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Nagetiere

THat Buxtehude ein Rattenproblem? Das sagt der Experte von der Stadt

Eine tote Ratte neben einem Fahrradweg in Buxtehude.

Eine tote Ratte neben einem Fahrradweg in Buxtehude. Foto: Felsch

Immer mehr Ratten bevölkern die Städte. Auch in Buxtehude ist das Problem bekannt. Ebenso die Ursachen. Der Experte aus der Verwaltung weiß Rat.

Von Franziska Felsch Mittwoch, 20.05.2026, 20:05 Uhr

Buxtehude. Eine tote Ratte auf dem Radweg in der Stadt, ein Kadaver in der Gießkanne im Garten: In Buxtehude gibt es immer mal wieder Meldungen über Ratten, weiß Steffen Johannsen. Eine Plage oder eine zu große Population sieht der zuständige Fachgruppenleiter aus der Stadtverwaltung aber nicht.

„Das Thema Ratten ist und bleibt relevant. Nicht nur in der Hansestadt Buxtehude, sondern auch bundesweit nimmt die Anzahl an Ratten zu“, sagt Johannsen. Das bestätigen aktuelle Artikel im Netz. Ratten gab und gibt es. Wenn sie dort, wo Menschen leben, überhand nehmen - was durch ihren Hang, sich rasend schnell zu vermehren, leicht passieren kann - muss dem Einhalt geboten werden.

Das lockt die Ratten an

Die Ursache ist, wie Johannsen sagt, oft menschengemacht: Offene oder falsch entsorgte Lebensmittelreste, volle Abfallbehälter und illegale Entsorgung in die Kanalisation bieten ideale Nahrungsquellen. Werden der Stadt vermehrt Ratten gemeldet oder werden diese entdeckt, kümmern sich die Mitarbeitenden im Außendienst des Ordnungsamtes (Fachgruppe Sicherheit, Ordnung und allgemeiner Bürgerservice) um das Problem.

Wenn Menschen eine einzelne tote Ratte finden, sollten sie bei der Hansestadt anrufen. Die Stadt schickt Leute vom Bauhof, die das tote Tier richtig entsorgen. Einfach die Ratte in die Mülltonne zu werfen, sei nicht der richtige Weg.

So geht die Stadt gegen Ratten vor

Die Schwierigkeit sieht Johannsen darin, herauszufinden, wo das Nagetier sein „Zuhause“ hat und wieso es sich gerade dort gerne aufhalte. Der schnell geäußerte Verdacht, die Ursache liege in städtischer Kanalisation oder städtischen Gewässern, bestätige sich oft nicht, weiß er. Falls doch, werde das hausintern und mit den Städtischen Betrieben Buxtehude geklärt und beseitigt.

„Liegt die Ursache auf Privatgrund und ist identifiziert (meistens offener Müll oder Kompost), schreiben wir die Grundstückseigentümer an, mit der Bitte um Beseitigung“, so Johannsen, der darauf hinweist, dass für die Bekämpfung der Ratten die Verordnung über die Rattenbekämpfung im Land Niedersachsen gilt.

Das hat sich in Sachen Rattengift geändert

Seit Ende April darf klassisches Rattengift nicht mehr im Handel verkauft werden. Aus Umweltschutzgründen sind die Antikoagulanzien verboten, was Naturschutzverbände befürworten. Aber es gibt Ausnahmen: Wer dieses Mittel noch zu Hause vorrätig hat, darf es bis zum Herbst einsetzen, offizielle Schädlingsbekämpfer darüber hinaus.

Die Fachleute raten unter anderem: Versteckmöglichkeiten wie Holzstapel, Unkraut, hohes Gras unter Gebüschen zu entfernen, Sträucher, Bodendecker und Kletterpflanzen kurz zu halten, Tauben, Enten und Schwäne nicht zu füttern, geöffnete Kellerfenster mit engmaschigen Gittern zu versehen, Ritzen und Löcher im Mauerwerk zu verschließen.

Das empfiehlt der Experte

Die beste Maßnahme ist, den Nagetieren die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Johannsen empfiehlt: Mülltonnen nicht offenstehen lassen, Gelbe Säcke komplett verschließen und erst kurz vor der Abholung bereitstellen, keine Lebensmittel auf den Kompost werfen, nicht in der Toilette oder im Ausguss entsorgen.

Aber auch Fallobst im Rasen, vor der Haustür lagerndes Katzenfutter und Vogelfutter in den Vogelhäuschen locken Ratten an, die gute Kletterer sind. Ärgerlich ist nicht nur, dass sie den Vögeln die Nahrung wegfressen, sondern dass sie Krankheiten übertragen und Schäden am und im Haus anrichten können.

Diese Krankheiten übertragen Ratten

Allergische Reaktionen, Asthmaanfälle, Hantavirus, Typhus, Tuberkulose, Tollwut oder Salmonellose sind einige der möglichen Folgen, wenn Menschen mit Ausscheidungen oder Urin einer infizierten Ratte in Berührung kommen oder von dieser gebissen werden. Kadaver sind daher aus Vorsichtsgründen nur mit Handschuhen anzufassen.

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Wenn Ratten sich an Lebensmittel ranmachen, können sie so Bakterien weitergeben. Die Nagetiere sind auch Wirte für Parasiten wie Zecken, Milben, Flöhe, die Krankheiten übertragen können.

Propagierte Mittel mit geruchsbasierter Abschreckung wie Zitronengras, Knoblauch, Kaffeesatz, Pfefferminzöl, Terpentin über ausgelegte Plastikflaschen bis hin zu Ultraschallgeräten, Fallen, Licht und Geräuschen haben laut Fachleuten nur eine begrenzte Wirksamkeit. Giftköder sind auch eine Gefahr für Haustiere und Kleinkinder. Manchmal müssen dann doch Schädlingsbekämpfer ran, die, um einen erneuten Befall zu vermeiden, zusätzlich entsprechende Vorsorge treffen.

So erkennen Sie Rattenbefall

Da Ratten ihre Zähne schärfen, nagen sie an ziemlich allem, was ihnen vors Maul kommt, wie Holz, Kunststoff, Rohre, Isoliermaterial und Kabel, was zu Kurzschlüssen und Bränden führen kann. Nagespuren können ein Hinweis sein, ebenso Kot und Löcher im Boden. Seltener ist, dass einem die scheuen Tiere am Tag über den Weg laufen. Das weist dann auf einen starken Befall hin - was sofortiges Handeln erforderlich macht.

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