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Handball-Bundesliga

TGroßer Kampf beim Thüringer HC: BSV auch im zwölften Spiel ohne Sieg

Isabelle Dölle trifft ins THC-Tor - die frühere BSV-Torhüterin Laura Kuske ist geschlagen.

Isabelle Dölle trifft ins THC-Tor - die frühere BSV-Torhüterin Laura Kuske ist geschlagen. Foto: Verein/THC (nomo)

Der Buxtehuder SV hielt 40 Minuten lang mit, unterlag am Ende aber dem Europapokal-Sieger aus Thüringen. Eine Ex-Buxtehuderin stand immer wieder im Weg.

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Von Tim Scholz
Mittwoch, 14.01.2026, 21:29 Uhr

Bad Langensalza. Da hängt sie also: Auf mehreren Bannern über dem Tor ist die Titelsammlung des Thüringer HC verewigt. Sieben deutsche Meisterschaften, drei DHB-Pokal- und vier Supercup-Siege sowie - erst in der vergangenen Saison - der Triumph in der European League.

Eine Wand aus Erfolgen, die jedem Gegner unmissverständlich zeigt, wie die Rollen verteilt sind. Der Buxtehuder SV wusste also, was ihn am Mittwochabend in Bad Langensalza erwartete.

Auf dem Feld stemmte sich der BSV dennoch lange dagegen, musste sich den Thüringerinnen am Ende mit 23:27 (12:13) geschlagen geben. Der BSV blieb damit auch im zwölften Saisonspiel ohne Sieg und steht weiterhin am Tabellenende. Beste Buxtehuder Werferin war Anika Hampel mit sechs Treffern.

BSV setzt wieder auf offensive Deckung

Während Buxtehude als Tabellenletzter anreiste, ging der THC als Vierter und mit Ambitionen auf die Play-offs ins Spiel. Die Mannschaft von Trainer-Dino Herbert Müller ist weiterhin in allen drei Wettbewerben vertreten: Bundesliga, DHB-Pokal und European League.

Trotz der schwierigen Lage forderte BSV-Trainer Andersson weiter Entwicklungsschritte. „Ich möchte, dass man bei unserem Spiel am Mittwoch erkennt, dass wir unser Tempo im Spiel gesteigert haben und dass unsere Inhalte aus dem Training wirken“, hatte der Däne vor der Partie betont.

Personell blieb die Lage angespannt. Mehrere Leistungsträgerinnen in Abwehr, Rückraum und am Kreis fehlten weiterhin, sodass Andersson erneut improvisieren musste.

Wie schon in den vergangenen Spielen setzte der BSV auf eine offensive Abwehrformation mit Kapitänin Teresa von Prittwitz an der Spitze. Im Angriff agierte Johanna Andresen, eigentlich im Rückraum zu Hause, erneut am Kreis. Auf Rechtsaußen begann Christin Kaufmann anstelle von Maj Nielsen.

Anika Hampel mit starker Vorarbeit

Vor 1014 Zuschauern bot der personell angeschlagene THC mit einer aggressiven und beweglichen Abwehr zunächst kaum Lücken an. Erst in der siebten Minute gelang es Spielmacherin Anika Hampel, trotz Umklammerung den Ball an den Kreis zu spielen, Johanna Andresen traf zum 3:3. Es war ein ausgeglichener Beginn.

Doch dann geriet der BSV das erste Mal ins Hintertreffen. Teresa von Prittwitz traf die Latte, Isabelle Dölle spielte einen Fehlpass, Johanna Andresen kassierte eine Zeitstrafe. In Unterzahl lag der BSV wenig später mit 3:7 (13.) zurück.

„Gemeinsam stark!“: 17 Fans feuern den BSV an

Ein Doppelpack von Christin Kaufmann brachte die Gäste auf zwei Tore heran. Andresen traf nach einem Ballgewinn ins verwaiste Thüringer Tor. THC-Trainer Herbert Müller nahm eine Auszeit, forderte weniger technische Fehler. Doch schon bei der nächsten Aktion flog der Ball wieder ins Aus. Der BSV glich in der 20. Minute aus, 8:8.

Die Gäste wirkten in dieser Phase konzentrierter, geduldiger und entschlossener, blockten hinten immer wieder Würfe aus dem Rückraum oder zwangen den THC zu Fehlern. So auch in der 24. Minute: Kapitänin von Prittwitz deckte offensiv, eroberte den Ball und erzielte die erste Buxtehuder Führung, 10:9. Aus Buxtehude waren 17 Fans mitgereist und hatten ihr „Gemeinsam stark!“-Banner am Rand der Haupttribüne befestigt.

Der THC setzte wie erwartet auf die siebte Feldspielerin. Der am Wochenende noch erkrankte Andersson hatte seine Mannschaft darauf vorbereitet und konnte nach Ballgewinnen oder über die schnelle Mitte ein ums andere Mal ins leere THC-Tor treffen. Kurz vor der Pause war es Andresen mit dem 12:12.

BSV scheitert immer wieder an Laura Kuske

Der BSV ließ im zweiten Durchgang zunächst nicht nach und traf nach schneller Kombination zum 14:15. Lin Lück pushte sich nach einer gelungenen Abwehraktion. Isa Ternede erzielte das 15:16, nachdem der Ball eigentlich schon verloren war. Annie Linder parierte stark. Anika Hampel traf per Schlagwurf zum 16:16 (38.). Sollte dem BSV eine Überraschung gelingen?

Es folgte die Phase, in der Buxtehude den Anschluss verlor. Eine Zeitstrafe, ein Pfostentreffer, komplizierte Spielzüge: In der 47. Minute lag der BSV mit 18:23 zurück. Immer wieder scheiterten die Gäste an der ehemaligen BSV-Keeperin Laura Kuske (13 Paraden), eine der besten Torhüterinnen der Liga.

Im Buxtehuder Tor stand inzwischen Oliwia Kaminska und hielt den Rückstand mit ihren Paraden noch bei vier Treffern.

BSV seit mehr als acht Monaten sieglos

Zehn Minuten vor Schluss nahm Andersson eine Auszeit, stellte seine Mannschaft auf die siebte Feldspielerin ein. Der BSV sollte das Spiel nun breit machen, konnte auch noch einige Nadelstiche setzen, kam aber nicht mehr entscheidend heran.

Für den BSV war es bereits die achte Niederlage in Folge. Der letzte Sieg in der Bundesliga datiert vom 3. Mai 2025.

Weiter geht es in der kommenden Woche. Am Samstag, 24. Januar, empfängt der BSV um 16 Uhr die Sport-Union Neckarsulm in der Halle Nord.

BSV-Tore: Kaminska (7 Paraden), Linder (3 Paraden); Pieperjohanns, Nielsen 1, Mittag, Frey, Hampel 6/2, Dölle 3, Oberländer, Andresen 4, Kaufmann 2, von Prittwitz 3, Ternede 4, Lück.

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