THarsefeld und Hollenbeck: Millionen für die Sanierung der maroden Landesstraße
Die Ortsdurchfahrt Hollenbeck der Landesstraße L124 ist seit Jahren in einem schlimmen Zustand. Foto: Fehlbus
Bei einer Wahl der schlechtesten Straße im Landkreis Stade dürfte die L124 in Hollenbeck gute Aussichten auf eine vordere Platzierung haben. Das soll sich 2026 ändern.
Landkreis. Niedersachsen startet die größte Infrastruktur-Offensive seiner Geschichte. Mit dem Bauprogramm 2026 fließen Rekordsummen in die Sanierung von Straßen und Brücken. Der Landkreis Stade erhält davon mehr als 2,69 Millionen Euro.
Das Programm sieht vor Ort konkrete Arbeiten an stark beschädigten Landesstraßen vor. Für drei Schwerpunktprojekte sind Gelder eingeplant. So fließen in den dritten Bauabschnitt der Landesstraße L114 in der Ortsdurchfahrt Oldendorf 850.000 Euro. Die 365 Meter lange Strecke wird von der Gemeinde Oldendorf saniert.
Schlaglöcher ade: Sanierung der L124
Der größte Anteil der Mittel ist für die L124, besonders die Ortsdurchfahrt Hollenbeck, die in einem desolaten Zustand ist. Schlaglöcher und Risse haben die Straße zu einer der schlechtesten im Landkreis gemacht. Für die Sanierung der Fahrbahnen in Hollenbeck und Harsefeld stellt der Geschäftsbereich Stade der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) insgesamt 1,84 Millionen Euro bereit. Informationen zum Baustart gibt es noch nicht.

So plant der Flecken Harsefeld die Sanierung der Friedrich-Huth-Straße. Foto: Fehlbus
Die Arbeiten in der Harsefelder Ortsdurchfahrt, der Friedrich-Huth-Straße, koordiniert der Flecken Harsefeld. Eine weitere Sanierungsmaßnahme wird im Brückenbau das Bauwerk Bützflether Kanal im Zuge der L111 sein.
Lange: Baustellen stehen für Fortschritt
„Gute Straßen sind keine Spielerei, sondern die Lebensadern unseres Landkreises“, sagt Corinna Lange, SPD-Landtagsabgeordnete aus Deinste. Sie hebt die zügige Umsetzung der Projekte hervor: „Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz zeigt Wirkung. Wir verkürzen die Zeit von der Planung bis zur Bauausführung“, erklärt sie. Baustellen vor der Haustür seien zwar vorübergehend belastend, stünden aber für echten Fortschritt. „Wir investieren entschlossen in die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit unserer Region“, betont Lange.
Wir investieren entschlossen in die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit unserer Heimat.
Corinna Lange, SPD-Landtagsabgeordnete
Auch Friederike Wöbse, Leiterin des Geschäftsbereichs Stade der NLStBV, unterstreicht die Bedeutung der Maßnahmen: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, unser Straßennetz instand zu halten und zukunftsfähig zu machen.“ Dank der zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen könnten nun auch Projekte in Moorgebieten geplant werden, die wegen des schwierigen Baugrunds sonst sehr teuer seien.
Kaum Bewegung auf anderen Straßen
Abseits der drei Großprojekte bleibt es ruhig. Größere Sanierungen auf Landes- und Bundesstraßen sind in diesem Jahr nicht geplant. Lediglich kleinere Ausbesserungen sollen stattfinden. Aktuell läuft noch der Radwegebau an der L130 zwischen Grundoldendorf und Nottensdorf. Die sehr schlechte Straße, besonders im Bereich Nottensdorf, wird 2026 nicht saniert.
Teure Baustelle
T L124: Sanierung kostet bald doppelt so viel wie geplant
Hintergrund der regionalen Maßnahmen ist das landesweite Bauprogramm 2026 mit einem Gesamtvolumen von rund 170 Millionen Euro – ein historischer Höchststand und ein Zuwachs von rund 40 Prozent gegenüber den Vorjahren.
Das Bauprogramm finanziert sich zu etwa zwei Dritteln aus dem regulären Landeshaushalt und zu einem Drittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz des Bundes. Niedersachsen erhält daraus bis 2035 insgesamt 500 Millionen Euro für Landesstraßen und Brücken – jährlich 50 Millionen Euro.

Die Ortsdurchfahrt der Landesstraße L124 ist seit Jahren in einem schlimmen Zustand. Foto: Fehlbus
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