TGegen Fracking-Gas: Protest am schwimmenden LNG-Terminal in Stade
Protest gegen den Bau des LNG-Terminals in Stadersand. Foto: Bündnis gegen LNG
„Wir beuten Menschen in den USA mit unseren Gas-Importen aus“, sagt Martin Lüdders vom Klimabündnis gegen LNG. Sonntag gab es eine Kundgebung vor dem schwimmenden LNG-Terminal in Stadersand.
Stade. In Deutschland ist Fracking verboten. Zu Recht, findet der 22-jährige Umweltaktivist und Grünen-Politiker Martin Lüdders aus Drochtersen. Doch was in Deutschland wegen Umweltschutz und fehlender Langzeiterfahrungen untersagt ist, sei vielen egal, wenn es in den USA geschehe.
Martin Lüdders (2. von links) findet: Fracking-Gas-Import ist Ausbeutung. Foto: Klimabündnis gegen LNG
In Louisiana, wo ein Viertel aller petrochemischen Produkte der USA produziert werden, gibt es die sogenannte „Cancer-Alley“, erklärt Lüdders. In diesem Streifen seien die Krebsraten besonders bei Kindern extrem hoch. Mit dortigen Fabriken hat SEFE (Securing Energy for Europe, vor der Verstaatlichung auch bekannt als Gazprom) LNG-Import-Verträge für das Stader Terminal abgeschlossen. SEFE plant, ab 2027 jährlich mindestens vier Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas über Stade zu importieren.
Aktivisten sprechen von Pannen-Terminal
Mit acht weiteren Aktivisten hatte Lüdders sich am Sonntag zur Protestkundgebung gegen die Inbetriebnahme des schwimmenden LNG-Terminals Energos Force getroffen. Wie berichtet hatte sich die eigentlich für 2024 geplante Inbetriebnahme immer wieder verzögert. „Das Pannen-LNG-Terminal muss wieder weg!“ fordern die Aktivisten. Sie fürchten auch um die Gesundheit der Stader Bürger.
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Erstens, weil Methanschlupf im regulären Betrieb ein Umweltproblem darstelle. Zweitens, weil das Terminal, das benachbart zu Dow und anderen Chemiefabriken liegt, anfällig für Störfälle sein könnte. Ab Windstärke 5 könnte es aus ihrer Sicht riskant werden - nicht nur für das 294 Meter lange LNG-Schiff am Anleger, sondern auch für die Flüssiggastanker, die zur Regasifizierung dort andocken.
Linke spricht von katastrophaler Fehlinvestition
Die Linke im Stader Stadtrat beteiligte sich an der Aktion. Sie fordert einen sofortigen Stopp „dieser absehbar katastrophalen Fehlinvestition“ und stattdessen den Ausbau von erneuerbaren Energien mitsamt Speicher- und Netzkapazitäten voranzubringen. Die Aktivisten fürchten durch LNG-Überkapazitäten neue fossile Abhängigkeiten.
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