV - HCL 22:24
- Rückspiel: HCL - BSV 28:20
Eine klare Angelegenheit für Leipzig. „Wir waren das schlechtere Team, Leipzig hat verdient gewonnen“, sagt Leun. Dennoch flossen einige Tränen. Im Finale unterlag Leipzig dem damaligen Serienmeister aus Thüringen.
2017: Leipzig geht in die Insolvenz
In den folgenden Jahren mehrten sich die Anzeichen, dass der sechsfache Meister und siebenfache Pokalsieger verschuldet war. Auch Leun entging das nicht. 2017 stellte der Verein einen Insolvenzantrag und bekam keine Lizenz für die erste Liga. Ein Schock für die Liga.
„Leipzig stand immer für Qualität und Professionalität“, erklärt Leun, der regelmäßigen Kontakt zu Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner pflegte. Durch die Nachwuchsarbeit, das Internat und die Arena habe der HCL eigentlich Top-Voraussetzungen für die erste Liga gehabt.
2026: Junges Team schafft die Rückkehr
Leun verfolgte das Geschehen in Leipzig auch nach der Insolvenz und beobachtete, dass der Verein lange gebraucht habe, sich finanziell zu konsolidieren. 2019 stieg der HCL zunächst in die zweite Liga auf, im Sommer folgte die Rückkehr in die Bundesliga. Laut einem MDR-Bericht verfügt Leipzig mit etwas weniger als einer Million Euro über einen der kleinsten Etats der Bundesliga.
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Zum Auftakt kassierte der HCL bereits eine deutliche Niederlage gegen Dortmund. „Leipzig hat eine junge, talentierte Mannschaft, aber es wird schwer für sie“, sagt Leun, der das Spiel gegen den BVB verfolgt hat.
Und wer wird sich am Samstag durchsetzen? Für Leun ist die Antwort klar, er rechnet mit dem ersten Bundesliga-Sieg des BSV.
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