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Wahl 2026

TGenerationswechsel? SPD Drochtersen will auf junge Köpfe setzen

Kai Schildt, Fraktionsvorsitzender der SPD, hat keinen Gesprächsbedarf mit der AfD.

Kai Schildt, Fraktionsvorsitzender der SPD, hat keinen Gesprächsbedarf mit der AfD. Foto: Privat

Trotz finanzieller Engpässe setzt die SPD auf Klimaschutz und soziale Projekte. Schildt kündigt neue Kandidaten an und schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.

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Von Lars Wertgen
Samstag, 14.02.2026, 05:50 Uhr

Drochtersen. Am 13. September 2026 wird in Drochtersen ein neuer Gemeinderat gewählt. Kai Schildt, Fraktionsvorsitzender der SPD, zieht Bilanz der laufenden Wahlperiode und kündigt eine Verjüngung der Fraktion an.

SPD-Bilanz: Ganztagsschule und Klimaschutz

Für Schildt prägten die letzten Jahre drei Beschlüsse: die Umsetzung der Ganztagsschule an den Grundschulen, die Wärmeplanung für die Gemeinde und die Gründung einer GmbH zur Beteiligung an erneuerbaren Energien.

Diese Projekte zielen auf Klimaschutz und soziale Infrastruktur - Themen, die für die Sozialdemokraten zentral sind.

Bis zur Kommunalwahl will Schildt noch ein Vorhaben auf den Weg bringen: den Neubau des Schwimmbades. Das Projekt gestaltet sich schwierig: Bereits sieben Mal hat die Gemeinde Fördermittel-Absagen erhalten, zuletzt im September. Trotzdem gab der Gemeinderat zwei Monate später nicht auf und beschloss einen erneuten Antrag.

Die „Kehdinger Welle“ ist im Norden des Landkreises das einzige Hallenbad und dringend sanierungsbedürftig.

Die „Kehdinger Welle“ ist im Norden des Landkreises das einzige Hallenbad und dringend sanierungsbedürftig. Foto: privat

Bei geschätzten zehn Millionen Euro Gesamtkosten müsste Drochtersen den Großteil selbst stemmen – wie lange auf Fördermillionen zu warten ist, bleibt offen.

Ein Hoffnungsschimmer könnte auf modularen Hallenbad-Systemen liegen, die mittlerweile am Markt verfügbar sind und unter zehn Millionen Euro kosten könnten.

Acht Kandidaten treten wieder an

Schildt nennt acht Namen aus der SPD-Fraktion, die erneut antreten: Er selbst, Jan Büther, Heino Baumgarten, Dirk Ludewig, Dieter Middeke, Albert Boehlke, Stefan Knuetel und Ulf Nehring.

Drei Ratsmitglieder scheiden aus: Petra Schlegel, Rolf Brandt und Matthias Mehlis - aus Alters- und persönlichen Gründen.

Wird es auch neue Gesichter geben? „Da sind wir in sehr guten Gesprächen und werden einige neue Kandidaten präsentieren und uns auch deutlich verjüngen“, sagt Schildt.

Zusammenarbeit: Auf und Ab mit Kompromissen

Die Ratsarbeit in Drochtersen ist von einer pragmatischen Herangehensweise geprägt. CDU, SPD und Freie Wähler sind auf Zusammenarbeit angewiesen.

Schildt beschreibt diese als „stetiges Auf und Ab“. Er betont aber: „Da keiner über die absolute Mehrheit verfügt, kommen wir grundsätzlich zu guten Kompromissen.“

Bei der letzten Wahl im September 2021 kam die CDU auf 44 Prozent, die SPD auf 37,50 Prozent und die FWG Drochtersen auf 15,40 Prozent.

AfD: Klare Absage an Zusammenarbeit

Die AfD hat in Drochtersen einen Ortsverband gegründet und will offenbar bei der Kommunalwahl antreten. Schildt positioniert sich eindeutig: „Persönlich halte ich nichts von der AfD.“

Die SPD ziehe daher klare Grenzen: „Eine Zusammenarbeit mit der AfD im Gemeinderat ist für uns als SPD nicht vorstellbar und wird auch von uns abgelehnt.“

Größte Sorge: Fehlender Finanzausgleich

Die finanzielle Lage der Gemeinde bereitet auch Schildt Sorgen. Warum? „Es ist der immer höher belastete Haushalt der Gemeinde durch von Bund und Land auferlegte Aufgaben, ohne dass es einen entsprechenden finanziellen Ausgleich von Bund und Land dazu gibt.“

Ehrenamt nur mit Familienrückhalt

Schildt betont die Bedeutung der Familie für sein Engagement: „Sie spielt schon eine große Rolle, und ohne Unterstützung der Familie wäre dieses Ehrenamt kaum ausführbar.“

Bei Kritik achte er darauf, von wem sie komme, und nehme sie sich zu Herzen: „Ich versuche, daraus positive Schlüsse zu ziehen.“ Für ihn überwiege das Positive: „Ansonsten würde ich es nicht mehr machen.“

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